Tuesday, April 07, 2020

Leser*innenbriefe zum Interreligiösen Rundbrief ... Nr. 2020-2 (07.04.2020)


Leser*innenbriefe zum Interreligiösen Rundbrief für Bonn und Umgebung Nr. 2020-2
(07.04.2020)

Liebe Leser*innen,
zum letzten Interreligiösen Rundbrief kamen einige Rückmeldungen, die ich hier in chronologischer Reihenfolge wiedergebe.

1.        1,)

Lieber Michael,
danke für Deine so weitreichenden und umfassenden Einlassungen. Ich selbst gehöre zu der Minderheit, die sagen, dass es ein Irrsinn ist, was hier mit uns gemacht wird. Warum haben sich Verantwortliche nicht von Anfang an mit Virologen zusammengesetzt und unterschiedliche Ansichten miteinander ausdiskutiert. Das gehört meiner Meinung nach zum verantwortlichen Handeln.  Wie damals bei SARS, bei der Schweine- und bei der Vogelgrippe wurde immer vom Robert Koch Institut Panik geschürt und es hat sich stets als Unfug dargestellt. Nur dieses Mal haben sie noch eins draufgesetzt und die Wirtschaft lahmgelegt. Ein Schaden, den letztlich wieder alle Steuerzahler zu tragen haben. Viel schlimmer ist aber das Leid von so vielen Menschen und Familien, die Sorge um ihre Existenz haben. Ja, auch bei den Verantwortlichen in den Medien melde ich Kritik an, da sie von Anfang an eine aggressive Informationspolitik betrieben haben, ohne, was meiner Meinung nach zum Journalismus gehört, auch Gegenpositionen, die es zahlreich gibt, mit einzubeziehen.
Ich habe große Anteilnahme für die Menschen, denen es nicht gut geht, aber die nächste Viruswelle im Herbst oder im kommenden Frühjahr kommt garantiert.
Meine Hoffnung: vielleicht ist im Denken und Fühlen der Menschen etwas ausgelöst worden, was die Angst und Betroffenheit um das eigene Leben oder das von Nahestehenden betrifft und vielleicht kann dieses Denken und Fühlen übertragen werde auf die Menschen in den Flüchtlingslagern, in Krisengebieten, die Angst nicht nur psychisch erleben, sondern ganz nahe, ganz körperlich und es kaum mehr aushalten. Was passiert z.Z mit den 1500 Kindern, die Europa aus den menschenunwürdigen Flüchtlingslagern Griechenlands verteilen wollte. Ist das Alles traurig!
Alles Liebe
Toni
P.S. wenn Du aktuelle Sterbestatistiken der europäischen Länder sehen möchtest google Euromomo, da findest Du wöchentliche Zahlen!
-
Noch eine Nachmeldung:
Lieber Michael, ich finde ihn recht glaubwürdig


(von Anton Drähne aus Bonn)
--
Anton Drähne und ich diskutierten ein wenig über die richtige Interpretation der Zahlen, die Angemessenheit der Maßnahmen usw., er als Mediziner, ich als Nichtmediziner.

Mir scheint es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweisen, was die wünschenswerten Zusammenarbeit von Wissenschaft und Politik angeht. Nach der einen sollte man mit politischen Entscheidungen warten, bis ihre Notwendigkeit einwandfrei wissenschaftliche bewiesen ist, nach der anderen sollte man sofort politisch handeln, es sei denn, ihre Nichtnotwendigkeit wäre wissenschaftlich einwandfrei bewiesen. Die USA und Großbritannien machten es nach der ersten Methode, Taiwan und Vietnam nach der zweiten. Deutschland suchte einen Mittelweg. In dem von Anton Drähne empfohlenen Video empfiehlt Sucharit Bhagdi die erstgenannte Vorgehensweise. Als gültigen Beweis würde er gelten lassen, wenn die generellen Sterbezahlen eines Landes signifikant nach oben gehen würde. Zur der Zeit, als er das Video veröffentlichte, war das auch für Italien noch nicht der Fall. Wenn man sich die Kurve für Italien aber jetzt ansieht, ist die Mortalitätsrate dort jetzt höher als in der Grippe-Epidemie 2017: https://www.euromomo.eu/outputs/zscore_country_total.html Bei uns in Deutschland ist sie noch weit darunter. Wäre das nun ein Argument für oder gegen die Isolationsmaßnahmen, die derzeit verordnet sind?  Ich meine eher dafür. Oder?    

*

2.)
Liebe Listenmitglieder,

auch das Berliner Forum der Religionen sammelt und publiziert Gebete zur aktuellen Situation von verschiedensten Religonsgemeinschaften. Alle bisher eingegangenen sind zu finden unter
https://www.berliner-forum-religionen.de/gebete-zur-aktuellen-situation/. Täglich ein Text erscheint unter https://www.facebook.com/berliner.forum.religionen.de/.

Im Zeitraum 19.-26.03.2020 haben wir Religionsgemeinschaften in Berlin nach ihrer religiösen Ausübung in der Zeit der Pandemie befragt. Mehr als 30 Antworten von Baha’is, Buddhisten, Christen, Hindus, Juden, Muslimen, Paganen und Sikhs werden nun ausgewertet.


