Interreligiöser Rundbrief für Köln/Bonn und Umgebung Nr. 116 – Nachtrag
(21.9.2005)
Liebe Leserinnen und Leser,
in Köln gibt es im Oktober zwei Jubiläen, nämlich das 20-jährige der DITIB und das 50-jährige der Bahá’i-Gemeinde Köln, zu denen ich beiden Gemeinschaften herzlich gratuliere. Erster lädt auch zu einem Tag der offenen Tür am 2.10. an. Siehe dazu unten Punkt 4.
Hier folgen nun noch eine Korrektur und fünf Ergänzungen:
1. Gebet der Religionen in Köln am 28.9. und in Bonn am 27.92005 1
2. Fotoausstellung „Interkulturelles Bonn“ im EMFA-Büro 2
3. Ausstellung „Ansichten Christi“ in Köln noch bis zum 2.10.2005 2
4. Tag der offenen Tür bei der DITIB in Köln am 2.10.2005 3
5. Interreligiöser Dialog zwischen Frauen – Veranstaltungsreihe des internationalen Frauenzentrums Bonn e.V. 4
6. Mühleimer Nahostgespräche – Antisemitismus in der arabischen Welt? am 19.11.2005 4
1. Gebet der Religionen in Köln am 28.9. und in Bonn am 27.92005
Anders als im interrel. Rundbrief Nr. 115 angekündigt, findet das Gebet der Religionen in Köln in diesem Jahr NICHT am 3.10., SONDERN am 28.9. statt.
Annette Esser schreibt dazu:
„Unser diesjähriges Gebet der Religionen in Köln wird am 28.September um 18
Uhr in der Antoniterkirche stattfinden. Das Thema greift die interreligiöse
Aktion "Weißt du wer ich bin?" auf, die von jüdischen, christlichen und
islamischen Organistationen initiiert wurde. Interessierte Mitarbeiter
können sich mich oder an Dorothee Schaper wenden.“
Und
„Grundsätzlich hatten wir hier in
Köln auch entschieden, dass das Gebet der Religionen immer am 3. Oktober
stattfinden soll. Dieses Jahr liegt das allerdings in den Herbstferien. So
hat Dorothee Schaper vorgeschlagen, dass das Gebet der Religionen in diesem
Jahr am 28. September stattfinden soll.“
Die Gebete der Religionen in Bonn finden wie angekündigt am 27.9.2005 ab 19 Uhr in der Krypta der Kreuzkirche statt.
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2. Fotoausstellung „Interkulturelles Bonn“ im EMFA-Büro
Die Fotografin Cynthia Rühmekorf zeigt derzeit im Büro der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit in der Münsterstraße 1 (Eingang aber vom Florentiusgraben her) in Bonn 21 meisterhafte Schwarz-weiß-Fotos, die die ethnische Vielfalt Bonns stimmungsvoll portraitieren.
Ich weiß jetzt nicht genau, bis wann die Ausstellung andauert, aber auf jeden Fall noch bis Ende September.
Hier ist die Internatadresse der Fotografin: http://www.ruehmekorf.com
Und hier die von der EMFA: http://www.migration-bonn.de
**
3. Ausstellung „Ansichten Christi“ in Köln noch bis zum 2.10.2005
(zugesch. von Erhard Dischler)
ENDSPURT: EINMALIGE AUSSTELLUNG „ANSICHTEN CHRISTI“ IST NOCH BIS 2.
OKTOBER ZU SEHEN
PEK (050916) - Nur noch bis zum 2. Oktober ist im Kölner
Wallraf-Richartz-Museum – Fondation Corboud die Ausstellung
„Ansichten Christi“ zu sehen, die mit 90 Hauptwerken der europäischen
Kunstgeschichte faszinierende Einblicke in die Geschichte der
Christusdarstellung von der Antike bis zum 20. Jahrhundert bietet.
Die einmalige Schau wurde anlässlich des Weltjugendtages aus
Beständen in aller Welt zusammengestellt. Einige dieser Kunstwerke
werden nie mehr zu Ausstellungszwecken ausgeliehen. Unter den
Exponaten gibt es zahlreiche sensationelle Kunstwerke. Dazu zählen
das überaus kostbar gerahmte Mandylion (Kopie eines „Selbstporträts“
Christi, 13. Jahrhundert) aus Genua, Fra Angelicos erschütternder
„Christus mit der Dornenkrone“ (um 1450) aus Livorno und eine
russische Ikone des „Erlösers mit dem nassen Bart“ (16. Jahrhundert)
aus St. Petersburg. Weiterhin sind Michelangelos Marmorrelief der
„Pietà“ (Mitte 16. Jahrhundert) aus Rom und El Grecos „Auferstehung
Christi“ (um 1600) aus Madrid zu sehen. Bilder aus dem 20.
Jahrhundert wie die einzige jemals von Picasso gemalte „Kreuzigung“
(1930) aus Paris und Andy Warhols leuchtende „Crosses (Twelve)“
(1981-82) aus Pittsburgh zählen ebenfalls zu den Highlights. –
Information: Stadt Köln, Museumsreferat / Öffentlichkeitsarbeit, Tel.
02 21/2 21-2 23 34. - Wallraf-Richartz-Museum - Fondation Corboud,
zwischen Rathaus und Gürzenich, 50667 Köln, geöffnet dienstags 10 bis
20 Uhr, mittwochs bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags 11
bis 18 Uhr. Eintritt 10 Euro, ermäßigt 6 Euro, Kinder bis zu 16 Jahren
in Begleitung ihrer Eltern haben freien Eintritt. Telefonische
Anmeldungen für Gruppen und Führungen sind erforderlich unter 02 21/2
21-2 65 04, E-Mail museen@stadt-koeln.de [1];
www.museenkoeln.de/ansichtenchristi [2]
**
4. Tag der offenen Tür bei der DITIB in Köln am 2.10.2005
(Zugsch. von Rıdvan Çakir)
Köln, 13.09.2005
Sehr geehrte Damen und Herren !
Wir beehren uns, Sie zu unserer feierlichen Veranstaltung „20. Gründungsjahr der DITIB und Tag der offenen Tür“ herzlich einzuladen.
Rıdvan ÇAKIR
Präsident der DITIB
Ort:
Subbelrather Str. 17, 50823 KÖLN
Datum:
02.10.2005
Zeit:
11.00 Uhr
20 Jahre für Dialog, Integration und Frieden
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5. Interreligiöser Dialog zwischen Frauen – Veranstaltungsreihe des internationalen Frauenzentrums Bonn e.V.
Beim Versuch, das Programm in diese Datei zu kopieren, hängte sich der Rechner eben auf und machte eine Stunde Arbeit zunichte. Bevor mir das noch einmal passiert verweise ich einfach auf diese Internetseite: http://www.ifzbonn.de/interrelig.dialog2.htm
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6. Mühleimer Nahostgespräche – Antisemitismus in der arabischen Welt? am 19.11.2005
(zugesch. von Dirk Ansorge)
Antisemitismus in der arabischen Welt?
Traditionslinien und Brüche zwischen Orient und Okzident
6. Mülheimer Nahost-Gespräch
Samstag, 19. Nov., bis Sonntag, 20. November 2005
Mülheim an der Ruhr, Katholische Akademie des Bistums Essen "Die Wolfsburg"
Kurzbeschreibung:
In die Kritik am Staat und an der Politik Israels mischen sich nicht selten antisemitische Stereotypen. Dies gilt für Europa ebenso wie für die arabische Welt. Übersetzungen von Hitlers “Mein Kampf” erleben in der arabischen Welt steigende Auflagenzahlen; Bücher wie “Die Matzen von Zion” verbreiten antisemitische Stereotypen. Fernsehserien wie “Reiter ohne Pferd” (Ägypten 2002) stützen sich auf die antisemitischen Fälschungen der “Protokolle der Weisen vom Zion”.
Andererseits haben in der arabischen Welt Juden und Muslime Jahrhunderte lang zusammen gelebt. Ritualmordvorwürfe begegnen hier erst im 19. Jahrhundert. Ist also der Antisemitismus in der arabischen Welt ein Import aus der christlichen Tradition Europas? Welche Rolle spielen bei der Rezeption des rassistischen Antisemitismus die politischen Entwicklungen im Nahen Osten? Nicht jede Kritik an Israel ist gleich Antisemitismus. Welchen Umfang und welche Bedeutung also hat der Antisemitismus in der arabischen Welt? Wie verbreitet ist er nicht nur unter Muslimen, sondern auch unter Christen?
Das 6. Mülheimer Nahost-gespräch will Phänomene und Ursachen des Antisemitismus in der arabischen Welt analysieren. Welche Kontinuitäten gibt es und welche Brüche hat der Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert im Spannungsfeld von Okzident und Orient, Christentum und Islam durchlaufen? Lassen sich religiöse, rassistische und politische Dimensionen des Antisemitismus in der arabischen Welt unterscheiden – und wenn ja, welche? Vorträge und Gespräche sollen die komplexen Zusammenhänge verstehen helfen.
Themen und Referenten:
· Vom Antizionismus zum Antisemitismus: Erscheinungsformen und Motive der Judenfeindschaft in der arabischen Welt
Dr. Jochen Müller, Islamwissenschaftler, Direktor des Middle East Media Research Institute (MEMRI), Berlin
· Die Rolle der Christen bei der Vermittlung antisemitischer Stereotypen in die arabische Welt (19. Jahrhundert)
Prof. Dr. Bernard Heyberger, Equipe Monde Arabe et Méditerrannée, Université François Rabelais, Tours, Directeur d’Etudes, Ecole Pratique des Hautes Etudes, Sorbonne, Paris
· Importierter Antisemitismus? Die Religion des Islam und die Rezeption der “Protokolle der Weisen vom Zion” in der arabischen Welt
Prof. em. Dr. Stefan Wild, Islamwissenschaftler, Universität Bonn
· Antisemitismus und Antizionismusin der arabischen Welt aus christlich-theologischer Perspektive
Prof. Dr. Dr. Samir Khalil Samir SJ, Theologe und Philosoph, Universität Saint Joseph, Direktor des Forschungszentrums CEDRAC (Centre de documentation et de recherches arabes chrétiennes), Beirut
· Antisemitismus und Holocaust-Rezeption in der arabischen Welt
Dr. Omar Kamil, Historiker, Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig, Lehrbeauftragter in Haifa, an der Hebräischen Universität Jerusalem und am Dartmouth College Newhampshire (USA)
Tagungsleitung:
Dr. Dirk Ansorge, Mülheim an der Ruhr
George Khoury, Deutsche Welle, Bonn
Ein detailliertes Programm (Ablauf, Kosten, Anreise,...) kann angefordert werden bei:
"Die Wolfsburg"
Katholische Akademie des Bistums Essen
Falkenweg 6 - D-45478 Mülheim an der Ruhr
Telefon +49 208 999190
Telefax +49 208 99919110
Als pdf-Datei ist das Programm auch über die Homepage der Akademie erhältlich:
www.die-wolfsburg.de
Vielen Dank für die Verbreitung der Tagungsankündigung!
- Dirk Ansorge -
Dr. Dirk Ansorge
Dozent
"Die Wolfsburg"
Katholische Akademie des Bistums Essen
Falkenweg 6 - D-45478 Mülheim an der Ruhr
Telefon +49 208 99919205
Telefax +49 208 99919110
eMail: dirk.ansorge@bistum-essen.de
Homepage: www.die-wolfsburg.de
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Das war es wieder.
Herzliche Grüße und einen schönen Herbstanfang!
Ihr/Euer Michael A. Schmiedel
Hier finden Sie Informationen und Reflexionen zum interreligiösen Dialog in Bonn und Umgebung. Termine werden hier nicht mehr eingestellt, sondern spontan per E-Mail an Interessierte weitergeleitet. Verantwortlich für diese Seite ist Dr. Michael A. Schmiedel. Kontakt über: michael.a.schmiedel [] gmx.de
Mittwoch, September 21, 2005
Freitag, September 02, 2005
Interreligöser Rundbrief Nr. 116
Niemand wird im Grab eines anderen beerdigt.
islamisches Sprichwort
Interreligiöser Rundbrief für Köln / Bonn und Umgebung Nr. 116
( 2.9.2005 )
Interreligiöser Rundbrief für Köln / Bonn und Umgebung Nr. 116. 1
I. Editorial mit ein paar Gedanken zum Weltjugendtag. 2
II. Veranstaltungshinweise. 3
II.1. Veranstaltungen unter Mitwirkung von Religions for Peace / WCRP Köln/Bonn. 3
Ergänzende Angaben zu drei im Interrel. Rb. Nr. 115 angekündigten Veranstaltungen. 3
II.1.a. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 6. September 2005. 3
Muslime und wir - Frauensichten auf den Islam.. 3
II.1.b. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 20. September 2005. 4
Muslime und wir - Inhalte islamischer Erziehung an öffentlichen Schulen. 4
II.1.c. Interreligiöser Gesprächskreis am 6. Oktober 2005. 4
II.2. Exkursionen des Wissenschaftsladens Bonn e.V. und des AK Religiöse Topographie Köln/Bonn e.V. 5
II.2.a. Zum Bahá’i´-Zentrum, Koblenzer Str. 82 in Bonn-Bad Godesberg. 5
Samstag, 3.9.2005. 5
II.2.b. Zur Evangelischen Freikirche Bonn, Newtonstraße 1, Bonn. 5
Samstag, 5.11.2005. 5
II.2.c. Islamische Hochschulvereinigung c/o Muslimischer Sozialbund (MSB), Adenauerallee 13, Bonn. 5
Samstag, 26.11.2005. 5
II.3. Mein Vortrag über Buddhismus und Gewalt am 13.9.2005. 6
„Buddhismus und Gewalt“ Di. 13.09.2005, WiLA Bonn. 6
II.4. Interkulturelle Woche 2005 in Bonn. 6
II.5. Ausstellung: Eine Frage des Glaubens. Religiöse Vielfalt in Köln. 7
II.5. Veranstaltungen über den Islam unter Beteiligung des Katholischen Bildungswerkes Bonn. 7
II.5.a. Die „Familienehre“ im islamischen und christlichen Bereich. 8
II.5.b. Vortragsreihe: Wie der Islam die Kulturen prägt 8
II.5.b.1. Die Zyklen des Lebens im Erleben der arabischen, iranischen, türkischen Muslime. 8
Dienstag, 27. September, 8
II.5.b.2. Staat und Religion in Persien, Arabien, Türkei 8
Dienstag, 11. Oktober 2005, 8
II.5.b.3. Die Auslegung des Korans in den unterschiedlichen Rechtsschulen. 9
Dienstag, 25. Oktober 2005, 9
II.5.b.4. Die Sprache des Koran als kulturelle Klammer der Muslime im Vorderen Orient 9
Mittwoch, 2.November 2005, 9
II.5.b.5. Kunst und Kultur in islamischen Ländern. 9
Dienstag, 8. November 2005, 9
II.5.b.6. Die politische Theorie des Islam.. 9
Dienstag, 15. November 2005, 9
II.5.b.7. Die Möglichkeit einer zivilen Gesellschaft aus dem Geist des Islam.. 9
Mittwoch, 23. November, 9
II.5.b.8. Der Schrecken Gottes. 9
Montag, 28.November 2005, 9
II.6. Öffentlichen Akademietagung der Akademie forum masonicum e.V. am 22.10.2005 in Köln. 9
III. Literaturtipps. 11
III.1. Hamid Reza Yousefi/Ina Braun: Interkulturelles Denken oder Achse des. 11
Bösen. 11
III.2. ZIF (Hg.). Ein einziges Wort und seine große Wirkung. 12
IV. Presselink. 12
IV.1. NZZ-Artikel: Offenbarung ist überall am Werk. Religiöse Bindestrich-Kulturen von Manuel Gogos. 12
V. Zentrum für Religion und Gesellschaft an der Universität Bonn gegründet. 13
VI. Off-Topic: Musikrezensionen. 13
VI.1. Konzertrezension: Geraldine MacGowan & Band in der Brotfabrik in Bonn-Beuel am 15.6.2005. 13
VI.2. CD-Rezension: Puliners. in Publin. 16
VI.3. CD-Rezension: Tosnu. Tosnu. 17
VI.4. CD-Rezension: Flaxmill. all it takes... 18
VII. Und noch’n Gedicht 19
VII.1. Wie friedlich fallen die Sonnenstrahlen. 19
I. Editorial mit ein paar Gedanken zum Weltjugendtag
Liebe Leserinnen und Leser,
nun habe ich im Interrel. Rb. Nr. 115 gar keinen Redaktionsschluss angegeben, aber es kamen so viele Veranstaltungshinweise, dass ich kurzerhand einen neuen Hauptrundbrief, die Nr. 116, herausgebe. Darin wiederhole ich die noch zukünftigen Termine aus der Nr. 115 nicht, so dass ich darum bitte, die Nr. 115 auch noch im Auge zu behalten. Die beiden Termine des spontanen Ergänzungsrundbriefes vom 1.9. sind hier aber noch einmal enthalten. Wer noch Termine hat, schicke sie mir bitte bis zum 10.9.2005 oder dann bis Ende September für einen eventuellen Ergänzungsrundbrief zu, ansonsten soll der nächste Hauptrundbrief frühestens Ende Oktober kommen, und vielleicht bin ich bis dahin ja auch mit der Dissertation fast fertig.
Noch immer wirkt in mir der Weltjugendtag nach, dem ich abgesehen von einer kleinen Tätigkeit als Gästelotze, bei der ich einigen Pilgern den Weg zu ihrem gewünschten Zielort zeigte, nur als Zaungast beiwohnte, teils im Gewimmel der jungen Pilger, teils am Fernseher. Und ich muss sagen, dass mich diese jungen Pilger begeisterten, vor allem deshalb, weil sie trotz der Massenaufläufe fröhlich, gelassen und diszipliniert wirkten. Und für mich als ein Flaggenfreund, war dieses Meer aus nationalen, regionalen und anderen Fahnen eine Augenweide, auch wenn ich lange nicht jede kannte: wussten Sie z.B., dass die blaue Flagge mit dem goldenen Hahn darauf die von Friaul ist? Das musste ich auch mal fragen. Und die Musik überall, sei es in der Bahn, sei es auf Plätzen und Wiesen oder in den Straßen: ich genoss es aus vollen Zügen. Die Pilger brachten ihre Musikstile aus aller Welt mit, Volks- und Weltmusik im besten Sinne. Aber auch der Stadt Bonn sei für die Konzerte am 15.8. abends zwischen 22 und 24 Uhr auf Münster-, Markt- und Friedensplatz ein großes Kompliment ausgesprochen: außer unseren heimischen Bands, der Schäl Sick Brass Band und Le Clou spielten Tinariwen aus Mali (die das Titelbild vom Folker! 4/2005 zieren), Ahimsa aus Indien, die Latin Culture Brass Band aus Curacao und Didges Brew aus Berlin und tauchten die Stadt eine regelrechte Weltmusikfestivalstimmung (fast so schön wie in Rudolstadt: vgl. http://www.folker.de/200505/1415jahretffrudolstadt.htm).
Sicher kam in mir der Gedanke auf, wie wunderbar es doch wäre, wenn das keine rein römisch-katholische Veranstaltung wäre, mit ein paar anderen Religionsgemeinschaften als - wohl verstanden wichtiges, aber dennoch - Randprogramm, sondern eine echte interreligiöse, somit ein echter Weltjugendtag. Aber man darf sich nichts vormachen: Die Weltjugendtage sind Missionsveranstaltungen, in erster Linie für die Mission nach innen, aber auch die waren willkommen, „die noch (!) nicht getauft sind“. Im Mittelpunkt des Spektakels stand nun auch Papst Benedikt XVI., „Bene-detto“. Nein, ich halte das gar nicht für einen Personenkult, denn es stand meinem Eindruck nach nicht Josef Ratzinger im Fokus der Begeisterung, sondern der Papst im Sinne des Amtes. Der und sein Stab erwiesen sich nun auch als Zeremonienmeister par exellence, als Magistri ludi, denn das Heilige Schauspiel auf dem Marienfeld bei Frechen sucht seines gleichen vergeblich. Und wieder gilt meine Bewunderung den jungen Pilgern, die dort eine feucht-kühle Nacht verbrachten. Das Erlebnis wird sich ihnen einprägen und wichtig für ihr Leben bleiben. Interreligiös, ohne eine solche Zentralfigur, die für die Gläubigen für Wert und Orientierung steht, und ohne die gemeinsame metaphysische Lehre ließe sich so etwas meinem Verständnis nach nicht durchführen.
Im Diskurs über den Papstbesuch tauchte ja auch immer das von ihm mehrfach erwähnte Thema des Relativismus auf. Glaubensinhalte dürfe man nicht relativieren, sondern es gebe unumstößliche Werte. Ich bin kein Kenner der Schriften Ratzingers. Mein Verdacht geht aber dahin, dass er Relativismus mit Beliebigkeit gleich setzt. Relative Werte könne man nach belieben und Gutdünken je nach Zeitgeist und Geschmack ändern. So gemeint, möchte ich ihm zustimmen, dass auf solch beliebigen Werten keine gute Gesellschaft aufgebaut werden kann. Ich frage aber anders: Können relative Wesen, die wir Menschen nun mal sind, wirklich absolute Werte haben? Oder bewegen sich nicht alle Werte und Vorstellungen in Relationen zwischen Subjekten und Objekten, zwischen verschiedenen Subjekten und auch zwischen Subjekten und Lebensumständen. Sicher mag es Werte geben, die vor 100 000 Jahren und heute, die für Europäer und Ostasiaten, für Schamanen und Christen, für kleine Mädchen und alte Männer gleichermaßen gültig sind oder sein sollten. Aber verlässt man mit der Feststellung anthropologischer Konstanten gleich den Bereich des Relativen? Und konkret gefragt: Gehört das Geheimnis des Glaubens der Umwandlung von Brot in den Leib Christi zum relativen oder zum absoluten Bereich? Ist es ein nicht zu relativierender Wert, Protestanten aus der Eucharistie auszuschließen? Ich bin kein Dogmatiker, sondern lediglich Fundementaltheologienebenfächler und vor allem Religionswissenschaftler und lasse diese Fragen daher unbeantwortet.
Aber wie auch immer, ich halte solche internationalen, wenn schon nicht interreligiösen Jungendtreffen für einen Beitrag zum Weltfrieden, der auch die hohen Kosten rechtfertigt. Und für uns Bonner, Kölner und Düsseldorfer wirkte die Stadt in der Woche danach seltsam leer, und ich freute mich, hier und da noch einen der blauen Pilgerrucksäcke zu sehen.
Zum Glück oder Gott sei Dank brach kein Unwetter und auch kein Attentat über die Veranstaltung herein, was man vom Alpenrand, von Louisiana und von Bagdad leider nicht behaupten kann. Die globale Erwärmung bringt die Atmosphäre, die Angst vor einem Selbstmordattentäter eine Pilgermenge in Aufruhr. Wir Menschen sind uns oft wirklich selbst und gegenseitig das größte Problem, durch unsere Abgase, unsere kriminelle Energie und unsere Panik. Nein, ich beschwöre nicht den Weltuntergang herauf, aber Sorgen mache ich mir da schon. Wer nicht? Und ich habe doch tatsächlich eine Utopie, der ich nachhänge, nach welcher es möglich ist, durch Bildung der eignen kognitiven und moralischen Fähigkeiten den Lauf der Welt doch noch zum Guten zu lenken. Die Veranstaltungen, auf die ich hier aufmerksam machen darf, zielen genau darauf ab. Aber lesen Sie selbst:
II. Veranstaltungshinweise
II.1. Veranstaltungen unter Mitwirkung von Religions for Peace / WCRP Köln/Bonn
Ergänzende Angaben zu drei im Interrel. Rb. Nr. 115 angekündigten Veranstaltungen
II.1.a. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 6. September 2005
Muslime und wir - Frauensichten auf den Islam
Kursnummer 1305
Kursleitung: M.A. Karimah K. Stauch ,Dr. Jeannette Spenlen
Di. 06.09.2005, 18.00 - 19.30
Kursort: VHS in Bad Godesberg, City Terrassen, Michaelplatz 5 Raum V1
Kursgebühren: frei
in Zusammenarbeit mit der Weltkonferenz der Religionen für Frieden- Regionalgruppe Köln - Bonn und Deutsche Muslim-Liga Bonn (angefragt)
Muslimische Frauen in Deutschland werden oft als benachteiligt und unterdrückt angesehen. Dies wird als religiös begründet betrachtet. Aber muslimische Frauen haben einen selbstbewussten und kreativen Umgang mit den religiösen Quellen entwickelt und widersprechen diskriminierenden Ansichten. Karimah K. Stauch hat eine empirische Untersuchung zu diesem Thema gemacht und berichtet über neue religiöse Verständnisse gebildeter muslimischer Frauen.
http://www.bonn.de/vhs/
*
II.1.b. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 20. September 2005
Muslime und wir - Inhalte islamischer Erziehung an öffentlichen Schulen
Kursnummer 1306
Kursleitung: Dr. Klaus Gebauer ,Dr. Jeannette Spenlen
Di. 20.09.2005, 18.00 - 19.30
Kursort: VHS in Bad Godesberg, City Terrassen, Michaelplatz 5 Raum V1
Kursgebühren: frei
In Schulen kommt die religiöse und kulturelle Vielfalt zusammen. Für die Gestaltung des Miteinanders ist die Klärung grundsätzlicher Fragen notwendig. Wie sehen die Rollen von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern aus? Wie wird der Umgang mit religiösen Quellen geregelt? Welche Bedeutung haben Riten und Bräuche im Alltag? Der Referent, Dr. Klaus Gebauer, beschäftigt sich seit Jahren mit den Inhalten der islamischen religiösen Unterweisung an öffentlichen Schulen.
http://www.bonn.de/vhs/
*
II.1.c. Interreligiöser Gesprächskreis am 6. Oktober 2005
19.30 – 21.30 Uhr:, bei Lioba von Lovenberg, Argelanderstraße 6, Bonn.
Thema: „Wie können wir unseren eigenen Fanatismus erkennen und überwinden?“ Fortsetzung vom 1.9.2005
Am 1. September fingen wir in einer Dreierrunde an, über das Thema zu reden. Wir stellten uns die Frage, wieso Religionen oder auch Weltanschauungen besonders anfällig für Fanatismen sind und kamen zu dem Schluss, dass zumindest ein wichtiger Grund darin liege, dass Menschen sich mit ihrem religiösen Glauben eine Art Letztversicherung hätten, die so sicher aber gar nicht sei. Viele Menschen seien in Bezug auf ihre Glaubensinhalte sehr empfindlich und hätten Angst, durch die Konfrontation mit anderen Vorstellungen, in ihren eigenen Überzeugungen verunsichert zu werden und dadurch die Letztversicherung zu verlieren. Insofern müsste ein Mensch mit einem zwar inhaltlich festgelegten, aber trotzdem instabilen Glauben anfälliger für Fanatismus sein, als jemand, dessen Glaube stabil ist, dessen Glaubeninhalte aber diskutabel sind. Oft seinen es auch Menschen, die sich sehr an Uneigentlichkeiten ihrer Religion fest hielten, obwohl gerade diese doch Menschenwerk seien, wohingegen der wahre Kern der Religion sich aus einer anderen Quelle als der bloßen menschlichen Erfindungsgabe speise und daher der jenige viel toleranter gegenüber andern Uneingentlichkeiten sei, der im Eigentlichen verwurzelt ist. Da aber die Zugänge zum Eigentlichen (zu Gott, zum Dharma usw.) so unterschiedlich seien, wie die Menschen verschieden seien, müsse man in dieser Hinsicht tolerant sein. Intoleranz sei aber da geboten, wo jemand seine Pflichten gegenüber anderen Menschen vernachlässige. Letztlich sei jeder Mensch vor Gott, dem Dhama usw. selbst verantworltich und sei demzufolge auch nicht verpflichtet, jemand anderem den richtigen Glauben aufzudrücken. In diesem Zusammenhang wurde das über dem Rundbrieftitel zitierte islamische Sprichwort genannt. Wichtig sei auf jeden Fall ein Auseinanderhalten zwischen dem Eigentlichen , dem Absoluten und dem Uneigentlichen, dem Relativen. Wo die Grenze zwischen diesen beiden Größen liege, darüber konnten wir uns in unserem christlich-muslimisch-buddhistisch-humanistischen Gesprächskreis nicht einigen.
Wie wollen das Thema am 6. Oktober fortsetzen, da wir der eigentlichen Frage, wie man denn erkennen könne, ob man selber fanatisch sei und was man dann dagegen machen könne, noch nicht zur Genüge nachgegangen sind. Ein paar mehr Gesprächsteilnehmer sind dringend willkommen, um die Perspektivenvielfalt zu erhöhen und mehr Menschen in den Genuss eines friedlichen Gesprächs über die letzten Dinge kommen zu lassen.
**
II.2. Exkursionen des Wissenschaftsladens Bonn e.V. und des AK Religiöse Topographie Köln/Bonn e.V.
II.2.a. Zum Bahá’i´-Zentrum, Koblenzer Str. 82 in Bonn-Bad Godesberg
Samstag, 3.9.2005
14-17,15 Uhr
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II.2.b. Zur Evangelischen Freikirche Bonn, Newtonstraße 1, Bonn
Samstag, 5.11.2005
14-17,15 Uhr
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II.2.c. Islamische Hochschulvereinigung c/o Muslimischer Sozialbund (MSB), Adenauerallee 13, Bonn
Samstag, 26.11.2005
14-17,15 Uhr
Die Teilnahmegebühr beträgt jeweils 10,- Euro
Wer teilnehmen möchte muss sich nicht anmelden, Krischan Ostenrath würde wegen der Planung aber ein kurzes Bescheidgeben per E-Mail begrüßen: krischan.ostenrath@wilabonn.de
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II.3. Mein Vortrag über Buddhismus und Gewalt am 13.9.2005
Mein Vortrag über Buddhismus und Gewalt findet nicht am 18.10.2005, sondern schon am Dienstag dem 13.9.2005 statt. Ich hatte mir das falsch notiert.
Also:
„Buddhismus und Gewalt“ Di. 13.09.2005, WiLA Bonn
Di., 13.09.2005 WiLA Bonn „Buddhismus und Gewalt“
Während sich die Geschichte und auch die Gegenwart der monotheistischen Weltreligionen nicht selten als gewaltbelastet darstellt, scheint der Buddhismus immun gegen dieses Phänomen zu sein. Der Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit fragt nach faktischer Gewalt und dem Ideal der Gewaltlosigkeit innerhalb der buddhistischen Kulturen. Dabei wird an Fallbeispielen zu zeigen sein, dass auch die zweieinhalbtausendjährige Kulturgeschichte des Buddhismus nicht frei ist von religiös legitimierter Gewalt.