Beste Grüße
Michael Bäumer


(von Michael Bäumer aus Berlin via Yggdrasill-Liste; Die Yggdrasill-Liste ist eine religionswissenschaftliche E-Mail-Liste, in der ich den Interrel. Rundbrief auch immer rundmaile. Meistens reagiert da niemand drauf, aber jetzt sogar drei Leute.)
*
3.)
Liebe Liste,

einige hatten ja in die Runde gefragt, wie die Religionen mit Corona umgehen.
Die DBU hat dazu einiges gesammelt:


Einige Zen Zenter, wie z.B. das zen-Center Regensburg (https://zen-center-regensburg.com/) bieten live Zazen an.

Mit herzlichem Gruß aus dem home-office,
Martin Rötting
(von Martin Rötting aus Salzburg via Yggdrasill-Liste)
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4.)
Liebe Listemitglieder, lieber Herr Schmiedel,
vielleicht interesseiert es sie, wie Índien zwar säkular aber doch nie ohne religiöse Prägung mit dem Virus umgeht. Der Artikel des Indien lebenden deutschen Autors Martin Kämpchen, das sei allerdings gesagt, wurde vor den jetzigen im Land geltenden drastischen Maßnahmen der Reise- und teilweisen Ausgangssperre geschrieben.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/corona-und-karma-wie-indien-mit-dem-virus-umgeht-16671160.html
Herzliche Grüße, Arabella Unger
(von Arballa Unger aus Marburg via Yggdrasill-Liste)
*
5.)
Lieber Michael

Hey das ist sehr schön, was Du schreibst, bzw. sehr klug.
Danke für die Aufnahme in deinen Verteiler.
Wir arbeiten auch mit Hochtouren an gemeinsamen kirchlichen Angeboten in Bonn:
Alles Liebe und bleib gesund
Michael
Seelsorge im Corona Alltag:
(von Michael Mann aus Bonn)
*
6.)
Lieber Michael,

für die Aufnahme in den Verteiler anlässlich "Fit für interreligiöse Vielfalt" bin ich jetzt so dankbar. Es passte wunderbar zusammen, dass dies kurz vor der Coronakrise geschah. Ich sagte ja schon, dass ich die Medien"vielfalt" (ich meine jetzt die EDV) eher vermeide, sie aber jetzt trotz immerwährender Vorbehalte als sinnbringend (in doppelter Bedeutung) in dieser Situation annehme.
"Youtube" oder "links" oder "Skype" sind zwar mir bekannte Vokabeln, aber ich hatte bisher weder Zeit noch Bedürfnis, deren Mechanismen auszuprobieren und kennenzulernen.
Deinem Rundbrief stimme ich in dem Punkt der positiven Betrachtung insofern zu, als ich heute12 Seiten Brief an meine beste Freundin (na klar, ich gestehe handschriftlich) geschrieben habe. Zeit für mich und Andere finden, ist Balsam für die Seele und wie du schreibst, erwiesene Wohltat für die natürlichen Ressourcen (insbesonders die Luft). Dirk Voos machte die Feststellung, der ich voll zustimmte, dass man Menschen erst im Abstand voll wahrnimmt. In der Nähe sieht man immer nur einen kleinen Ausschnitt.
Wie das Schicksal (gibt es das und was ist das, frage ich mich) es will, bin ich sozusagen auch "auf den letzten Drücker" in den Verteiler von Hubert Arnold geraten (eigentlich wollte ich in seinen Kirchenchor eintreten, der war mir mit über 60 Mann bzw. Frau einfach zu groß). Nun singe ich mit Hilfe dieser Motivationen aus meinem E-mail Posteingang noch öfter und nehme im Vorbeigehen immer wieder Sopran-, Alt- oder Bassblockflöte in die Hand und spiele alle möglichen Noten, die sich so angesammelt haben. Mein tolles von meinem guten Exmann geschenktes E-Piano kommt endlich öfter zu Wort, nee Klang, man kann es auch auf "strings" oder "organ" schalten. Wundervolle Klangerlebnisse durch die mir doch so verhasste (???) Technik, auch wenn man erstmal nur "einhändig" übt.
Und endlich finde ich wie ihr die Erfüllung wieder in langen Spaziergängen durch die Landschaft und genieße diese wunderbare Stille. Fotos mache ich nicht, die muss das innere Auge festhalten, die Eindrücke.
Danke an alle, die mit diesen Mitteln zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Es war mir dadurch neulich morgens endlich auch wieder möglich "all Morgen ist ganz frisch und neu" unter der Dusche zu jubilieren. Dies ist ein Vorschlag für die mitmachenden Sängermädels- und -knaben. Bitte weitersagen nee leider ja "nur" mailen.
In diesem Sinne viele Grüße und Gesundheit an dich, deine Frau und deinen Schwiegervater
Heidrun Johnson
-
Lieber Michael,
da habe ich noch eine mir wichtige Anmerkung zu deinem Rundbrief vergessen: Die Berufsgruppe, der unbedingt auch gebührende Anerkennung gezeigt werden sollte meines Erachtens, sind die Kassierer*innen in den Supermärkten.
Hier bei Penny in Holzlar habe ich den Vorteil eines fast persönlichen Kontaktes, weil der Supermarkt klein und meine einzige Einkaufsquelle ist und man die Leute an der Kasse vom Sehen kennt. Schade, diese junge hübsche Schwangere mit den wallenden braunen Haaren ist jetzt (zu ihrem Glück) nicht mehr dabei. Jetzt weiß ich nicht ob´s ein Junge oder Mädchen wird, wusste sie letztens noch nicht.
Wenn ich das so schreibe, nehme ich mir für in ein paar Tagen, solange die angeschleppten Einkäufe reichen, vor, achtsamer zu sein. Ist wegen des langsameren Kassierungsvorgangs doch jetzt wunderbar möglich und trägt (ich übertreibe gern, was meine Mitmenschen oft irritiert) letztendlich zum Weltfrieden bei. Die Hübsche ist Türkin, glaube ich, und die pummelige Blonde aus Russland, und der pummelige Schwarzhaarige mit gebrochenem Deutsch ist soviel netter, seit ich ihm gestanden habe, dass ich auch mal Kleidergröße 54 hatte. Ich muss wieder mehr auf diese wichtigen Details achten, das geht in diesen Zeiten ganz gut (und tut mir gut).
Viele Grüße nochmal
Heidrun
(von Heidrun Johnson aus Bornheim)