18.00-20.15 Uhr, Wissenschaftsladen Bonn, Buschstraße 85, 53113 Bonn, kostenlos
http://www.wila-bonn.de
Die anderen Vortragstermine bleiben hoffentlich. Vgl. http://schmiedelvortraege.blogspot.com/
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II.4. Interkulturelle Woche 2005 in Bonn
Das Programm findet man im Internet als PDF-Datei unter:
http://www.migration-bonn.de
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II.5. Ausstellung: Eine Frage des Glaubens. Religiöse Vielfalt in Köln
(zugesch. von Eberhard Wegner, http://home.arcor.de/ebwegner/)
Eine Frage des Glaubens. Religiöse Vielfalt in Köln
7. August bis 2. Oktober 2005
Zum Weltjugendtag im August werden knapp eine Million Besucher aus aller Welt in Köln erwartet. Die Vorbereitungen zu diesem Fest laufen schon lange auf Hochtouren. Grund genug, sich einmal eingehend mit dem Facettenreichtum Kölner Glaubensgemeinschaften innerhalb und außerhalb des Christentums zu beschäftigen.
Wie kann man Glauben ausstellen? Mit dieser Frage haben sich 25 EthnologiestudentInnen der Universität zu Köln im Rahmen eines Seminars unter Leitung von Dr. Clara Himmelheber beschäftigt. Ab dem 7. August werden ihre Ergebnisse als Fotoausstellung im Treppenhaus des Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde gezeigt: Aus der Vielzahl der in Köln beheimateten Glaubensgemeinschaften werden 25 Gruppen anhand einer kurzen Beschreibung näher vorgestellt und durch ein Bild und ein Zitat je eines praktizierenden Laien veranschaulicht.
Über Monate hinweg haben die StudentInnen dafür Kontakte zu den Gruppen gepflegt, an Gottesdiensten, Tempeleinweihungen, Taufen, Stammtischen und Festen teilgenommen und Gespräche mit ihren Mitgliedern geführt. So konnten sie einen Einblick in die religiösen Praktiken gewinnen und sich ein detailliertes und differenziertes Bild von den Gemeinschaften machen.
Neben den wohl bekanntesten und in Köln präsentesten Gruppen - katholische und evangelische Christen, Muslime, Juden, Buddhisten und Hinduisten - werden auch kleinere Gemeinschaften wie die Bahai, die Sikhs, die Jesusfreaks, die Heilsarmee und die Neuen Heiden vorgestellt. Die Ausstellung richtet sich damit nicht nur an alle, die gerne mehr über die religiöse Vielfalt in Köln erfahren möchten.
Rautenstrauch-Joest Museum
Museum für Völkerkunde
Ubierring 45, 50678 Köln
Tel. 0221-33694-0
Fax 0221-33694-10
E-Mail rjm@rjm.museenkoeln.de
http://www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/
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II.5. Veranstaltungen über den Islam unter Beteiligung des Katholischen Bildungswerkes Bonn
(zugeschickt von Rainer Kaps vom KBW Bonn):
II.5.a. Die „Familienehre“ im islamischen und christlichen Bereich
Mo., 3.Oktober 2005,
10.00 Uhr An der Esche
Herr Nadir Moubarrid, (Muslim), Sabine Cornelissen, angefr. (Christin)
Zwangsheirat, Ehrenmorde, Gewalt gegen Frauen in türkischen Familien, die in Deutschland leben, haben die Öffentlichkeit stark irritiert. Als Grund geben die Täter immer wieder die Wiederherstellung der Familienehre an. Obwohl ein Großteil der türkischen Gemeinde in Deutschland Ehrenmorde und Gewalt im Namen der Familienehre ablehnt, löst das Thema viele Ängste bei Deutschen aus. Was bedeutet Familienehre wirklich? Lässt sich Mord und Gewalt mit dem Islam begründen? Welchen Stellenwert hat Familienehre umgekehrt im Abendland und was lässt sich aus christlicher Perspektive dazu sagen?
Kooperation: Ev. Migration- und Flüchtlingsarbeit Bonn, Moschee an der Esche, AK Christen und Muslime
Dienstag, 3. Oktober 2005, 10.00 bis 12.15 Uhr
Moschee an der Esche
II.5.b. Vortragsreihe: Wie der Islam die Kulturen prägt
Vortragsreihe im Projekt „Der neue Orient“ der Rheinland AG der Städte Duisburg, Düsseldorf, Köln und Bonn
Anders als im weithin säkularisierten Europa sind Kultur und Alltag im Orient durch und durch religiös geprägt. Wer daher den kulturellen Einfluss des Islam in verschiedenen Bereichen kennt, hat einen Schlüssel zum Verständnis des Orients. In diesem Sinn wollen die folgenden Veranstaltungen durch fundierte und differenzierte Informationen das westliche Wissen und Bild vom Orient bereichern und vertiefen. Parallel zur Vortragsreihe findet im Kunstmuseum Bonn vom 15. September an die Ausstellung „Sprachen der Wüste“ – Zeitgenössische Kunst aus des Golfstaaten statt. Veranstaltungsort einiger Vortragsveranstaltungen ist deshalb das Auditorium des Kunstmuseums.
Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe:
Kulturamt der Stadt Bonn, Ev. Forum Bonn, Deutsche Welle
II.5.b.1. Die Zyklen des Lebens im Erleben der arabischen, iranischen, türkischen Muslime
Dienstag, 27. September,
20 Uhr, Kunstmuseum Bonn
Hamideh Mohagheghi (Hannover) und Rabea Müller (Köln)
II.5.b.2. Staat und Religion in Persien, Arabien, Türkei
Dienstag, 11. Oktober 2005,
18 Uhr , Kunstmuseum Bonn
Professor Dr. Stefan Wild (Bonn)
II.5.b.3. Die Auslegung des Korans in den unterschiedlichen Rechtsschulen
Dienstag, 25. Oktober 2005,
20 Uhr, Kunstmuseum Bonn
Professor Dr. Nasr Abu Zayd (Leyden)
II.5.b.4. Die Sprache des Koran als kulturelle Klammer der Muslime im Vorderen Orient
Mittwoch, 2.November 2005,
20 Uhr
Professor Dr. Stephan Conermann (Bonn)
II.5.b.5. Kunst und Kultur in islamischen Ländern
Dienstag, 8. November 2005,
20 Uhr, Kunstmuseum
Professor Hamdi el Attar (Berlin)
II.5.b.6. Die politische Theorie des Islam
Dienstag, 15. November 2005,
20 Uhr, Kunstmuseum
Professor Dr. Stefan Leder (Halle)
II.5.b.7. Die Möglichkeit einer zivilen Gesellschaft aus dem Geist des Islam
Mittwoch, 23. November,
20 Uhr, Haus der ev. Kirche, Adenauerallee 37
Dr. Georges Tamer, Uni Erlangen-Tübingen
II.5.b.8. Der Schrecken Gottes
Montag, 28.November 2005,
20 Uhr, Gangolfstraße 14
Dr. Navid Kermani
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II.6. Öffentlichen Akademietagung der Akademie forum masonicum e.V. am 22.10.2005 in Köln
(Zugesch. v. Dieter L. Ney)
Öffentlichen Akademietagung der Akademie forum masonicum e.V.
in Zusammenarbeit mit den Freimaurerlogen Albertus Magnus und Ver sacrum
und der Freimaurerinnenloge Sci viam
22. Oktober 2005 im Kölner Logenhaus
Hardefuststr. 9, 50677 Köln
Anti-Judaismus, Anti-Semitismus, Anti-Zionismus, Anti-Israelismus
Vier Worte - ein Unrecht
nach jedem Vortrag: kurze Pause und Disskusion mit den Referenten
Tagungsablauf
9:45 Uhr Begrüßung
10:00 Uhr - Anti-Judaismus - Katja Kriener
Landespfarrerin der Evangelischen Kirche im Rheinland
für das christlich-jüdische Gespräch in der Studienstelle
"Christen und Juden"
11:30 Uhr - Anti-Semitismus - Prof. Dr. Wolfgang Benz
Publizist, Historiker, Direktor des Zentrums für
Antisemitismusforschung, Berlin
13:00 Uhr Mittagspause
14:30 Uhr - Anti-Zionismus, Anti-Israelismus - Prof. Dr. Micha Brumlik
Publizist, Pädagoge, Leiter des Studien- und
Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung
des Holocaust (Fritz-Bauer-Institut), Frankfurt am Main
16.30 Uhr - 17:15 Uhr - Podiumsdiskusion
19:30 Uhr - "Ikh hob dikh tzu fil lib"
Jüdische Liebeslieder und Klezmermusik
vom Klezmertrio "Trezmorium"
Eva Kraeft - Gesang, Carola Jeschke - Klarinette, Bassklarinette
Jürgen Ostmann - Akkordeon
Gebühr für Vorträge und Abendveranstaltung - 10 Euro
nur Abendveranstaltung - 5 Euro
Mitglieder sind hievon befreit
Antijudaismus, Antisemitismus, Antizionismus und Antiiraelismus sind vier Begriffe, die noch heute - oft in versteckter Form - benutzt werden, um jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen zu diskriminieren und auszugrenzen. Das dahinter stehende Denken und Verhalten fügt diesen Menschen ein unüberbietbares Unrecht zu und dient offensichtlich dazu, die Schuld des NS-Staates an der millionenfachen Enteignung, Vertreibung und schließlich Ermordung deutscher Juden im sogenannten "Dritten Reich" zu verdrängen, zumindest zu relativieren. Hinzu kommt, dass diese vier Begriffe häufig synonym benutzt werden, obwohl sie sehr unterschiedliche Hintergründe haben. Antijudaismus ist die älteste Form der Ausgrenzung von Juden, die bis heute vor allem in der christlichen Gesellschaft tief verankert ist. Antisemitismus ist die "rassistisch" begründete Ablehnung und Ausgrenzung von Juden überhaupt. Unter Antizionismus ist die Diffamierung des Verlangens jüdischer Menschen nach einem eigenen Staat durch Rückkehr in die historischen Siedlungsgebiete zu verstehen. Und Antiisraelismus ist die pauschale Verurteilung der israelischen Politik gegenüber der palästinensischen Bevölkerung, auch wenn diese Politik kritischer Betrachtung bedarf. Die Akademie forum masonicum möchte mit dieser Veranstaltung über die Problematik dieser Begriffe aufklären und damit für eine Versachlichung der Diskussion und für mehr Toleranz im Umgang mit unsereren jüdischen Mitbürgern und Mitbürgerinnen werben.
Die Veranstalter
Die Akademie forum masonicum wurde 1979 von Freimaurern als gemeinnütziger Verein gegründet und behandelt auf ihren Akademietagungen in öffentlichen Vorträgen, Gesprächen und Foren Probleme der Menschen und Gesellschaft unserer Zeit. Sie will dadurch mitwirken am freimaurerischen Auftrag zur Verwirklichung von Humanität.
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III. Literaturtipps
III.1. Hamid Reza Yousefi/Ina Braun: Interkulturelles Denken oder Achse des
Bösen.
(zugesch. von H.R. Youzefi via Yggdrasill-Liste)
Sehr geehrte Damen und Herren,
eben ist der 8. Band der Schriftenreihe "Bausteine zur
Mensching-Forschung" zum Thema Islam erschienen:
Hamid Reza Yousefi/Ina Braun: Interkulturelles Denken oder Achse des
Bösen. Das Islambild im christlichen Abendland (ISBN 3-88309-140-5,
306 Seiten) gebunden € 38,00.
http://www.bautz.de/neuerscheinungen/bausteine8.html
Das Buch hat zum Ziel, die Entstehung und Entwicklung des Islambildes
im christlichen Abendland unter diskurshistorischen Aspekten zu
betrachten, um dieses Bild in seinem gegenwärtigen Zustand gemäß den
Erkenntnissen und Methoden der Interkulturellen Philosophie und der
Angewandten Toleranz auf seine Stimmigkeit und seine Tauglichkeit für
die Zukunft hin zu überprüfen.
Es gibt zwar eine Reihe von Untersuchungen zum europäischen
Verständnis des Islam. Sie behandeln seine Funktionen,
Erscheinungsformen, strukturellen Bedingungen, kognitiven Grundlagen,
seine geistesgeschichtliche Bedeutung und seine normative Basis und
dergleichen. Diese Studien behandeln aber raumzeitlich bedingte
Problemfelder und haben den status quo zum Gegenstand.
Unseres Wissens existiert keine detaillierte Studie zur
Islamrezeption in Europa, die den Ursachen, der Genese, den ersten
Manifestationen und der historischen Entwicklung des negativen
Islambildes gewidmet wäre, und die faktisch aufzeigt, warum Dialoge
kläglich gescheitert sind.
Mit freundlichen Grüßen
Hamid Reza Yousefi
Dr. Hamid Reza Yousefi
Universität Trier
Universitätsring 15
D-54296 Trier
Fachbereich I - Philosophie
Tel.: +49 (0) 651 201 2344 und +49 (0) 6511461784
http://www.bautz.de/interkulturell.shtml
http://www.bautz.de/bausteine.html
http://www.mensching.uni-trier.de/
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III.2. ZIF (Hg.). Ein einziges Wort und seine große Wirkung.
(Zugesch. von Miyesser Ildem)
Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderdung (Hg.)
Ein einziges Wort und seine große Wirkung. Ein einziger Qur’anvers und seine möglichen Interpretationen. Eine hermeneutische Betrachtungsweise zum Qur’an Sure 4 Vers 34. mit Blick auf das Geschlechterverhältnis im Islam.
98 S., 8,95 Euro
Frauenfeindlich oder Geschlechtergerecht?
Mehr Infos in der zusätzlich angehängten PDF-Datei.
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IV. Presselink
IV.1. NZZ-Artikel: Offenbarung ist überall am Werk. Religiöse Bindestrich-Kulturen von Manuel Gogos
(zugesch. von Jeannette Spenlen)
Um das Copyright der Neuen Zürcher Zeitung nicht zu verletzen, belasse ich es hier mit einem Link auf diesen sehr lesenswerten Text meines Kommilitonen Manuel Gogos über die Begegnung von Christentum und Buddhismus und dadurch entstandene christlich-buddhistische „Bindestrich-Identitäten“:
http://www.nzz.ch/2005/08/12/fe/articleCU7YV.html.
Manche von ihnen kennen vielleicht sein Buch über Raimon Panikkar, das ich mal rezensiert habe. Die Rezension können Sie hier lesen:
http://www.fs-rewi.uni-bonn.de/ss/ss11g.htm#t9.
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V. Zentrum für Religion und Gesellschaft an der Universität Bonn gegründet.
An der Universität Bonn wurde ein neues interdisziplinäres Zentrum zur Erforschung der „Wechselwirkungen zwischen den Religionen untereinander und zwischen den Religionen und ihren jeweiligen (inner- und außereuropäischen) Bezugsgesellschaften“ gegründet, mit dem schönen Kürzel ZERG, also ohne W!
Bis vor kurzem stand auf dessen Homepage noch nicht viel, aber jetzt kann man da was lesen, wenn man diesem Link folgt:
http://www.uni-bonn.de/www/zerg/Programm.html
(Ich hätte es beinahe vergessen und danke Sebastian Murken, mich danach gefragt zu haben.)