*

7.)

Lieber Michael,
schön, dass die Auszeit trotz aller technischen Schwierigkeiten geklappt hat. Zumindest war das ein Anfang, auch wenn ich leider von einigen gehört oder gelesen habe, die leider den Anschluss nicht geschafft haben. Ich hoffe, dass wir das noch besser hinbekommen. 
Anbei schicke ich Dir einen Link zu den anlässlich Corona aktualisierten und neu konzipierten Seiten der Online-Periodika WirMiteinander. Darin haben wir auch unsere Gebete der Religionen integriert: https://wirgemeinsam.online/

Schau es Dir mal an und gib die Information bitte weiter.
Ich wünsche Euch alles Gute und Gesundheit. Auf bald
Dirk
(von Dirk Voos aus Bonn)

*

8.)

Guten Tag Herr Schmiedel,
mit Interesse lese ich immer wieder gerne Ihren «Interreligiösen Rundbrief» für Bonn, und bei dieser Gelegenheit leite ich Ihnen auch unsere «Corona-Information» aus St. Gallen weiter. Leider sind die Texte noch nicht auf der Website aufgeschaltet; das dauert bei uns immer sehr lange.
Herzliche Grüsse aus der Schweiz,
Ann-Katrin Gässlein
(von Ann-Katrin Gässlein aus Sank Gallen; Die Gebetstexte können bei mir als PDF-Datei angefordert werden.)

*
Vielen Dank für diese Rückmeldungen!
Letzten Sonntag kam dann auch die im Rundbrief angekündigte Sendung von „Sonntag – TV fürs Leben“ mit dem Titel „Glauben in Zeiten der Pandemie. Ich bin davon etwas enttäuscht, da außer den „drei Religionen bei uns“, wie Andrea Ballschuh Christentum, Judentum und Islam nennt, fast keine Religionen vorgestellt werden. Auch der Buddhismus, dessentwegen ich ja angeschrieben wurde, kommt nur in der Einleitung vor. Trotzdem ist die Sendung interessant und sehenswert: https://www.zdf.de/gesellschaft/sonntags  
Eben fand ich noch ein Video über die positiven Auswirkungen des „Shutdowns“ auf die Luftqualität:
Hilft Corona dem Klima? Auf: Faz.net vom 7.4.2020:
https://www.faz.net/aktuell/wissen/hilft-corona-dem-klima-16715795.html  
Allen, die jetzt die Kartage und Ostern oder Pessach feiern wünsche ich gute Feieretage, trotz allem!
Und Ihnen/Euch allen Gesundheit, Frieden und Gelassenheit!
(Zusammengestellt und Links zuletzt geöffnet am 06./07.04.2020 zu Hause in Siegburg)


Sunday, March 29, 2020

Interrreligiöser Rundbrief ... Nr. 2020-2 (29.03.2020)


Interreligiöser Rundbrief für Bonn und Umgebung Nr. 2020-2
(29.03.2020)

Die Einschränkungen durch die Gefährdung mittels Coronaviren sind bedrückend,
weil es so unklar ist, wie es weitergeht. Jeden Tag ändert sich die Lage. Dieses
Einschränken des öffentlichen Lebens entschleunigt aber auch und gibt Zeit für
Wesentliches wie Nachdenken, sich Besinnen, Beten.
                                                                                                                      Dirk Voos

Liebe Leser*innen,
wenn Sie die Wörter „Corona“ oder „Covid-19“ schon nicht mehr hören oder lesen können oder wollen, schließen Sie diesen Rundbrief am besten wieder. Ich habe hin und her überlegt, ob ich auch meinen Senf zu dem Thema dazu geben soll oder lieber nicht, und habe mich dann doch für ja entschieden.
Sie können hier zunächst einen Fließtext lesen, ohne Fußnoten oder reingeschobene Links, und darunter dann eine Sammlung von Links zu Seiten, die mir wichtige Inhalte vermittelt haben.
Wer leidet vor allem an der Corona-Epidemie?
Es gibt, wenn ich das richtig sehe, hauptsächlich folgende Menschen, die besonders negativ von der Corona-Epi- oder Pandemie betroffen sind:
- die daran Erkrankten, besonders die Schwererkrankten und die daran Verstorbenen
- die Angehörigen der Kranken und Verstorbenen
- die Ärzt*innen und Pfleger*innen, die sich um die Kranken kümmern
- die Menschen, die Berufen nachgehen, die sie jetzt wegen der Kontaktsperre nicht ausüben können und so kein Einkommen haben oder auch nur in Kurzarbeit sind und so weniger verdienen.

Mein Alltag in dieser Zeit
Ich persönlich gehöre keiner dieser Gruppen an oder zumindest noch nicht, denn ob der Virus mich noch erreicht, weiß ich natürlich nicht, ja noch nicht mal, ob ich ihn vielleicht schon in mir habe. Dass derzeit Aufträge für Vorträge und Schulungen wegfallen, kann ich gut verkraften, da ich ja eine halbe Stelle an der Uni Bielefeld habe. Ich arbeite zu Hause, habe durch den verschobenen Beginn der Vorlesungszeit an der Uni aber eher mehr als weniger Arbeit, denn wahrscheinlich werden wir auch zwei Wochen später nicht persönlich vor Ort, sondern übers Internet unterrichten müssen, mit Programmen wie „Lernraum Plus“ und „Zoom“ (soll jetzt keine Schleichwerbung sein), womit man sich ja erstmal vertraut machen muss. Das Wort „home office“ wird sicher das Wort des Jahres werden. Meine Frau hat ihr Homeoffice direkt neben mir. Dann gehen wir aber auch gerne spazieren, ich fotografiere viel. Oder wir arbeiten im Garten. Das ist alles ganz in Ordnung, sogar recht erholsam, keine Außentermine zu haben, auch keine ehrenamtlichen. Mein Angebot, für ihn einkaufen zu gehen, hat – außer meinem Schwiegervater, aber das ist ja Familie – noch keiner in Anspruch genommen. Beim Einkaufen schützen wir uns durch den nötigen Abstand und Masken. Das ist alles auszuhalten und könnte viel schlimmer sein, was es hoffentlich nicht wird. 
Mediale Präsenz des Virus
Der Virus selbst ist für mich nur medial präsent – woran sich auf hoffentlich nichts ändert! So geht es den meisten, und darin steckt ein Problem. Wir erleben die Berichterstattung der Medien und deren Auswirkung auf uns, auf die Menschen unserer Umgebung, auf die Gesellschaft. Wir erleben, dass Geschäfte und Restaurants geschlossen werden und dass wir nun 1,5 m Sicherheitsabstand zu anderen Menschen halten sollen. Auch wenn wir selbst nicht betroffen sind, erleben wir die Hilferufe von Freischaffenden, um Beispiel von Musiker*innen, deren Konzerte abgesagt sind und werden gebeten, unsere schon bezahlten Eintrittskarten für später zu behalten. Ich persönlich erlebe, dass das MIGRApolis-Haus der Vielfalt in Bonn für das Publikum geschlossen ist, dass Raummieten für Veranstaltungen storniert werden, dass unserm Verein, dem BIM e.V., dadurch Einnahmen fehlen, die wir aber brauchen, um die Gehälter unserer Angestellten zu bezahlen. Aber das Virus, das an all dem „Schuld“ ist, bleibt unsichtbar. Allmählich kommen aber Nachrichten von Freunden, die einen Freund, einem Bruder, eine Freundin der Tochter haben, die positiv getestet wurden. „Es kommt näher“, schrieb ein Freund. Es ist irgendwie unheimlich: Unsere direkte Umgebung ist friedlich, geradezu erholsam friedlich, aber in den Fernsehnachrichten herrscht Krieg, Krieg gegen einen unsichtbaren, unhörbaren, unschmeckbaren, unriechbaren, ja sogar, sollte er im eigenen Körper sein, eventuell über Tage und zwei Wochen unspürbaren Feind. Wir könnten ihn in uns haben und andere anstecken und uns dabei gesund fühlen. Laut der Medienberichte kostete er in China, Italien, Frankreich, Großbritannien, USA schon Tausenden von Menschen das Leben.