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VI. Off-Topic: Musikrezensionen
Trotz oder wegen der vielen Arbeit am Schreibtisch nehme ich mir immer wieder die Zeit, Musik zu hören, und nach und nach entwickelt sich das Schreiben darüber zu einer zweiten Profession. Hier nun eine Konzert- und drei CD-Rezensionen:
VI.1. Konzertrezension: Geraldine MacGowan & Band in der Brotfabrik in Bonn-Beuel am 15.6.2005
Geraldine MacGowan sang am Mittwoch, dem 15. Juni 2005 in der Bonner Brotfabrik zusammen in Begleitung ihrer dreiköpfigen Band bestehend aus Eamonn de Barra (Klavier, Flöte), Shane McGowan (Gitarre) und Brian O’Connor (Flöte). Schon von Kindesbeinen an singend, zwischendurch aber ein paar Jahre als Kneipenwirtin ihren Lebensunterhalt verdienend, merkte man ihrer Stimme diese biograpfischen Ereignisse durchaus an, denn sie klang geübt und einfach schön in den meisten Partien, aber erreicht auch ihre Grenzen vor allem in den höheren Tönen. So traf sie den gewollten Ton zu Beginn von “Blackwaterside” nicht, und – so Ralf Wackers Beobachtung – erschrak selbst darüber. Diesen einen Patzer glich sie mit der Ballade “Go from my window” aber mehr als aus, „bei der MacGowans Stimme so samtig glänzt, wie das Fell einer schwarzen Katze, deren Schnurrhaare langsam grau werden“ (Elise Schirrmacher. Rezension der CD „Somewhere along the Road“ in Folker! 5/2004, http://www.folker.de/200405/rezi-eu.htm#02).
Es kamen aber keineswegs nur die Freunde irischen Gesangs auf ihre Kosten, sondern auch die der Instrumentalmusik, denn Eamonn, Shane und Brian beschränkten sich nicht darauf, Geraldines Lieder zu begleiten, sondern bliesen, zupften und schlugen zudem noch einige flotte Tunes, die den Saal zum Beben brachten. Brian erwies sich dabei seinem Vornamensvetter Brian Finnegan von Flook zumindest fast ebenbürtig. Auch Geraldine machte bei den Tunes nicht immer eine Pause, sondern bediente sehr gekonnt die Bodhrán.
In dieser Mischung aus Songs und Tunes, langsamen und schnellen war das Konzert bestens dazu geeignet, irische Musik zu repräsentieren, in all den Stimmungslagen, die wir so an ihr lieben.
Im Anschluss an das Konzert durfte ich Geraldine und Eamonn auch noch interviewen, und den Artikel, den ich daraus zimmerte, kann man im Folker! 5/2005 lesen.
Hier eine Vorschau: http://www.folker.de/200505/05geraldinemacgowan.htm
Hier folgen nun noch ein paar Bilder, die ich an diesem Abend machte:
(Wer die Fotos nicht sehen kann, findet sie hier:
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/)
Geraldine Mac Gowan
Brian O’Connor, Eamonn de Barra, Geraldine Mac Gowan und Shane McGowan
Geraldine MacGowan und Eamonn de Barra
Ralf Wackers, Ellen D. Jeikner und Geraldine MacGowan
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VI.2. CD-Rezension: Puliners. in Publin
Eigenverlag 1996 mit Fotos und wenigen Infos (dt.)
14 Tracks, 44,52 Minuten
Der Name verrät das Programm: Irish Pub Songs im Dubliners-Stil. Dubliners-Epigonen gibt es zu Hauf, auch in Deutschland, und auch die Publiners aus Jena ragen nicht durch sonderlich Eigenarten aus dieser Menge heraus. Songs die jeder kennt, der sich auch nur ansatzweise mit irischer Musik beschäftigt, wie „I’ll tell me ma“, „Whiskey in the jar“, „All for me grog“ und „The auld triangle“ sind auf dieser Scheibe versammelt. Aber, was höre ich da beim „Whiskey in the jar“? Trompeten wie aus einer Mexikoszene eines Westerns? Nun, da drücken sie dem doch einen eigenen Stempel auf. Auch sind einige Instrumentals darauf, darunter auch ein An Dró aus der Bretagne, alles sauber gespielt, nicht sehr fetzig, eher weich, und – ja das muss ich sagen – sehr angenehm zu hören. Fazit: Wenn auch nicht herausragend, so ist diese CD doch ein Beispiel gut gespielter Irish Folk Music, guter Volksmusik eben, nicht mehr und nicht weniger.
Die Publiners bestehen aus
Tim „Latzhose“ Liedert (voc. mand, bj)
Ray „Mutz“ Barra (whistles, bodhrán, voc)
Ekbert „Eki“ Kretzschmar (voc, g. bodhrán)
Mario „Schmied“ Flügel (g. bouz, mandola, voc)
Gerd „The Geige“ (fiddle, mand, voc)
(Na, wo ist denn die Trompete?)
Internetpräsenz:
http://www.polyfolk.de/Katy/musiker/publiners/publiners.html
(Das hier sind Namensvettern aus Norwegen: http://www.publiners.com/, also nicht verwechseln!)
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VI.3. CD-Rezension: Tosnu. Tosnu
Eigenverlag 2004 mit Fotos und Infos (engl.)
12 Tracks 46,42 Minuten
„Tosnu“, eine Zusammenführung der gälischen Wörter „tosaigh“ = „Anfang“ und „nua“ = „neu“ ist der Name des Duos, das aus Audrey Darby und Gunnar Nilson besteht, deren geographische Herkunft mir leider nicht bekannt ist, ah doch, ein Blick auf die Homepage von Flaxmill klärt darüber auf, dass Gunnar in Jena wohnt. Die CD wurde jedenfalls in Dublin eingespielt, aber in Deutschland zu Ende gestaltet. Die Musik besteht hauptsächlich aus traditionellen irischen Liedern, zumeist auf Englisch, zum Teil auf Gälisch gesungen, sowie aus ein paar fröhlich auf der Tinwhistle mit Gitarrenbegleitung gespielten Tunes. Zumeinst singt Audrey, seltener Gunnar, und zwar auf eine feine, schöne Weise, aber großenteils ohne besondere Höhepunkte der Stilistik. Am ehesten fällt mir „The call and the answer“ als ungewöhnlich gesungen auf. Audrey trägt es in dem für religiöse Lieder der Bahá’í typischen jazzigen und zugleich getragenen Weise vor. Ob sie aber Bahá’í ist, geht daraus nicht hervor, das muss ja auch nicht sein, und wenn es so wäre, wäre das ja auch nicht schlimm. Jedenfalls ist es eine schöne Volksmusik, die die beiden da präsentieren, größenteils eher zum Träumen, als zum Tanzen geeignet, eine Musik zum gemütlichen Zuhören.
Eine eigene Internetpräsenz von Tosnu habe ich nicht gefunden, aber hier ist die CD präsentiert: http://www.flaxmill.de/veroeffentlichungen.html
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VI.4. CD-Rezension: Flaxmill. all it takes...
Eigenverlag 2004 mit Fotos und Infos (engl.)
13 Tracks, 55,09 Minuten
Diese Flachsmühle steht an der Saale und zwar in Jena. Die darin gemahlene CD bietet einen vielstiligen Mix traditionell irischer und einiger Musik anderer Provenienz, z.B. schottischer, bretonischer und südfranzösischer. Sie beginnt mit einer getragenen Air auf der Whistle, geht aber bald über in flotte, teils ceilidhgeeignete Tanzmusik, in der Whistle, Fiddle und auch Bouzouki den Ton angeben, begleitet von Gitarre, Bodhrán und anderem. Auch Lieder sind dabei, zumeist langsame Balladen. Da kann dann auch schon mal ein Cello dröhnen, gefolgt von mehrstimmigem Gesang. Eine wirklich schöne CD, der man in gewisser Weise anmerkt, dass sie aus einer der Städte der deutschen Klassik stammt, denn ich könnte mir sehr gut vorstellen, wie Goethe und Schiller am Kamin sitzend dieser Musik lauschen.
Die Band besteht aus:
Gunnar Nilson
Katharina Liborius
Christina Bartl
Marko Schmidt
Toni Schilling
Internetpräsenz: http://www.flaxmill.de
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VII. Und noch’n Gedicht
VII.1. Wie friedlich fallen die Sonnenstrahlen
Wie friedlich fallen die Sonnenstrahlen
durch das Laub meiner Allee,
fern sind die Wasser von New Orleans
und fern die Trauer in Bagdad.
Doch wer weiß, ob ich nicht gerade eingeatmet habe
ein Luftmolekül,
das noch vorgestern ausgeatmet wurde
von einem Krankenhausplünderer im Big Ease
oder einer weinenden Mutter am Tigris?
Michael A. Schmiedel, spontan entstanden, 2.9.2005, 16,25 Uhr
Einen friedlichen Herbst wünschend verbleibt Ihr/Euer
Michael A. Schmiedel
islamisches Sprichwort
Interreligiöser Rundbrief für Köln / Bonn und Umgebung Nr. 116
( 2.9.2005 )
Interreligiöser Rundbrief für Köln / Bonn und Umgebung Nr. 116. 1
I. Editorial mit ein paar Gedanken zum Weltjugendtag. 2
II. Veranstaltungshinweise. 3
II.1. Veranstaltungen unter Mitwirkung von Religions for Peace / WCRP Köln/Bonn. 3
Ergänzende Angaben zu drei im Interrel. Rb. Nr. 115 angekündigten Veranstaltungen. 3
II.1.a. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 6. September 2005. 3
Muslime und wir - Frauensichten auf den Islam.. 3
II.1.b. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 20. September 2005. 4
Muslime und wir - Inhalte islamischer Erziehung an öffentlichen Schulen. 4
II.1.c. Interreligiöser Gesprächskreis am 6. Oktober 2005. 4
II.2. Exkursionen des Wissenschaftsladens Bonn e.V. und des AK Religiöse Topographie Köln/Bonn e.V. 5
II.2.a. Zum Bahá’i´-Zentrum, Koblenzer Str. 82 in Bonn-Bad Godesberg. 5
Samstag, 3.9.2005. 5
II.2.b. Zur Evangelischen Freikirche Bonn, Newtonstraße 1, Bonn. 5
Samstag, 5.11.2005. 5
II.2.c. Islamische Hochschulvereinigung c/o Muslimischer Sozialbund (MSB), Adenauerallee 13, Bonn. 5
Samstag, 26.11.2005. 5
II.3. Mein Vortrag über Buddhismus und Gewalt am 13.9.2005. 6
„Buddhismus und Gewalt“ Di. 13.09.2005, WiLA Bonn. 6
II.4. Interkulturelle Woche 2005 in Bonn. 6
II.5. Ausstellung: Eine Frage des Glaubens. Religiöse Vielfalt in Köln. 7
II.5. Veranstaltungen über den Islam unter Beteiligung des Katholischen Bildungswerkes Bonn. 7
II.5.a. Die „Familienehre“ im islamischen und christlichen Bereich. 8
II.5.b. Vortragsreihe: Wie der Islam die Kulturen prägt 8
II.5.b.1. Die Zyklen des Lebens im Erleben der arabischen, iranischen, türkischen Muslime. 8
Dienstag, 27. September, 8
II.5.b.2. Staat und Religion in Persien, Arabien, Türkei 8
Dienstag, 11. Oktober 2005, 8
II.5.b.3. Die Auslegung des Korans in den unterschiedlichen Rechtsschulen. 9
Dienstag, 25. Oktober 2005, 9
II.5.b.4. Die Sprache des Koran als kulturelle Klammer der Muslime im Vorderen Orient 9
Mittwoch, 2.November 2005, 9
II.5.b.5. Kunst und Kultur in islamischen Ländern. 9
Dienstag, 8. November 2005, 9
II.5.b.6. Die politische Theorie des Islam.. 9
Dienstag, 15. November 2005, 9
II.5.b.7. Die Möglichkeit einer zivilen Gesellschaft aus dem Geist des Islam.. 9
Mittwoch, 23. November, 9
II.5.b.8. Der Schrecken Gottes. 9
Montag, 28.November 2005, 9
II.6. Öffentlichen Akademietagung der Akademie forum masonicum e.V. am 22.10.2005 in Köln. 9
III. Literaturtipps. 11
III.1. Hamid Reza Yousefi/Ina Braun: Interkulturelles Denken oder Achse des. 11
Bösen. 11
III.2. ZIF (Hg.). Ein einziges Wort und seine große Wirkung. 12
IV. Presselink. 12
IV.1. NZZ-Artikel: Offenbarung ist überall am Werk. Religiöse Bindestrich-Kulturen von Manuel Gogos. 12
V. Zentrum für Religion und Gesellschaft an der Universität Bonn gegründet. 13
VI. Off-Topic: Musikrezensionen. 13
VI.1. Konzertrezension: Geraldine MacGowan & Band in der Brotfabrik in Bonn-Beuel am 15.6.2005. 13
VI.2. CD-Rezension: Puliners. in Publin. 16
VI.3. CD-Rezension: Tosnu. Tosnu. 17
VI.4. CD-Rezension: Flaxmill. all it takes... 18
VII. Und noch’n Gedicht 19
VII.1. Wie friedlich fallen die Sonnenstrahlen. 19
I. Editorial mit ein paar Gedanken zum Weltjugendtag
Liebe Leserinnen und Leser,
nun habe ich im Interrel. Rb. Nr. 115 gar keinen Redaktionsschluss angegeben, aber es kamen so viele Veranstaltungshinweise, dass ich kurzerhand einen neuen Hauptrundbrief, die Nr. 116, herausgebe. Darin wiederhole ich die noch zukünftigen Termine aus der Nr. 115 nicht, so dass ich darum bitte, die Nr. 115 auch noch im Auge zu behalten. Die beiden Termine des spontanen Ergänzungsrundbriefes vom 1.9. sind hier aber noch einmal enthalten. Wer noch Termine hat, schicke sie mir bitte bis zum 10.9.2005 oder dann bis Ende September für einen eventuellen Ergänzungsrundbrief zu, ansonsten soll der nächste Hauptrundbrief frühestens Ende Oktober kommen, und vielleicht bin ich bis dahin ja auch mit der Dissertation fast fertig.
Noch immer wirkt in mir der Weltjugendtag nach, dem ich abgesehen von einer kleinen Tätigkeit als Gästelotze, bei der ich einigen Pilgern den Weg zu ihrem gewünschten Zielort zeigte, nur als Zaungast beiwohnte, teils im Gewimmel der jungen Pilger, teils am Fernseher. Und ich muss sagen, dass mich diese jungen Pilger begeisterten, vor allem deshalb, weil sie trotz der Massenaufläufe fröhlich, gelassen und diszipliniert wirkten. Und für mich als ein Flaggenfreund, war dieses Meer aus nationalen, regionalen und anderen Fahnen eine Augenweide, auch wenn ich lange nicht jede kannte: wussten Sie z.B., dass die blaue Flagge mit dem goldenen Hahn darauf die von Friaul ist? Das musste ich auch mal fragen. Und die Musik überall, sei es in der Bahn, sei es auf Plätzen und Wiesen oder in den Straßen: ich genoss es aus vollen Zügen. Die Pilger brachten ihre Musikstile aus aller Welt mit, Volks- und Weltmusik im besten Sinne. Aber auch der Stadt Bonn sei für die Konzerte am 15.8. abends zwischen 22 und 24 Uhr auf Münster-, Markt- und Friedensplatz ein großes Kompliment ausgesprochen: außer unseren heimischen Bands, der Schäl Sick Brass Band und Le Clou spielten Tinariwen aus Mali (die das Titelbild vom Folker! 4/2005 zieren), Ahimsa aus Indien, die Latin Culture Brass Band aus Curacao und Didges Brew aus Berlin und tauchten die Stadt eine regelrechte Weltmusikfestivalstimmung (fast so schön wie in Rudolstadt: vgl. http://www.folker.de/200505/1415jahretffrudolstadt.htm).
Sicher kam in mir der Gedanke auf, wie wunderbar es doch wäre, wenn das keine rein römisch-katholische Veranstaltung wäre, mit ein paar anderen Religionsgemeinschaften als - wohl verstanden wichtiges, aber dennoch - Randprogramm, sondern eine echte interreligiöse, somit ein echter Weltjugendtag. Aber man darf sich nichts vormachen: Die Weltjugendtage sind Missionsveranstaltungen, in erster Linie für die Mission nach innen, aber auch die waren willkommen, „die noch (!) nicht getauft sind“. Im Mittelpunkt des Spektakels stand nun auch Papst Benedikt XVI., „Bene-detto“. Nein, ich halte das gar nicht für einen Personenkult, denn es stand meinem Eindruck nach nicht Josef Ratzinger im Fokus der Begeisterung, sondern der Papst im Sinne des Amtes. Der und sein Stab erwiesen sich nun auch als Zeremonienmeister par exellence, als Magistri ludi, denn das Heilige Schauspiel auf dem Marienfeld bei Frechen sucht seines gleichen vergeblich. Und wieder gilt meine Bewunderung den jungen Pilgern, die dort eine feucht-kühle Nacht verbrachten. Das Erlebnis wird sich ihnen einprägen und wichtig für ihr Leben bleiben. Interreligiös, ohne eine solche Zentralfigur, die für die Gläubigen für Wert und Orientierung steht, und ohne die gemeinsame metaphysische Lehre ließe sich so etwas meinem Verständnis nach nicht durchführen.
Im Diskurs über den Papstbesuch tauchte ja auch immer das von ihm mehrfach erwähnte Thema des Relativismus auf. Glaubensinhalte dürfe man nicht relativieren, sondern es gebe unumstößliche Werte. Ich bin kein Kenner der Schriften Ratzingers. Mein Verdacht geht aber dahin, dass er Relativismus mit Beliebigkeit gleich setzt. Relative Werte könne man nach belieben und Gutdünken je nach Zeitgeist und Geschmack ändern. So gemeint, möchte ich ihm zustimmen, dass auf solch beliebigen Werten keine gute Gesellschaft aufgebaut werden kann. Ich frage aber anders: Können relative Wesen, die wir Menschen nun mal sind, wirklich absolute Werte haben? Oder bewegen sich nicht alle Werte und Vorstellungen in Relationen zwischen Subjekten und Objekten, zwischen verschiedenen Subjekten und auch zwischen Subjekten und Lebensumständen. Sicher mag es Werte geben, die vor 100 000 Jahren und heute, die für Europäer und Ostasiaten, für Schamanen und Christen, für kleine Mädchen und alte Männer gleichermaßen gültig sind oder sein sollten. Aber verlässt man mit der Feststellung anthropologischer Konstanten gleich den Bereich des Relativen? Und konkret gefragt: Gehört das Geheimnis des Glaubens der Umwandlung von Brot in den Leib Christi zum relativen oder zum absoluten Bereich? Ist es ein nicht zu relativierender Wert, Protestanten aus der Eucharistie auszuschließen? Ich bin kein Dogmatiker, sondern lediglich Fundementaltheologienebenfächler und vor allem Religionswissenschaftler und lasse diese Fragen daher unbeantwortet.
Aber wie auch immer, ich halte solche internationalen, wenn schon nicht interreligiösen Jungendtreffen für einen Beitrag zum Weltfrieden, der auch die hohen Kosten rechtfertigt. Und für uns Bonner, Kölner und Düsseldorfer wirkte die Stadt in der Woche danach seltsam leer, und ich freute mich, hier und da noch einen der blauen Pilgerrucksäcke zu sehen.
Zum Glück oder Gott sei Dank brach kein Unwetter und auch kein Attentat über die Veranstaltung herein, was man vom Alpenrand, von Louisiana und von Bagdad leider nicht behaupten kann. Die globale Erwärmung bringt die Atmosphäre, die Angst vor einem Selbstmordattentäter eine Pilgermenge in Aufruhr. Wir Menschen sind uns oft wirklich selbst und gegenseitig das größte Problem, durch unsere Abgase, unsere kriminelle Energie und unsere Panik. Nein, ich beschwöre nicht den Weltuntergang herauf, aber Sorgen mache ich mir da schon. Wer nicht? Und ich habe doch tatsächlich eine Utopie, der ich nachhänge, nach welcher es möglich ist, durch Bildung der eignen kognitiven und moralischen Fähigkeiten den Lauf der Welt doch noch zum Guten zu lenken. Die Veranstaltungen, auf die ich hier aufmerksam machen darf, zielen genau darauf ab. Aber lesen Sie selbst:
II. Veranstaltungshinweise
II.1. Veranstaltungen unter Mitwirkung von Religions for Peace / WCRP Köln/Bonn
Ergänzende Angaben zu drei im Interrel. Rb. Nr. 115 angekündigten Veranstaltungen
II.1.a. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 6. September 2005
Muslime und wir - Frauensichten auf den Islam
Kursnummer 1305
Kursleitung: M.A. Karimah K. Stauch ,Dr. Jeannette Spenlen
Di. 06.09.2005, 18.00 - 19.30
Kursort: VHS in Bad Godesberg, City Terrassen, Michaelplatz 5 Raum V1
Kursgebühren: frei
in Zusammenarbeit mit der Weltkonferenz der Religionen für Frieden- Regionalgruppe Köln - Bonn und Deutsche Muslim-Liga Bonn (angefragt)
Muslimische Frauen in Deutschland werden oft als benachteiligt und unterdrückt angesehen. Dies wird als religiös begründet betrachtet. Aber muslimische Frauen haben einen selbstbewussten und kreativen Umgang mit den religiösen Quellen entwickelt und widersprechen diskriminierenden Ansichten. Karimah K. Stauch hat eine empirische Untersuchung zu diesem Thema gemacht und berichtet über neue religiöse Verständnisse gebildeter muslimischer Frauen.
http://www.bonn.de/vhs/
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II.1.b. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 20. September 2005
Muslime und wir - Inhalte islamischer Erziehung an öffentlichen Schulen
Kursnummer 1306
Kursleitung: Dr. Klaus Gebauer ,Dr. Jeannette Spenlen
Di. 20.09.2005, 18.00 - 19.30
Kursort: VHS in Bad Godesberg, City Terrassen, Michaelplatz 5 Raum V1
Kursgebühren: frei
In Schulen kommt die religiöse und kulturelle Vielfalt zusammen. Für die Gestaltung des Miteinanders ist die Klärung grundsätzlicher Fragen notwendig. Wie sehen die Rollen von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern aus? Wie wird der Umgang mit religiösen Quellen geregelt? Welche Bedeutung haben Riten und Bräuche im Alltag? Der Referent, Dr. Klaus Gebauer, beschäftigt sich seit Jahren mit den Inhalten der islamischen religiösen Unterweisung an öffentlichen Schulen.
http://www.bonn.de/vhs/
*
II.1.c. Interreligiöser Gesprächskreis am 6. Oktober 2005
19.30 – 21.30 Uhr:, bei Lioba von Lovenberg, Argelanderstraße 6, Bonn.
Thema: „Wie können wir unseren eigenen Fanatismus erkennen und überwinden?“ Fortsetzung vom 1.9.2005
Am 1. September fingen wir in einer Dreierrunde an, über das Thema zu reden. Wir stellten uns die Frage, wieso Religionen oder auch Weltanschauungen besonders anfällig für Fanatismen sind und kamen zu dem Schluss, dass zumindest ein wichtiger Grund darin liege, dass Menschen sich mit ihrem religiösen Glauben eine Art Letztversicherung hätten, die so sicher aber gar nicht sei. Viele Menschen seien in Bezug auf ihre Glaubensinhalte sehr empfindlich und hätten Angst, durch die Konfrontation mit anderen Vorstellungen, in ihren eigenen Überzeugungen verunsichert zu werden und dadurch die Letztversicherung zu verlieren. Insofern müsste ein Mensch mit einem zwar inhaltlich festgelegten, aber trotzdem instabilen Glauben anfälliger für Fanatismus sein, als jemand, dessen Glaube stabil ist, dessen Glaubeninhalte aber diskutabel sind. Oft seinen es auch Menschen, die sich sehr an Uneigentlichkeiten ihrer Religion fest hielten, obwohl gerade diese doch Menschenwerk seien, wohingegen der wahre Kern der Religion sich aus einer anderen Quelle als der bloßen menschlichen Erfindungsgabe speise und daher der jenige viel toleranter gegenüber andern Uneingentlichkeiten sei, der im Eigentlichen verwurzelt ist. Da aber die Zugänge zum Eigentlichen (zu Gott, zum Dharma usw.) so unterschiedlich seien, wie die Menschen verschieden seien, müsse man in dieser Hinsicht tolerant sein. Intoleranz sei aber da geboten, wo jemand seine Pflichten gegenüber anderen Menschen vernachlässige. Letztlich sei jeder Mensch vor Gott, dem Dhama usw. selbst verantworltich und sei demzufolge auch nicht verpflichtet, jemand anderem den richtigen Glauben aufzudrücken. In diesem Zusammenhang wurde das über dem Rundbrieftitel zitierte islamische Sprichwort genannt. Wichtig sei auf jeden Fall ein Auseinanderhalten zwischen dem Eigentlichen , dem Absoluten und dem Uneigentlichen, dem Relativen. Wo die Grenze zwischen diesen beiden Größen liege, darüber konnten wir uns in unserem christlich-muslimisch-buddhistisch-humanistischen Gesprächskreis nicht einigen.
Wie wollen das Thema am 6. Oktober fortsetzen, da wir der eigentlichen Frage, wie man denn erkennen könne, ob man selber fanatisch sei und was man dann dagegen machen könne, noch nicht zur Genüge nachgegangen sind. Ein paar mehr Gesprächsteilnehmer sind dringend willkommen, um die Perspektivenvielfalt zu erhöhen und mehr Menschen in den Genuss eines friedlichen Gesprächs über die letzten Dinge kommen zu lassen.
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II.2. Exkursionen des Wissenschaftsladens Bonn e.V. und des AK Religiöse Topographie Köln/Bonn e.V.
II.2.a. Zum Bahá’i´-Zentrum, Koblenzer Str. 82 in Bonn-Bad Godesberg
Samstag, 3.9.2005
14-17,15 Uhr
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II.2.b. Zur Evangelischen Freikirche Bonn, Newtonstraße 1, Bonn
Samstag, 5.11.2005
14-17,15 Uhr
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II.2.c. Islamische Hochschulvereinigung c/o Muslimischer Sozialbund (MSB), Adenauerallee 13, Bonn
Samstag, 26.11.2005
14-17,15 Uhr
Die Teilnahmegebühr beträgt jeweils 10,- Euro
Wer teilnehmen möchte muss sich nicht anmelden, Krischan Ostenrath würde wegen der Planung aber ein kurzes Bescheidgeben per E-Mail begrüßen: krischan.ostenrath@wilabonn.de
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II.3. Mein Vortrag über Buddhismus und Gewalt am 13.9.2005
Mein Vortrag über Buddhismus und Gewalt findet nicht am 18.10.2005, sondern schon am Dienstag dem 13.9.2005 statt. Ich hatte mir das falsch notiert.
Also:
„Buddhismus und Gewalt“ Di. 13.09.2005, WiLA Bonn
Di., 13.09.2005 WiLA Bonn „Buddhismus und Gewalt“
Während sich die Geschichte und auch die Gegenwart der monotheistischen Weltreligionen nicht selten als gewaltbelastet darstellt, scheint der Buddhismus immun gegen dieses Phänomen zu sein. Der Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit fragt nach faktischer Gewalt und dem Ideal der Gewaltlosigkeit innerhalb der buddhistischen Kulturen. Dabei wird an Fallbeispielen zu zeigen sein, dass auch die zweieinhalbtausendjährige Kulturgeschichte des Buddhismus nicht frei ist von religiös legitimierter Gewalt.
18.00-20.15 Uhr, Wissenschaftsladen Bonn, Buschstraße 85, 53113 Bonn, kostenlos
http://www.wila-bonn.de
Die anderen Vortragstermine bleiben hoffentlich. Vgl. http://schmiedelvortraege.blogspot.com/
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II.4. Interkulturelle Woche 2005 in Bonn
Das Programm findet man im Internet als PDF-Datei unter:
http://www.migration-bonn.de
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II.5. Ausstellung: Eine Frage des Glaubens. Religiöse Vielfalt in Köln
(zugesch. von Eberhard Wegner, http://home.arcor.de/ebwegner/)
Eine Frage des Glaubens. Religiöse Vielfalt in Köln
7. August bis 2. Oktober 2005
Zum Weltjugendtag im August werden knapp eine Million Besucher aus aller Welt in Köln erwartet. Die Vorbereitungen zu diesem Fest laufen schon lange auf Hochtouren. Grund genug, sich einmal eingehend mit dem Facettenreichtum Kölner Glaubensgemeinschaften innerhalb und außerhalb des Christentums zu beschäftigen.
Wie kann man Glauben ausstellen? Mit dieser Frage haben sich 25 EthnologiestudentInnen der Universität zu Köln im Rahmen eines Seminars unter Leitung von Dr. Clara Himmelheber beschäftigt. Ab dem 7. August werden ihre Ergebnisse als Fotoausstellung im Treppenhaus des Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde gezeigt: Aus der Vielzahl der in Köln beheimateten Glaubensgemeinschaften werden 25 Gruppen anhand einer kurzen Beschreibung näher vorgestellt und durch ein Bild und ein Zitat je eines praktizierenden Laien veranschaulicht.
Über Monate hinweg haben die StudentInnen dafür Kontakte zu den Gruppen gepflegt, an Gottesdiensten, Tempeleinweihungen, Taufen, Stammtischen und Festen teilgenommen und Gespräche mit ihren Mitgliedern geführt. So konnten sie einen Einblick in die religiösen Praktiken gewinnen und sich ein detailliertes und differenziertes Bild von den Gemeinschaften machen.
Neben den wohl bekanntesten und in Köln präsentesten Gruppen - katholische und evangelische Christen, Muslime, Juden, Buddhisten und Hinduisten - werden auch kleinere Gemeinschaften wie die Bahai, die Sikhs, die Jesusfreaks, die Heilsarmee und die Neuen Heiden vorgestellt. Die Ausstellung richtet sich damit nicht nur an alle, die gerne mehr über die religiöse Vielfalt in Köln erfahren möchten.
Rautenstrauch-Joest Museum
Museum für Völkerkunde
Ubierring 45, 50678 Köln
Tel. 0221-33694-0
Fax 0221-33694-10
E-Mail rjm@rjm.museenkoeln.de
http://www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/
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II.5. Veranstaltungen über den Islam unter Beteiligung des Katholischen Bildungswerkes Bonn
(zugeschickt von Rainer Kaps vom KBW Bonn):
II.5.a. Die „Familienehre“ im islamischen und christlichen Bereich
Mo., 3.Oktober 2005,
10.00 Uhr An der Esche
Herr Nadir Moubarrid, (Muslim), Sabine Cornelissen, angefr. (Christin)
Zwangsheirat, Ehrenmorde, Gewalt gegen Frauen in türkischen Familien, die in Deutschland leben, haben die Öffentlichkeit stark irritiert. Als Grund geben die Täter immer wieder die Wiederherstellung der Familienehre an. Obwohl ein Großteil der türkischen Gemeinde in Deutschland Ehrenmorde und Gewalt im Namen der Familienehre ablehnt, löst das Thema viele Ängste bei Deutschen aus. Was bedeutet Familienehre wirklich? Lässt sich Mord und Gewalt mit dem Islam begründen? Welchen Stellenwert hat Familienehre umgekehrt im Abendland und was lässt sich aus christlicher Perspektive dazu sagen?