Verschwörungstheorien
Wen wundert es, dass ob solcher Situation nicht wenige Menschen nach Erklärungen suchen? Nach Erklärungen, die die Virolog*innen und anderen Wissenschaftler*innen nicht für alle zufriedenstellend erklären können. Manche suchen nach Schuldigen und meinen sie, bei „den Chinesen“, „den Amerikanern“ oder „der Pharmaindustrie“ zu finden, und meinen, das Virus gebe es gar nicht, sondern sei erfunden, um die Welt ins Chaos zu stürzen unserer Wirtschaft zu schaden und uns unserer Grundrechte zu berauben, oder es sei zwar real, aber eben mit Absicht aus eben diesem Zweck ausgesetzt oder aus einem Labor für biologische Waffen entkommen. Sie verbreiten ihre Erklärungen und Anschuldigungen im Internet und finden Anhänger. Kritiker dieser Erklärungen nennen diese „Verschwörungstheorien“ oder „-mythen“. Und ja, auch ich kritisiere diese Erklärungen, denn sie sind gefährlich. Beweisbar sind sie nicht, aber gefährlich sind sie trotzdem, weil sie Aggressionen hervorrufen, Feindbilder schüren, Misstrauen gegenüber denen schüren, die allein imstande sind, uns mit wichtigen Informationen zu versorgen und die Gesellschaft zu lenken, also gegenüber den Journalist*innen und Politiker*innen. Was ich da schon an Verleumdungen gelesen habe, die sich als „vernünftiges Selbstdenken“ ausgeben, und welche Unbelehrbarkeit ich da erlebt habe, möchte ich hier nicht wiedergeben. Man kann, ja mal soll ja häufig alles kritisieren, die Medien, die Politik, auch die Wissenschaft, aber dann bitte mit vernünftigem Augenmaß und ohne haarstäubende Diffamierungen ganzer Berufsgruppen!
Metaphysische Erklärungsversuche
Es gibt auch noch andere Erklärungsversuche, eher metaphysischer Art. So las ich, das Virus sei eine Erfindung des menschlichen Geistes auf einer niederen Schwingungsebene und wir könnten es besiegen, indem wir uns auf eine höhere Schwingungsebene begäben. Auch das ist nicht beweisbar, aber immerhin wird niemand diffamiert, sondern die Ursache in uns allen gesucht. Gefährlich wird diese Anschauung dann, wenn jemand meint, diese höhere Schwingungsebene erreicht zu haben und so alle Schutzmaßnahmen als unnötig erklärt Ähnlich gefährlich ist die Vorstellung, die Teilnahme an der Heiligen Kommunion mache einen immun gegen das Virus, wie sie teils in der Griechisch-Orthodoxen Kirche gelehrt wird. Der Fall der Shincheonji-Kirche, die in Süd-Korea durch die Überschätzung der Kraft Ihres Glaubens die Epidemie anfeuerte oder einiger Gemeinden in den USA, die meinen, immer noch fröhliche Gemeindegottesdienste feiern zu können machten Schlagzeilen. Nein, ich versuche mich hier nicht in allgemeiner Religionskritik, die in den Glauben an die Wirkung vom Wechsel der Bewusstseinsebenen oder heiliger Rituale als reinen Aberglauben hinstellt. Aber nachweisbar positive Wirkungen von religiösem Glauben und von Ritualen in bestimmten Kontexten gibt es zwar im psychosomatischen und im sozialen Bereich, eventuell wirken sie auch stärkend auf das Immunsystem, aber eine Immunität gegen Viren konnte noch nicht nachgewiesen werden.

Flexibilität der religiösen Angebote
Die meisten Religionsgemeinschaften und religiösen Menschen in modernen Gesellschaften unterscheiden so auch deutlich zwischen dem, was ihr Glaube vermag und wofür er zuständig ist und den Erklärungen der Wissenschaften zu natürlichen Phänomenen, zu denen Viren zweifelsfrei gehören. Somit unterstützten sie nicht nur gehorsam, sondern überzeugt die Sicherheitsmaßnahmen und haben Veranstaltungen wie Gottesdienste, Meditationstreffen und so weiter abgesagt. Auch der Tag der Religionen in Bielefeld, an dem ich heute am 29.3. eigentlich teilnehmen wollte, wurde abgesagt und auf den Herbst verschoben, sofern da nicht eine neue Coronawelle unterwegs ist. Interessant ist zu sehen, wie viele die neuen Techniken nutzen und ihre Veranstaltungen online anbieten. Kürzlich bekam ich eine E-Mail vom ZDF mit der Frage, ob ich von solchen Angeboten durch Buddhisten wisse und konnte einige Beispiele nennen beziehungsweise an buddhistische Gruppenleiter weitervermitteln, die solche Angebote machen. So bietet der San Bo Dojo, eine Zengruppe in Bonn, sogar Online-Mediationszusammenkünfte an. Ebenso das Kamalashila-Institut in Langenfeld in der Eifel. Christen tun es nicht weniger mit Online-Gottesdiensten, so auch hier in Siegburg die römisch-katholische St. Servatius-Gemeinde am Palmsonntag. Oder Michael Mann vom Katholischen Stadtdechanat in Bonn, der auch Yoga- und Meditationslehrer ist, bietet Yogakurse jetzt online an. Indes gibt es auch Diskussionen darüber, wir wirksam so etwas sein kann, vor allem, ob echtes Gemeindeleben so möglich sei. Die praktikable Antwort dazu ist wohl: Ein echtes Gemeinschaftsleben ist online nicht zu gewährleisten, aber es ist doch besser als nichts.  Die Sendung, in der das Thema im ZDF behandelt wird, soll am 5.4.2020 in der Serie „Sonntags – TV fürs Leben“ kommen. Ich bin gespannt.