Kooperation: Ev. Migration- und Flüchtlingsarbeit Bonn, Moschee an der Esche, AK Christen und Muslime
Dienstag, 3. Oktober 2005, 10.00 bis 12.15 Uhr
Moschee an der Esche
II.5.b. Vortragsreihe: Wie der Islam die Kulturen prägt
Vortragsreihe im Projekt „Der neue Orient“ der Rheinland AG der Städte Duisburg, Düsseldorf, Köln und Bonn
Anders als im weithin säkularisierten Europa sind Kultur und Alltag im Orient durch und durch religiös geprägt. Wer daher den kulturellen Einfluss des Islam in verschiedenen Bereichen kennt, hat einen Schlüssel zum Verständnis des Orients. In diesem Sinn wollen die folgenden Veranstaltungen durch fundierte und differenzierte Informationen das westliche Wissen und Bild vom Orient bereichern und vertiefen. Parallel zur Vortragsreihe findet im Kunstmuseum Bonn vom 15. September an die Ausstellung „Sprachen der Wüste“ – Zeitgenössische Kunst aus des Golfstaaten statt. Veranstaltungsort einiger Vortragsveranstaltungen ist deshalb das Auditorium des Kunstmuseums.
Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe:
Kulturamt der Stadt Bonn, Ev. Forum Bonn, Deutsche Welle
II.5.b.1. Die Zyklen des Lebens im Erleben der arabischen, iranischen, türkischen Muslime
Dienstag, 27. September,
20 Uhr, Kunstmuseum Bonn
Hamideh Mohagheghi (Hannover) und Rabea Müller (Köln)
II.5.b.2. Staat und Religion in Persien, Arabien, Türkei
Dienstag, 11. Oktober 2005,
18 Uhr , Kunstmuseum Bonn
Professor Dr. Stefan Wild (Bonn)
II.5.b.3. Die Auslegung des Korans in den unterschiedlichen Rechtsschulen
Dienstag, 25. Oktober 2005,
20 Uhr, Kunstmuseum Bonn
Professor Dr. Nasr Abu Zayd (Leyden)
II.5.b.4. Die Sprache des Koran als kulturelle Klammer der Muslime im Vorderen Orient
Mittwoch, 2.November 2005,
20 Uhr
Professor Dr. Stephan Conermann (Bonn)
II.5.b.5. Kunst und Kultur in islamischen Ländern
Dienstag, 8. November 2005,
20 Uhr, Kunstmuseum
Professor Hamdi el Attar (Berlin)
II.5.b.6. Die politische Theorie des Islam
Dienstag, 15. November 2005,
20 Uhr, Kunstmuseum
Professor Dr. Stefan Leder (Halle)
II.5.b.7. Die Möglichkeit einer zivilen Gesellschaft aus dem Geist des Islam
Mittwoch, 23. November,
20 Uhr, Haus der ev. Kirche, Adenauerallee 37
Dr. Georges Tamer, Uni Erlangen-Tübingen
II.5.b.8. Der Schrecken Gottes
Montag, 28.November 2005,
20 Uhr, Gangolfstraße 14
Dr. Navid Kermani
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II.6. Öffentlichen Akademietagung der Akademie forum masonicum e.V. am 22.10.2005 in Köln
(Zugesch. v. Dieter L. Ney)
Öffentlichen Akademietagung der Akademie forum masonicum e.V.
in Zusammenarbeit mit den Freimaurerlogen Albertus Magnus und Ver sacrum
und der Freimaurerinnenloge Sci viam
22. Oktober 2005 im Kölner Logenhaus
Hardefuststr. 9, 50677 Köln
Anti-Judaismus, Anti-Semitismus, Anti-Zionismus, Anti-Israelismus
Vier Worte - ein Unrecht
nach jedem Vortrag: kurze Pause und Disskusion mit den Referenten
Tagungsablauf
9:45 Uhr Begrüßung
10:00 Uhr - Anti-Judaismus - Katja Kriener
Landespfarrerin der Evangelischen Kirche im Rheinland
für das christlich-jüdische Gespräch in der Studienstelle
"Christen und Juden"
11:30 Uhr - Anti-Semitismus - Prof. Dr. Wolfgang Benz
Publizist, Historiker, Direktor des Zentrums für
Antisemitismusforschung, Berlin
13:00 Uhr Mittagspause
14:30 Uhr - Anti-Zionismus, Anti-Israelismus - Prof. Dr. Micha Brumlik
Publizist, Pädagoge, Leiter des Studien- und
Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung
des Holocaust (Fritz-Bauer-Institut), Frankfurt am Main
16.30 Uhr - 17:15 Uhr - Podiumsdiskusion
19:30 Uhr - "Ikh hob dikh tzu fil lib"
Jüdische Liebeslieder und Klezmermusik
vom Klezmertrio "Trezmorium"
Eva Kraeft - Gesang, Carola Jeschke - Klarinette, Bassklarinette
Jürgen Ostmann - Akkordeon
Gebühr für Vorträge und Abendveranstaltung - 10 Euro
nur Abendveranstaltung - 5 Euro
Mitglieder sind hievon befreit
Antijudaismus, Antisemitismus, Antizionismus und Antiiraelismus sind vier Begriffe, die noch heute - oft in versteckter Form - benutzt werden, um jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen zu diskriminieren und auszugrenzen. Das dahinter stehende Denken und Verhalten fügt diesen Menschen ein unüberbietbares Unrecht zu und dient offensichtlich dazu, die Schuld des NS-Staates an der millionenfachen Enteignung, Vertreibung und schließlich Ermordung deutscher Juden im sogenannten "Dritten Reich" zu verdrängen, zumindest zu relativieren. Hinzu kommt, dass diese vier Begriffe häufig synonym benutzt werden, obwohl sie sehr unterschiedliche Hintergründe haben. Antijudaismus ist die älteste Form der Ausgrenzung von Juden, die bis heute vor allem in der christlichen Gesellschaft tief verankert ist. Antisemitismus ist die "rassistisch" begründete Ablehnung und Ausgrenzung von Juden überhaupt. Unter Antizionismus ist die Diffamierung des Verlangens jüdischer Menschen nach einem eigenen Staat durch Rückkehr in die historischen Siedlungsgebiete zu verstehen. Und Antiisraelismus ist die pauschale Verurteilung der israelischen Politik gegenüber der palästinensischen Bevölkerung, auch wenn diese Politik kritischer Betrachtung bedarf. Die Akademie forum masonicum möchte mit dieser Veranstaltung über die Problematik dieser Begriffe aufklären und damit für eine Versachlichung der Diskussion und für mehr Toleranz im Umgang mit unsereren jüdischen Mitbürgern und Mitbürgerinnen werben.
Die Veranstalter
Die Akademie forum masonicum wurde 1979 von Freimaurern als gemeinnütziger Verein gegründet und behandelt auf ihren Akademietagungen in öffentlichen Vorträgen, Gesprächen und Foren Probleme der Menschen und Gesellschaft unserer Zeit. Sie will dadurch mitwirken am freimaurerischen Auftrag zur Verwirklichung von Humanität.
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III. Literaturtipps
III.1. Hamid Reza Yousefi/Ina Braun: Interkulturelles Denken oder Achse des
Bösen.
(zugesch. von H.R. Youzefi via Yggdrasill-Liste)
Sehr geehrte Damen und Herren,
eben ist der 8. Band der Schriftenreihe "Bausteine zur
Mensching-Forschung" zum Thema Islam erschienen:
Hamid Reza Yousefi/Ina Braun: Interkulturelles Denken oder Achse des
Bösen. Das Islambild im christlichen Abendland (ISBN 3-88309-140-5,
306 Seiten) gebunden € 38,00.
http://www.bautz.de/neuerscheinungen/bausteine8.html
Das Buch hat zum Ziel, die Entstehung und Entwicklung des Islambildes
im christlichen Abendland unter diskurshistorischen Aspekten zu
betrachten, um dieses Bild in seinem gegenwärtigen Zustand gemäß den
Erkenntnissen und Methoden der Interkulturellen Philosophie und der
Angewandten Toleranz auf seine Stimmigkeit und seine Tauglichkeit für
die Zukunft hin zu überprüfen.
Es gibt zwar eine Reihe von Untersuchungen zum europäischen
Verständnis des Islam. Sie behandeln seine Funktionen,
Erscheinungsformen, strukturellen Bedingungen, kognitiven Grundlagen,
seine geistesgeschichtliche Bedeutung und seine normative Basis und
dergleichen. Diese Studien behandeln aber raumzeitlich bedingte
Problemfelder und haben den status quo zum Gegenstand.
Unseres Wissens existiert keine detaillierte Studie zur
Islamrezeption in Europa, die den Ursachen, der Genese, den ersten
Manifestationen und der historischen Entwicklung des negativen
Islambildes gewidmet wäre, und die faktisch aufzeigt, warum Dialoge
kläglich gescheitert sind.
Mit freundlichen Grüßen
Hamid Reza Yousefi
Dr. Hamid Reza Yousefi
Universität Trier
Universitätsring 15
D-54296 Trier
Fachbereich I - Philosophie
Tel.: +49 (0) 651 201 2344 und +49 (0) 6511461784
http://www.bautz.de/interkulturell.shtml
http://www.bautz.de/bausteine.html
http://www.mensching.uni-trier.de/
*
III.2. ZIF (Hg.). Ein einziges Wort und seine große Wirkung.
(Zugesch. von Miyesser Ildem)
Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderdung (Hg.)
Ein einziges Wort und seine große Wirkung. Ein einziger Qur’anvers und seine möglichen Interpretationen. Eine hermeneutische Betrachtungsweise zum Qur’an Sure 4 Vers 34. mit Blick auf das Geschlechterverhältnis im Islam.
98 S., 8,95 Euro
Frauenfeindlich oder Geschlechtergerecht?
Mehr Infos in der zusätzlich angehängten PDF-Datei.
**
IV. Presselink
IV.1. NZZ-Artikel: Offenbarung ist überall am Werk. Religiöse Bindestrich-Kulturen von Manuel Gogos
(zugesch. von Jeannette Spenlen)
Um das Copyright der Neuen Zürcher Zeitung nicht zu verletzen, belasse ich es hier mit einem Link auf diesen sehr lesenswerten Text meines Kommilitonen Manuel Gogos über die Begegnung von Christentum und Buddhismus und dadurch entstandene christlich-buddhistische „Bindestrich-Identitäten“:
http://www.nzz.ch/2005/08/12/fe/articleCU7YV.html.
Manche von ihnen kennen vielleicht sein Buch über Raimon Panikkar, das ich mal rezensiert habe. Die Rezension können Sie hier lesen:
http://www.fs-rewi.uni-bonn.de/ss/ss11g.htm#t9.
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V. Zentrum für Religion und Gesellschaft an der Universität Bonn gegründet.
An der Universität Bonn wurde ein neues interdisziplinäres Zentrum zur Erforschung der „Wechselwirkungen zwischen den Religionen untereinander und zwischen den Religionen und ihren jeweiligen (inner- und außereuropäischen) Bezugsgesellschaften“ gegründet, mit dem schönen Kürzel ZERG, also ohne W!
Bis vor kurzem stand auf dessen Homepage noch nicht viel, aber jetzt kann man da was lesen, wenn man diesem Link folgt:
http://www.uni-bonn.de/www/zerg/Programm.html
(Ich hätte es beinahe vergessen und danke Sebastian Murken, mich danach gefragt zu haben.)
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VI. Off-Topic: Musikrezensionen
Trotz oder wegen der vielen Arbeit am Schreibtisch nehme ich mir immer wieder die Zeit, Musik zu hören, und nach und nach entwickelt sich das Schreiben darüber zu einer zweiten Profession. Hier nun eine Konzert- und drei CD-Rezensionen:
VI.1. Konzertrezension: Geraldine MacGowan & Band in der Brotfabrik in Bonn-Beuel am 15.6.2005
Geraldine MacGowan sang am Mittwoch, dem 15. Juni 2005 in der Bonner Brotfabrik zusammen in Begleitung ihrer dreiköpfigen Band bestehend aus Eamonn de Barra (Klavier, Flöte), Shane McGowan (Gitarre) und Brian O’Connor (Flöte). Schon von Kindesbeinen an singend, zwischendurch aber ein paar Jahre als Kneipenwirtin ihren Lebensunterhalt verdienend, merkte man ihrer Stimme diese biograpfischen Ereignisse durchaus an, denn sie klang geübt und einfach schön in den meisten Partien, aber erreicht auch ihre Grenzen vor allem in den höheren Tönen. So traf sie den gewollten Ton zu Beginn von “Blackwaterside” nicht, und – so Ralf Wackers Beobachtung – erschrak selbst darüber. Diesen einen Patzer glich sie mit der Ballade “Go from my window” aber mehr als aus, „bei der MacGowans Stimme so samtig glänzt, wie das Fell einer schwarzen Katze, deren Schnurrhaare langsam grau werden“ (Elise Schirrmacher. Rezension der CD „Somewhere along the Road“ in Folker! 5/2004, http://www.folker.de/200405/rezi-eu.htm#02).
Es kamen aber keineswegs nur die Freunde irischen Gesangs auf ihre Kosten, sondern auch die der Instrumentalmusik, denn Eamonn, Shane und Brian beschränkten sich nicht darauf, Geraldines Lieder zu begleiten, sondern bliesen, zupften und schlugen zudem noch einige flotte Tunes, die den Saal zum Beben brachten. Brian erwies sich dabei seinem Vornamensvetter Brian Finnegan von Flook zumindest fast ebenbürtig. Auch Geraldine machte bei den Tunes nicht immer eine Pause, sondern bediente sehr gekonnt die Bodhrán.
In dieser Mischung aus Songs und Tunes, langsamen und schnellen war das Konzert bestens dazu geeignet, irische Musik zu repräsentieren, in all den Stimmungslagen, die wir so an ihr lieben.
Im Anschluss an das Konzert durfte ich Geraldine und Eamonn auch noch interviewen, und den Artikel, den ich daraus zimmerte, kann man im Folker! 5/2005 lesen.
Hier eine Vorschau: http://www.folker.de/200505/05geraldinemacgowan.htm
Hier folgen nun noch ein paar Bilder, die ich an diesem Abend machte:
(Wer die Fotos nicht sehen kann, findet sie hier:
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/)
Geraldine Mac Gowan
Brian O’Connor, Eamonn de Barra, Geraldine Mac Gowan und Shane McGowan
Geraldine MacGowan und Eamonn de Barra
Ralf Wackers, Ellen D. Jeikner und Geraldine MacGowan
*
VI.2. CD-Rezension: Puliners. in Publin
Eigenverlag 1996 mit Fotos und wenigen Infos (dt.)
14 Tracks, 44,52 Minuten
Der Name verrät das Programm: Irish Pub Songs im Dubliners-Stil. Dubliners-Epigonen gibt es zu Hauf, auch in Deutschland, und auch die Publiners aus Jena ragen nicht durch sonderlich Eigenarten aus dieser Menge heraus. Songs die jeder kennt, der sich auch nur ansatzweise mit irischer Musik beschäftigt, wie „I’ll tell me ma“, „Whiskey in the jar“, „All for me grog“ und „The auld triangle“ sind auf dieser Scheibe versammelt. Aber, was höre ich da beim „Whiskey in the jar“? Trompeten wie aus einer Mexikoszene eines Westerns? Nun, da drücken sie dem doch einen eigenen Stempel auf. Auch sind einige Instrumentals darauf, darunter auch ein An Dró aus der Bretagne, alles sauber gespielt, nicht sehr fetzig, eher weich, und – ja das muss ich sagen – sehr angenehm zu hören. Fazit: Wenn auch nicht herausragend, so ist diese CD doch ein Beispiel gut gespielter Irish Folk Music, guter Volksmusik eben, nicht mehr und nicht weniger.