Musikalische Angebote
Eine andere Form des Gemeinschaftslebens bietet zum Beispiel der Kirchenmusiker Arnold Hubert aus Bonn-Beuel an, in dem er dazu aufruft, abends um 19 Uhr auf dem heimischen Balkon, im Garten oder am Fenster ein bestimmtes Lied zu singen oder zu spielen, womit er sich in eine bundesweite Aktion der EKD einklinkt. Ich habe das auch mal mitgemacht und auf unserer Veranda „Der Mond ist aufgegangen“ gesungen. Zwar sang hörbar nur eine Amsel mit hier in Siegburg, aber das Bewusstsein, dass landesweit zumindest einige es gleichzeitig auch taten, hatte schon was Verbindendes. In Goslar zum Beispiel spielte der evangelische Religionspädagoge und Religions-for-Peace-Aktivist Johannes Lähnemann auf seinem Horn dieses schöne Lied und zwei Tage später von einem Hornspiel von „We shall overcome“ vom Goslarer Stadtturm aus, wovon er dann Videos rundschickte. Oder am St. Patrick’s Day, dem irischen Nationalfeiertag gab die Irish-Folk-Band The Reel Chicks aus einem Studio in Dresden ein spontanes Konzert, das man sich über Youtube anhören konnte. Dieser Namenstag eines katholischen Heiligen wird zwar heutzutage so wenig religiös begangen wir eine Kirmes oder Karneval, aber gemeinschaftsfördernd ist so eine Aktion allemal. Norbert Ammermann, Theologe und Musiker in Osnabrück schickte einen Link auf ein Sitarkonzert, das mich beim Hören in eine wunderbar entspannte Stimmung brachte.
Gemeinschaftswesen
Dass wir Menschen Gemeinschaftswesen sind betont auch Andreas Zick, Friedens- und Gewaltforscher an der Uni Bielefeld. Ich habe seine Umfrage zum Umgang mit Corona ja im Vorfeld rundgeschickt. Er zeigt die Gefahren für den häuslichen und gesellschaftlichen Frieden auf, die in Isolation und Lagerkoller lauern. Umso wichtiger sind eben Aktionen, die Gemeinschaft auch unabhängig vom physischen Kontakt herstellen, sowie „Fluchtmöglichkeiten“ wie Spaziergänge in der Natur. Und wichtig ist es meiner Erfahrung nach auch, dass man sich in der Stadt, die man zum Beispiel zum Einkaufen ja auch aufsuchen muss, freundlich begegnet. Ein Lächeln sieht man unter einer Schutzmaske vielleicht nicht, aber eine freundliche Begrüßung auch eines fremden Menschen und erst recht des Personals in den Geschäften tut beiden gut, dem Grüßenden und dem Begrüßten. Ich meine das auch zu merken, dass man auch bei zwei Meter Abstand innerlich zusammenrückt. Wir sitzen ja auch alle in einem Boot. Diese Seite des Menschen sollte man neben Nachrichten von Diebstahl von Desinfektionsmitteln, Wucherpreisen für Schutzmasken und egoistischen Hamsterkäufen auch beachten.
Positive Sichtweisen
Manche meinen, der Corona-Krise so auch was Positives abgewinnen zu können. Sie verweise auf das, was wirklich wichtig ist, und dazu gehöre nicht das Hetzen von Termin zu Termin und nicht das Shoppen und Konsumieren, sondern der innere Frieden jedes Einzelnen, den man in der Stille finde, und eben die Gemeinschaft, die gegenseitige Unterstützung, die Solidarität miteinander. So bieten Menschen älteren oder kranken Mitmenschen Hilfe beim Einkaufen an oder Gespräche am Telefon. Letzteres ist zum Beispiel eine Idee von Ruth Kühn aus Siegburg, die man bei Bedarf eben auf ein Schwätzchen anrufen kann, wenn man sich einsam fühlt. Sie ist auch aktiv im IFN. So mancher hat die Hoffnung, dass diese Einsicht in die Notwendigkeit von Solidarität auch nach überstandener Krise anhält und zu einem generellen Umdenken in der Gesellschaft führt. Ich zweifele eher daran, sondern befürchte, dass die meisten von uns in den alten Trott zurückfallen werden. Aber wer weiß? Es liegt ja an uns.
Positiv wirkt sich die Kontaktsperre auf jeden Fall auf die Luft aus. Sie ist sauberer seit dem. In Köln, so hörte ich, ist die Feinstaubbelastung um 50 % zurückgegangen, weil weniger Autos fahren. Es fliegen auch weniger Flugzeuge, der Himmel ist bisweilen ohne einen einzigen Kondensstreifen. Industrien produzieren weniger. Für das Weltklima ist das somit eine sehr gute Situation. Zu befürchten ist allerdings, dass das alles nach der Krise umso stärker wieder angefahren wird, so dass die Klimaziele, die man doch erreichen will, dann doch verfehlt werden. Es ist auch zu dumm, dass unsere ganze globale Wirtschaft dermaßen vom Ressourcenverbrauch abhängt. Da wäre ein Umdenken überlebensnotwendig. Wenn Corona dazu beitragen würde, hätte sie zumindest für die Überlebenden noch ihr Gutes gehabt. Mein Patenkind schickte mir einen Link zu einem Blog, deren Autorin zum Beispiel von Delfinen bei Triest schwärmt, die wegen des vielen Schiffsverkehrs die Stadt sonst meiden, nun aber in den Hafen geschwommen kommen. Was für ein schönes Bild für das, wie es sein sollte und könnte, wenn wir das nur wollen würden!

Religiöse Handlungen
Natürlich kann Religion auch durch die religiösen Handlungen im engeren Sinn helfen, mit dieser Epidemie zurecht zu kommen. Gebete, Kontemplationen und Meditationen, die ich gerne als die spirituelle Mitte der Religionen bezeichne, können in die Mitte des Daseins lenken. Sie können Mut machen, Gleichmut und Gelassenheit sich entwickeln lassen. Passend zum Namen des Virus gibt es im Katholizismus auch tatsächlich eine heilige Corona, worauf eine Kollegin in der Yggdrasill-Liste hinwies. Ich kannte sie nicht, obwohl katholisch sozialisiert. Das Team der GEBETe der Religionen in Bonn hat auch ein paar Gebete zusammengestellt, die einem in dieser Zeit helfen können. Man findet sie über die IFN-Website. Das Zitat von Pfarrer Dirk Voos zu Beginn dieses Rundbriefes stammt aus dieser Zusammenstellung.
So, jetzt habe ich schon über sechs Seiten vollgeschrieben und will nun noch einige Links zusammenstellen, die belegen oder vertiefen, was ich angesprochen habe, oder zumindest einiges davon. Klicken Sie sich mit Muße dadurch, wenn nichts Wichtigeres anliegt. Wenn Sie nur wenig Zeit haben, springen Sie aber mal zu der Petition ganz unten.

Links
Nicht zu allem kann ich Links anbieten, denn vieles erfuhr ich via E-Mail oder zwar übers Internet, aber doch eher persönlich als richtig öffentlich.

Allgemeine Beiträge zu Corona aus der Presse:

Berliner Morgenpost interaktiv: Corona-Virus-Karte der Infektionen in Deutschland und weltweit:
https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/

Interaktive Infografik. So viele Coronavirus-Infektionen gibt es in Ihrem Landkreis. Von Laura Stresing, Lars Wienand. 27.03.2020, 15:54 Uhr. Auf T-Online: https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_87562164/corona-ausbreitung-in-deutschland-so-viele-erkrankte-gibt-es-je-landkreis.html

Neue Züricher Zeitung: Das Wichtigste in Kürze:  
https://www.nzz.ch/international/coronavirus-weltweit-die-neusten-entwicklungen-nzz-ld.1534367

Allgemeine Beiträge zu Corona aus dem Fernsehen:

Allgemeine Beiträge zu Corona im Radio:

COVID-19. Taiwans erfolgreicher Kampf gegen Corona. Durch seine Nähe zur Volksrepublik China galt Taiwan eigentlich als Hochrisikogebiet für das Coronavirus. Doch die Regierung war gut vorbereitet und hat die Epidemie im Land effektiv eingedämmt. Aus Taipeh William Yang. Auf Deutsche Welle am 16.3.2020: https://www.dw.com/de/taiwans-erfolgreicher-kampf-gegen-corona/a-52737708


Radiobeiträge zur Corona und Religion:
Davon hörte ich in den letzten Wochen so viele, dass ich sie nicht alle hier einzeln verlinken möchte, aber wenn Sie hinter den folgenden Links suchen, finden sie bestimmt viele interessante:

Deutschlandfunk. Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft:
https://www.deutschlandfunk.de/tag-fuer-tag.885.de.html
(Die Sendung musste ihren angestammten Sendeplatz zwar einer Corona-Spezial-Ausgabe von „Aus Forschung und Wissenschaft überlassen und wird nachmittags zu einem unregelmäßigen Zeitpunkt gesendet, aber dank des Podcasts kann man die Beiträge davon unabhängig hören und lesen. Dabei findet sich auch der Beitrag über die Griechisch-Orthodoxe Kirche in Griechenland, den ich oben meinte, gesendet am 18.3., hier mit Direktlink:
https://www.deutschlandfunk.de/griechenland-corona-mit-dem-silberloeffel.886.de.html?dram:article_id=472709.)

WDR 5. Diesseits von Eden:
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/diesseits-von-eden/index.html

 

Ein Zeitungsartikel über die Heilige Corona:

Weltweite Pandemie. Heilige Corona, hilf! In: Katholische Sonntagszeitung vom 17.3.2020: https://www.katholische-sonntagszeitung.de/Im-Blickpunkt/Heilige-Corona-hilf!-Dienstag-17.-Maerz-2020-16-03-00/(f_Rubriken)/536,64,1105,609,1053,83,472,39337,474/(f_TagsEvents)/7,13,110,25,152,155,75,81,48,36
(Dank an
Stefanie Burkhardt in der Yggdrasill-Liste.)


Beiträge zum Thema „Verschwörungstheorien“:

CORONAVIRUS. Corona-Desinformation: immer dieselben Muster. Nutzt Moskau die Coronakrise zu politischen Zwecken? Desinformations-Jäger der Europäischen Union listen Hunderte Falschmeldungen russischen Ursprungs über das neue Coronavirus und Covid-19. Auf Deutsche Welle am 21.3.2020: https://www.dw.com/de/corona-desinformation-immer-dieselben-muster/a-52869052


Ein religionswissenschaftlicher Blick auf Verschwörungstheorien:
Website von Michael Blume:
http://www.blume-religionswissenschaft.de/

Michael Blume. Die Ärzte und die Zionisten. Warum anti-medizinische Verschwörungsmythen nicht wirklich witzig sind. Auf Scilogs am 6.3.2020: h,ttps://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-aerzte-und-die-zionisten-warum-anti-medizinische-verschwoerungsmythen-nicht-wirklich-witzig-sind/


Seiten von Religionsgemeinschaften, die Corona thematisieren:
Katholisch.de:
h,ttps://www.katholisch.de/startseite
EKD:
https://w,ww.ekd.de/kirche-von-zu-hause-53952.htm
Islam.de:
http:,//www.islam.de/
Deutsche Buddhistische Union:
https://www.dbu.de/corona


Sonntags – TV fürs Leben

https://www.zdf.de/gesellschaft/sonntags

(Darin soll es am 5.4.2020 eine Sendung über Religionen in der Coronazeit geben.)