Die Publiners bestehen aus
Tim „Latzhose“ Liedert (voc. mand, bj)
Ray „Mutz“ Barra (whistles, bodhrán, voc)
Ekbert „Eki“ Kretzschmar (voc, g. bodhrán)
Mario „Schmied“ Flügel (g. bouz, mandola, voc)
Gerd „The Geige“ (fiddle, mand, voc)
(Na, wo ist denn die Trompete?)
Internetpräsenz:
http://www.polyfolk.de/Katy/musiker/publiners/publiners.html
(Das hier sind Namensvettern aus Norwegen: http://www.publiners.com/, also nicht verwechseln!)
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VI.3. CD-Rezension: Tosnu. Tosnu
Eigenverlag 2004 mit Fotos und Infos (engl.)
12 Tracks 46,42 Minuten
„Tosnu“, eine Zusammenführung der gälischen Wörter „tosaigh“ = „Anfang“ und „nua“ = „neu“ ist der Name des Duos, das aus Audrey Darby und Gunnar Nilson besteht, deren geographische Herkunft mir leider nicht bekannt ist, ah doch, ein Blick auf die Homepage von Flaxmill klärt darüber auf, dass Gunnar in Jena wohnt. Die CD wurde jedenfalls in Dublin eingespielt, aber in Deutschland zu Ende gestaltet. Die Musik besteht hauptsächlich aus traditionellen irischen Liedern, zumeist auf Englisch, zum Teil auf Gälisch gesungen, sowie aus ein paar fröhlich auf der Tinwhistle mit Gitarrenbegleitung gespielten Tunes. Zumeinst singt Audrey, seltener Gunnar, und zwar auf eine feine, schöne Weise, aber großenteils ohne besondere Höhepunkte der Stilistik. Am ehesten fällt mir „The call and the answer“ als ungewöhnlich gesungen auf. Audrey trägt es in dem für religiöse Lieder der Bahá’í typischen jazzigen und zugleich getragenen Weise vor. Ob sie aber Bahá’í ist, geht daraus nicht hervor, das muss ja auch nicht sein, und wenn es so wäre, wäre das ja auch nicht schlimm. Jedenfalls ist es eine schöne Volksmusik, die die beiden da präsentieren, größenteils eher zum Träumen, als zum Tanzen geeignet, eine Musik zum gemütlichen Zuhören.
Eine eigene Internetpräsenz von Tosnu habe ich nicht gefunden, aber hier ist die CD präsentiert: http://www.flaxmill.de/veroeffentlichungen.html
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VI.4. CD-Rezension: Flaxmill. all it takes...
Eigenverlag 2004 mit Fotos und Infos (engl.)
13 Tracks, 55,09 Minuten
Diese Flachsmühle steht an der Saale und zwar in Jena. Die darin gemahlene CD bietet einen vielstiligen Mix traditionell irischer und einiger Musik anderer Provenienz, z.B. schottischer, bretonischer und südfranzösischer. Sie beginnt mit einer getragenen Air auf der Whistle, geht aber bald über in flotte, teils ceilidhgeeignete Tanzmusik, in der Whistle, Fiddle und auch Bouzouki den Ton angeben, begleitet von Gitarre, Bodhrán und anderem. Auch Lieder sind dabei, zumeist langsame Balladen. Da kann dann auch schon mal ein Cello dröhnen, gefolgt von mehrstimmigem Gesang. Eine wirklich schöne CD, der man in gewisser Weise anmerkt, dass sie aus einer der Städte der deutschen Klassik stammt, denn ich könnte mir sehr gut vorstellen, wie Goethe und Schiller am Kamin sitzend dieser Musik lauschen.
Die Band besteht aus:
Gunnar Nilson
Katharina Liborius
Christina Bartl
Marko Schmidt
Toni Schilling
Internetpräsenz: http://www.flaxmill.de
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VII. Und noch’n Gedicht
VII.1. Wie friedlich fallen die Sonnenstrahlen
Wie friedlich fallen die Sonnenstrahlen
durch das Laub meiner Allee,
fern sind die Wasser von New Orleans
und fern die Trauer in Bagdad.
Doch wer weiß, ob ich nicht gerade eingeatmet habe
ein Luftmolekül,
das noch vorgestern ausgeatmet wurde
von einem Krankenhausplünderer im Big Ease
oder einer weinenden Mutter am Tigris?
Michael A. Schmiedel, spontan entstanden, 2.9.2005, 16,25 Uhr
Einen friedlichen Herbst wünschend verbleibt Ihr/Euer
Michael A. Schmiedel
Donnerstag, September 01, 2005
Interrel. Rb. Nr. 115 - Nachtrag
Interreligiöser Rundbrief für Köln/Bonn und Umgebung Nr. 115 – Nachtrag
(1.9.2005)
Liebe Leserinnen und Leser,
die Nr. 116 ist fast fertig, da zwingen mich zwei Termine, noch heute eine Ergänzung und eine Korrektur rund zu schicken, damit es niemand übersieht:
1.)
Übermorgen, am Samstag dem 3.9.2005 findet von 14-17,15 Uhr eine Exkursion des Wissenschaftsladens Bonn e.V. und des AK Religiöse Topographie Köln/Bonn e.V. zum
Bahá’i´-Zentrum, Koblenzer Str. 82 in Bonn-Bad Godesberg statt.
Die Teilnahmegebühr beträgt 10,- Euro
Wer teilnehmen möchte muss sich nicht anmelden, Krischan Ostenrath würde wegen der Planung aber ein kurzes Bescheidgeben per E-Mail begrüßen: krischan.ostenrath@wilabonn.de
2.)
Mein Vortrag über Buddhismus und Gewalt findet nicht am 18.10.2005, sondern schon am Dienstag dem 13.9.2005 statt. Ich hatte mir das falsch notiert.
Also:
„Buddhismus und Gewalt“ Di. 13.09.2005, WiLA Bonn
Di., 13.09.2005 WiLA Bonn „Buddhismus und Gewalt“
Während sich die Geschichte und auch die Gegenwart der monotheistischen Weltreligionen nicht selten als gewaltbelastet darstellt, scheint der Buddhismus immun gegen dieses Phänomen zu sein. Der Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit fragt nach faktischer Gewalt und dem Ideal der Gewaltlosigkeit innerhalb der buddhistischen Kulturen. Dabei wird an Fallbeispielen zu zeigen sein, dass auch die zweieinhalbtausendjährige Kulturgeschichte des Buddhismus nicht frei ist von religiös legitimierter Gewalt.
18.00-20.15 Uhr, Wissenschaftsladen Bonn, Buschstraße 85, 53113 Bonn, kostenlos
http://www.wila-bonn.de
Soweit für heute. Morgen werde ich einen ordentlichen Hauptrundbrief verschicken.
Herzliche Grüße,
Ihr/Euer Michael A. Schmiedel.
(1.9.2005)
Liebe Leserinnen und Leser,
die Nr. 116 ist fast fertig, da zwingen mich zwei Termine, noch heute eine Ergänzung und eine Korrektur rund zu schicken, damit es niemand übersieht:
1.)
Übermorgen, am Samstag dem 3.9.2005 findet von 14-17,15 Uhr eine Exkursion des Wissenschaftsladens Bonn e.V. und des AK Religiöse Topographie Köln/Bonn e.V. zum
Bahá’i´-Zentrum, Koblenzer Str. 82 in Bonn-Bad Godesberg statt.
Die Teilnahmegebühr beträgt 10,- Euro
Wer teilnehmen möchte muss sich nicht anmelden, Krischan Ostenrath würde wegen der Planung aber ein kurzes Bescheidgeben per E-Mail begrüßen: krischan.ostenrath@wilabonn.de
2.)
Mein Vortrag über Buddhismus und Gewalt findet nicht am 18.10.2005, sondern schon am Dienstag dem 13.9.2005 statt. Ich hatte mir das falsch notiert.
Also:
„Buddhismus und Gewalt“ Di. 13.09.2005, WiLA Bonn
Di., 13.09.2005 WiLA Bonn „Buddhismus und Gewalt“
Während sich die Geschichte und auch die Gegenwart der monotheistischen Weltreligionen nicht selten als gewaltbelastet darstellt, scheint der Buddhismus immun gegen dieses Phänomen zu sein. Der Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit fragt nach faktischer Gewalt und dem Ideal der Gewaltlosigkeit innerhalb der buddhistischen Kulturen. Dabei wird an Fallbeispielen zu zeigen sein, dass auch die zweieinhalbtausendjährige Kulturgeschichte des Buddhismus nicht frei ist von religiös legitimierter Gewalt.
18.00-20.15 Uhr, Wissenschaftsladen Bonn, Buschstraße 85, 53113 Bonn, kostenlos
http://www.wila-bonn.de
Soweit für heute. Morgen werde ich einen ordentlichen Hauptrundbrief verschicken.
Herzliche Grüße,
Ihr/Euer Michael A. Schmiedel.
Mittwoch, August 03, 2005
Interreligiöser Rundbrief Nr. 115
„Die Vorstellung alleiniger Seligkeit für seinen Glauben und des Verdammnisses für die anderen ist nichts als eine kurzsichtige Einengung der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit und einer egozentrischen Bevormundung Gottes; Himmel bzw. Paradies und Hölle unter den Menschen zu verteilen bzw. sich als Pförtner von Himmel und Hölle hervorzutun, zeugt von einer naiven Vorstellung der Mensch-Gott-Beziehung.“
Ahmed Ginaidi
Interreligiöser Rundbrief für Köln / Bonn und Umgebung Nr. 115
(3.8.2005)
Interreligiöser Rundbrief für Köln / Bonn und Umgebung Nr. 115. 1
(3.8.2005) 1
I. Editorial 2
II. Veranstaltungshinweise. 3
II.1. Veranstaltungen von bzw. unter Beteiligung von Religions for Peace / WCRP Köln / Bonn. 3
II.1.a. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 4. August 2005. 3
II.1.b. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 1. September 2005. 3
II.1.c. Interreligiöser Gesprächskreis am 1. September 2005. 3
II.1.d. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 6. September 2005. 3
II.1.e. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 20. September 2005. 3
II.1.f. Gebet der Religionen in Bonn am 27. September 2005. 3
II.1.g. Interreligiöses Projekttreffen am 29. September 2005. 3
II.1.h. Gebet der Religionen in Köln 3. Oktober 2005. 3
II.1.i. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 6. Oktober 2005. 3
II.1.j. Interreligiöser Gesprächskreis am 6. Oktober 2005. 4
II.2. Jahrestagung von Religions for Peace / WCRP Deutschland 16.-18. September in Bad Boll 4
II.3. Jahrestagung der Interreligiösen Arbeitsstelle INTR°A am 17.-18. September in Frankfurt a.M. 4
II.4. XXVII. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Religionsgeschichte DVRG 25.-28. September in Bayreuth. 4
II.5. Weltjugendtag in Köln, Bonn und anderswo 15.-21. August 2005. 4
II.5.a Veranstaltungsvorschlag zum Weltjugendtag von Annette Esser, Religions for Peace / WCRP Köln / Bonn. 5
II.6. Autorenlesung von „Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt“ am 20. August 2005 in Bonn. 7
II.7. Weitere Veranstaltungen in Köln. 7
II.7.a. Friedensforum am Aachener Weiher am 7. August 2005. 7
II.7.b. Weißt du wer ich bin? am 6. September 2005. 7
II.7.c. „Umgang mit Trauer, Trennung und Katastrophen in buddhistischer Tradition“. am 16. September 2005. 7
II.7.d. „Hiob und die Gerechtigkeit Gottes in jüdischer, christlicher und islamischer Auslegung“ am 22. September 2005. 7
II.7.e. „Jüdisch-christlich-muslimische Spurensuche in der Kölner Südstadt. am 27. September 2005. 7
II.8. Zwei Termine der Familienföderation für Weltfrieden. 7
I1.8.a. Friedensinitiativen in Ozeanien im Kontext regionaler und weltweiter Friedensbemühungen am 14. August 2005. 8
II.8.b. Die Jerusalem Deklaration – Aussöhnung und Frieden als gemeinsame Aufgabe der Religionen am 1. September 2005. 8
II.9. Hinweis auf meine Vorträge im Oktober und November 2005. 8
III. Sonstige Infos. 8
III.1. Zum Tod von Prof. Heinz Bechert (zugesch. von Adelheid Herrmann-Pfandt via Yggdrasill-Liste) 8
III.2. Euromedia-Medaille für "Religiopolis. Weltreligionen erleben" (zugesch. von Udo Tworuschka via Yggdrasill-Liste) 9
IV. Literatur- und sonst. Medientipps. 9
IV.1. Online Diashows zu buddhistischen, hinduistischen und Sikh-Traditionen in Deutschland und der Schweiz (zugesch. von Martin Baumann via Yggdrasill-Liste) 9
IV.2. 5 weitere Bände der Schriftenreihe "Interkulturelle. 10
Bibliothek" (zugesch. von Hamid Reza Yousefi via Yggdrasill-Liste) 10
IV.3. Andreas Ludwig. Aleister Crowley's Scientific Illuminism Magie und Mystik als angewandte Psychologie zur Transformation des Menschen. (zugesch. vom Tectum Verlag) 10
V. Buchrezensionen von mir. 11
V.1 Aries, Wolf D., und Ülker, Rüstem (Hg.), Dietrich Bonhoefer, Alfred Delp und Said Nursi: Christentum und Islam im Gegenüber zu den Totalitarismen. Erträge aus dem II. Said Nursi-Symposium (Haus der Geschichte, Bonn 2004). = Andreas Feldtkeller, Klaus Hock, Tarek Mitir, Jochen S. Nielson (Hg.), Christentum und Islam im Dialog, Christian – Muslim Relations, Bd. 6. Münster (LIT-Verlag) 2004. 11
V.2. Johannes O. Ulrich. Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt. Eine euro-orientalische Erzählung. Bonn (Literatur-Atelier Frauen Museum) 2005. 13
VI. Off-Topic: HORIZONTE-Festival in Koblenz am 15./16. Juli 2005. Ein Bericht von Jutta Mensing. 16
VII. Und noch’n Gedicht: 17
Was du nicht kennst, das, meinst du, soll nicht gelten?. 17
I. Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
Bomben in London, Sharm el Sheikh, Antalya und immer wieder in Baghdad lassen uns erahnen, wie weit echter Friede noch entfernt ist. Vielleicht haben wir Menschen es nicht besser verdient, wer weiß? Eberhard Wegner versorgt mich immer wieder mit Leserbriefen aus der Presse rund um das Thema Islam, und diese zeigen mir, wie kontrovers und verschieden die Ansichten in unserer Gesellschaft dazu sind, von „schmeißt sie doch alle raus“ bis „umarmt sie doch bitte sehr“. Ob das so einfach ist? Muslime sind Menschen wie andere auch, mit den gleichen Tugenden und dem gleichen Gewaltpotential wie andere. Da ist es wichtig, die Spreu vom Weizen zu trennen und nicht alle in einen Pott zu werfen, so wie bei anderen Teilen der Menschheit auch. Das Zitat oben über der Überschrift stammt immerhin auch von einem Muslim und ist aus dem von mir unten rezensierten Tagungsband des II. Said Nursi-Symposiums.