Beiträge zu Corona und Musik:
Aktion Ticket behalten:
https://www.ticketbehalten.de/
Aufruf von, Petr Pandula an die GEMA, freischaffende Musiker*innen zu unterstützen:
https://www.facebook.com/petr.pandula/videos/3118668618157187/
www.ma,gnetic-music.com
Johannes Lähnemann. „We shall overcome“, mitsamt einer Erklärung dazu, die ich zitieren darf: „Von den Posaunenchören in Goslar haben wir die Initiative gestartet, dass täglich um 17.00 Uhr eine/r von uns Lieder/Choräle vom Nordturm der zentralen Marktkirche aus bläst. Für gestern hatte ich mich gemeldet und bin mit meiner Frau Sabine die 220 Stufen zur Türmerstube hinaufgestiegen. Nach den 5-Uhr-Glockenschlägen haben wir die Fenster zu den 4 Seiten geöffnet, und ich habe wechselnd zu den vier Seiten hinaus Melodien gespielt. Den Abschluss hat "We hall overcome" gebildet. 2006 habe ich es mit den 900 Delegierten bei der RfP-Weltversammlung in Kyoto zum Abschluss gespielt und gesungen - und bei der 3. Strophe "We walk hand in hand" haben sich alle die Hände gereicht. - Jetzt blies ich es ohne Mitsänger. Aber von mehreren in der Stadt kam das Echo, dass sie es an ihren Fenstern oder auf, dem Balkon gehört haben. Und Sabine hat es aufgenommen - zur Ermutigung für alle, zu denen diese Töne gelangen, in diesen vom Corona-Virus dominierten Wochen. Hier ist der Link. Er darf gerne weitergeleitet werden. https://www.dropbox.com/s/rrbfs9nx5kj0xqj/We-s,hall-overcome.mp4?dl=0

St. Patrick’s Konzert der Reel Chicks:
hattps://www.youtube.com/watch?v=s_xW1ZgtaZc&feature=youtu.be

Norbert Ammermann. Spheric Sitar - an Evening Song in times of Corona:
https://www.youtube.com/watch?v=VG1nOAI6Tkk

 

Positive Blicke auf die Isolation:
Corona- nichts wird mehr so sein, wie es war. Blog von Sonja Schiff:  https://www.story.one/de/u/sonja-schiff-996af4c5/corona-nichts-wird-mehr-sein-wie,-es-war/?fbclid=IwAR2DULLHRqpiF84XyGge1PylRpg1y-3so2ZFhjyg0dZ9Tb8UdSqtvaa6EhY
(Diesen Link hat mir mein Patenkind Ann-Kathrin Huster geschickt.)
Panorama. Kaum Schiffsverkehr wegen Corona Delfine kehren in Italiens Häfen zurück. Auf ntv: https://www.n-tv.de/panorama/Delfine-kehren-in-Italiens-,Haefen-zurueck-article21652835.html

Institut für Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld:
https://uni-bielefeld.de/ikg/
(Da findet sich auch der Link zu der Umfrage, für die, die daran noch teilnehmen wollen.)
 
Kostenlose Taxifahrten für Pfeger*innen:
Und zum Schluss noch eine Petition dafür, dass Pfleger*innen für ihre Wege zu ihren Patient*innen kostenlose Taxisfahrten bekommen, damit sie sich im ÖPNV nicht erhöhter Ansteckungsgefahr aussetzen, die unterschreiben möge, wer auch dafür ist:
https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-alle-pflegekraefte-kostenlose-taxifahrten-wegen-corona-krise
(Mir zugeschickt von einem Freund, der selbst gerade eine Chemotherapie durchmacht und dessen Frau Altenpflegerin ist.)
Alle Links zuletzt geöffnet am 29.03.2020.
Bestimmt habe ich jetzt noch Links vergessen, die noch gerne mitgeteilt hätte, aber es sind ja auch schon so viele.

Zum Schluss dieses Rundbriefes statt des üblichen Zitates noch etwas Eigenes, und zwar ein Foto und ein Gedicht von einem unserer Spaziergänge in Siegburg:
 
2020.03.26Do MAS CF M,64-1666 IMG_3868

Eine Insel mit drei Bäumen
ohne Eisenbahnverkehr,
sie zu finden in der Sieg
ist ja eigentlich nicht schwer.

Zwar gehört sie eigentlich nicht
zu den berühmten Plätzen hier
doch taucht sie auf im Märzenlicht
zeig ich gern dieselbe Dir.

Wird umbraust von schnellen Wellen,
Bisam schwimmt im Bogen drum,
von Ferne hört man Hunde bellen,
ich sing ein Lied: Dumdideldum!

Kleine Fluchten in die Landschaft,
aus dem Homeoffice daheim,
lässt mich finden viele Wunder,
in Wiesen, Fluss und Sonnenschein.


Herzliche Grüße aus dem Homeoffice
Ihr/Euer Michael A. Schmiedel

2020.03.23Mo MAS SD M438-4 DSC00866
Foto: Petra Schen-Schmiedel
http://interreligioeser-rundbrief.blogspot.com/
https://ifn-bonnregion.jimdofree.com/
(Hier findet man den Link zu den GEBETen der Religionen online.)

(Diesen Rundbrief schrieb ich am 27.-29.03.2020 zu Hause in Siegburg.)