Viel wird auch über die katholische, die römische Kirche geschimpft, aber auch da gilt das Gleiche: Differenzierung. Der neue Papst, Benedict XVI. kommt zum Weltjugendtag nach Köln und Bonn. Wer ihn sehen möchte, muss sich anmelden oder irgendwo am Rhein einen Platz ergattern und aufpassen, dass er dann von den Pilger- und Gaffermassen nicht ins Wasser geschoben wird. Im Toom in Beuel gibt es übrigens ein Papstbier zu kaufen, ein Spezial von der Brauerei Weideneder in Tann mit dem Konterfei des Papstes und seines Geburtshauses in Marktl weißblau umrahmt auf dem Etikett. Ich habe es noch nicht verkostet, kann als weder zu-, noch abraten.
Von meinem guten Bekannten Gregor Sattler habe ich zwei Termine der Familienföderation in den Rundbrief aufgenommen, wohlwissend, dass diese zu Reverent San Myung Mun gehörende Organisation umstritten ist. Aber, wie man oben lesen kann, welche Religionsgemeinschaft ist da nicht? Und ich halte Sie und Euch für mündig genug, selbst zu entscheiden.
Wer Beiträge aus dem Verteiler der Islamischen Hochschulvereinigung vermisst, dem kann ich auch nicht mehr erklären, als dass ich mit der Änderung meiner E-Mail-Adresse da heraus geflogen bin und auf meine E-Mails um Änderung keine Antwort erhielt. Wenn ich deren Internetinfos richtig verstehe, haben sie den Verteiler für Nichtmitglieder eingestellt, aber ganz schlau werde ich daraus nicht. Kann mir da jemand weiter helfen?
Ein Buch eines Bonner Autors wird derzeit anscheinend ganz berühmt: „Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt“ von Johannes Otto Ulrich, der sich in letzter Zeit auch bei Religions for Peace / WCRP Köln / Bonn engagiert. Ich habe es rezensiert und zwei Autorenlesungstermine aufgenommen.
Nun wünsche ich eine informative und erbauliche Lektüre.
**
II. Veranstaltungshinweise
II.1. Veranstaltungen von bzw. unter Beteiligung von Religions for Peace / WCRP Köln / Bonn
II.1.a. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 4. August 2005
17.30-17.45 Uhr: Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit, Münsterplatz, Bonn.
II.1.b. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 1. September 2005
17.30-17.45 Uhr:, Münsterplatz, Bonn.
II.1.c. Interreligiöser Gesprächskreis am 1. September 2005
19.30 – 21.30 Uhr:, bei Lioba von Lovenberg, Argelanderstraße 6, Bonn.
Thema: „Wie können wir unseren eigenen Fanatismus erkennen und überwinden?“
II.1.d. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 6. September 2005
VHS Bonn. (Genauere Info von Dr. Jeannette Spenlen folgt).
II.1.e. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 20. September 2005
Veranstaltung zum Islam in Deutschland, VHS Bonn. (Genauere Info von Dr. Jeannette Spenlen folgt).
II.1.f. Gebet der Religionen in Bonn am 27. September 2005
ca. 19 Uhr:, Krypta der Kreuzkirche, Bonn.
II.1.g. Interreligiöses Projekttreffen am 29. September 2005
19 Uhr im Domforum, Köln.
II.1.h. Gebet der Religionen in Köln 3. Oktober 2005
ca. 18 Uhr, Köln (der genaue Ort wird noch bekannt gegeben)
II.1.i. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 6. Oktober 2005
17.30-17.45 Uhr:, Münsterplatz, Bonn.
II.1.j. Interreligiöser Gesprächskreis am 6. Oktober 2005
19.30 – 21.30 Uhr:, bei Lioba von Lovenberg, Argelanderstraße 6, Bonn.
Das Thema wird beim Gesprächskreis am 1.9. gemeinsam festgelegt.
*
II.2. Jahrestagung von Religions for Peace / WCRP Deutschland 16.-18. September in Bad Boll
16.-18. September: Evangelische Akademie, Bad Boll
Religions for Peace / WCRP Deutschland Jahresversammlung (Vgl. Ankündigung in WCRP-Informationen).
Referentinnen / Referenten:
Dr.Stephan Schlensog - Tübingen
George Strasser - Brüssel
Heinz-Jürgen Metzger - Solingen
Infos im Netz: http://www.ev-akademie-boll.de/index.php?id=142&tagungsid=640405
*
II.3. Jahrestagung der Interreligiösen Arbeitsstelle INTR°A am 17.-18. September in Frankfurt a.M.
mit Verleihung des INTR°A-Projektpreises für Komplementarität der Religionen. Tagungsort: Hochschule St. Georgen Frankfurt/M., Offenbacher Landstr. 224.
Thema: Europa im Orient – der Orient in Europa.
http://www.interrel.de/
Inklusive einer Lesung vom Johannes O. Ulrichs „Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt“
*
II.4. XXVII. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Religionsgeschichte DVRG 25.-28. September in Bayreuth
Thema: Religion und Kritik - Das Kritikpotenzial
der Religionen und der Religionswissenschaft.
Infos:
http://www.uni-bayreuth.de/departments/religionswissenschaft/dvrg2005/ .
*
II.5. Weltjugendtag in Köln, Bonn und anderswo 15.-21. August 2005
Infos unter http://www.wjt.de
und
http://www.wjt-bonn2005.de/
In Bonn kann man sich auch als Gästelotze engagieren, d.h. den Pilgern Fragen beantworten, wie sie wohin kommen usw.. Infos dazu unter
http://www.wjt-bonn2005.de/gastgeber/gastgeber_lotsen.htm
II.5.a Veranstaltungsvorschlag zum Weltjugendtag von Annette Esser, Religions for Peace / WCRP Köln / Bonn
Liebe Freunde von WCRP,
Der 'Weltjugendtag' in Köln wird ein großes Ereignis, das seine Schatten schon seit langem voraus wirft.
Abgesehen vom offiziellen Programm gibt es auch ein kritisches Begleitprogramm, an dem ich selbst - die ich auch Gäste beherberge - teilnehmen werde.
Vielleicht habt ihr Lust und Zeit am Mittwoch den 17 August nachmittags in den 'Wir sind Kirche Treffpunkt' in die Gemeinde Christi Auferstehung der Alt-Katholischen Kirche in der Jülicher Str. 28 zu kommen. Dort werde ich mit Annegret Laakmann ('Lila Stola') und mit einer Amerikanerin zum Thema Frau in der Kirche sprechen. Abends gibt es eine Vesper mit Tobias Raschke, dem Sprecher der Wir-sind-Kirche-Jugend. Die genaue Urzeit weiß ich leider noch nicht, werde sie euch aber bei Gelegenheit mitteilen.
Ich würde mich freuen bei dieser Gelegenheit einige von euch zu sehen.
Viele Grüsse,
Annette
Pressemitteilung, Hannover/Köln, 24. Juli 2005
Wir sind Kirche: Weltjugendtag wird an seiner Dialogfähigkeit zu messen sein
„Weltjugendtag für alle“ und „Wir sind Kirche-Treffpunkt“ als kritische Begleitung geplant
Die Offenheit des Dialogs ist nach Ansicht der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche das entscheidende Kriterium, mit dem der katholische Weltjugendtag vom 11. bis 21. August in Deutschland zu messen sein wird.
„So ein großes internationales Treffen ist nur sinnvoll und hat nur dann eine langfristig positive Wirkung, wenn es auch nachhaltige Partnerschaften und offene Diskussionen ermöglicht“, erklärt Christian Weisner, Sprecher der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche, „dies wird jedoch bei einem Ereignis dieses gigantischen Ausmaßes nicht möglich sein.“
Statt vorgefertigter Antworten sollte die Kirche viel mehr als bisher auf die Fragen der Jugendlichen hören. Statt der Katechesen ‚von oben’, die die 600 angemeldeten Bischöfe halten werden, sollte es besser Dialoge ‚von unten’ geben. Auch Tabu-Themen dürften nicht ausgespart werden. Als schlechtes Omen für die Dialogbereitschaft im Kölner Erzbistum sieht Weisner das Redeverbot, das der französische Bischof Jacques Gaillot im letzten Jahr dort erhielt.
„Nur wenn die Themen, die junge Menschen in aller Welt existenziell betreffen, offen und selbstbestimmt diskutiert werden, wird der katholische Weltjugendtag seinem eigenen Anspruch gerecht“, erklärt Tobias Raschke, Sprecher der Wir sind Kirche-JUGEND. Dabei bezieht sich Raschke auf das in der Einladung nach Köln zitierte Papstwort „Die Kirche hat der Jugend viel zu sagen, und die Jugend hat der Kirche viel zu sagen. Dieser gegenseitige Dialog muss offenherzig, klar und mutig sein.“ (Apostolisches Schreiben „Christifideles Laici“ 1988)
Zu den Themen, die heute gerade für junge Menschen von allergrößter Bedeutung sind, so Raschke, gehören die Auswirkungen der Globalisierung, die Religiosität junger Menschen fern der Kirchen, die Sexualaufklärung als Menschenrecht sowie ein offener Umgang mit Homosexualität und Schwangerschaftskonflikten. Der Brief an den Generalsekretär des katholischen Weltjugendtages, mit dem die Wir sind Kirche-JUGEND frühzeitig ihre Mitwirkung angeboten hatte, wurde aber nicht einmal beantwortet.
Angesichts des derzeit drastischen Sparkurses der katholischen Kirche in der Pastoral und in der Jugendarbeit hält Wir sind Kirche die ungeheuer hohen Ausgaben von etwa 100 Millionen Euro allein für die fünf Tage des Weltjugendtages in Köln für weit überzogen und nicht verantwortbar.
Das eigentliche Vorbild der katholischen Weltjugendtage, die Jugendtreffen von Taizé, die auf den evangelischen Ordensgründer Frère Roger zurückgehen, sind viel mehr „von unten“ organisiert, viel kostengünstiger und viel ökumenischer. Die gewaltigen verkehrlichen, logistischen und finanziellen Probleme des gigantischen katholischen Weltjugendtages in Köln sind schon jetzt absehbar.
„Weltjugendtag für alle“ und „Wir sind Kirche-Treffpunkt“ als kritische Begleitung
Mit dem „Weltjugendtag für alle“ (www.wyd4all.org) hat die Wir sind Kirche-JUGEND ein offenes Dialog-Forum während des katholischen Weltjugendtags vom 15. bis zum 21. August 2005 in Köln initiiert. Bereits beim katholischen Weltjugendtag 2002 in Toronto gestaltete die Wir sind Kirche-Jugend das Programm „Challenge The Church“ als kritische Begleitung mit.
Mit dem „Wir sind Kirche-Treffpunkt“ in einem Gemeindezentrum der Kölner Innenstadt bietet die KirchenVolksBewegung vom 16. bis 19. August ein offenes Angebot für die in- und ausländischen Gäste mit Workshops, Filmen, Spiritualität und Raum für Begegnung.
Das detaillierte Programm des „Weltjugendtag für alle“ und des „Wir sind Kirche-Treffpunkt“ wird in Kürze vorgestellt. Pressekonferenzen sind u.a. Montag, 15. August und Mittwoch, 17. August 2005 jeweils vormittags in Köln vorgesehen.
Mehr Informationen:
T o b i a s R a s c h k e
„Weltjugendtag für alle“-Koordinator
Wir sind Kirche-JUGEND-Sprecher
Tel: +49 (0)221-829 18 11, mobil: +49 (0)171-5464 950
Fax: +49 (0)1212-527 412 908
Email: presse@wyd4all.org
Internet: www.jugend.wir-sind-kirche.de
Internet: www.wyd4all.org
C h r i s t i a n W e i s n e r
Bundesteam KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche
Tel.: +49 (0)511-80 00 10, mobil: +49 (0)172-518 40 82
Fax: +49 (0)511-988 60 50
Email: info@wir-sind-kirche.de
Internet: www.wir-sind-kirche.de
Stichwort: KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche
Wir sind Kirche ist aus dem 1995 in Österreich gestarteten Kirchenvolks-Begehren hervorgegangen und setzt sich ein für eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche auf der Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Die 1996 in Rom gegründete internationale Bewegung Wir sind Kirche ist derzeit in mehr als zwanzig Ländern auf allen Kontinenten vertreten und weltweit mit gleichgesinnten Reformgruppen vernetzt. Als innerkirchliche Reformbewegung vertritt Wir sind Kirche theologisch fundiert die „Stimme des Kirchenvolkes“, wie internationale Studien renommierter Religionssoziologen immer wieder bestätigen.
*
II.6. Autorenlesung von „Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt“ am 20. August 2005 in Bonn
20. August 2005, ab 19.30
Galeria Galeano/Cafe de Arte
Wolfstrasse 47, Bonn
Alternatives zum Wjt2005
Wie geht es weiter mit dem Christentum in Europa?
Johannes O. Ulrich liest aus seiner euro-orientalischen Erzähliung:
Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt
*
II.7. Weitere Veranstaltungen in Köln
II.7.a. Friedensforum am Aachener Weiher am 7. August 2005
16-18 Uhr:, Köln (nähere Infos über Werner Heidenreich, StadtRaum Köln).
II.7.b. Weißt du wer ich bin? am 6. September 2005
16-17:30 in der Melanchthonakademie, Kartäuserwall, Köln
Infos über Dorothee Schaper, Evangelische Stadtkirchenverband Köln
II.7.c. „Umgang mit Trauer, Trennung und Katastrophen in buddhistischer Tradition“. am 16. September 2005
18-22:15 Uhr: in der Melanchthonakademie, Kartäuserwall, Köln
Vortrag von Werner Heidenreich.
II.7.d. „Hiob und die Gerechtigkeit Gottes in jüdischer, christlicher und islamischer Auslegung“ am 22. September 2005
18-22:15 Uhr: in der Melanchthonakademie, Kartäuserwall, Köln
Marten Marquart, Dr. Jizchak Ahren, Hussein Inam
II.7.e. „Jüdisch-christlich-muslimische Spurensuche in der Kölner Südstadt. am 27. September 2005
18 Uhr: vor dem Haupteingang von St. Panthaleon (18-20:15 Uhr)
Dorothee Schaper, Marten Marquart.
*
II.8. Zwei Termine der Familienföderation für Weltfrieden
Kontakt: gumsattler@aol.com, Tel. 0228 - 464070
I1.8.a. Friedensinitiativen in Ozeanien im Kontext regionaler und weltweiter Friedensbemühungen am 14. August 2005
Sonntag, 14.08. 2005, 10.00 Uhr
Rathausgasse 20, 53111 Bonn
II.8.b. Die Jerusalem Deklaration – Aussöhnung und Frieden als gemeinsame Aufgabe der Religionen am 1. September 2005
Donnerstag, 01.09. 2005, 19.30 Uhr
Rathausgasse 20, 53111 Bonn
[Die Familienföderation für den Weltfrieden ist eine Organisation der Vereinigungskirche von Referent San Myung Mun, vgl. http://www.familienfoederation.de/ , ggf. danach googeln. MAS]
*
II.9. Hinweis auf meine Vorträge im Oktober und November 2005
Unter http://schmiedelvortraege.blogspot.com/ finden Sie / findet Ihr Infos zu meinen öffentlichen Vorträgen am 18. Oktober zu “Buddhismus und Gewalt”, am 20. Oktober zu “Weltreligionen: was verbindet, was unterscheidet sie?” und am 9. November zu “Islam in Deutschland”.
**
III. Sonstige Infos
III.1. Zum Tod von Prof. Heinz Bechert (zugesch. von Adelheid Herrmann-Pfandt via Yggdrasill-Liste)
Liebe Listenmitglieder,
vor kurzem erst habe ich Kenntnis von der traurigen Nachricht
erhalten, daß am 14. Juni 2005 einer der Altmeister der deutschen
Buddhismuskunde und Indologie, Professor Heinz Bechert, nur
wenige Tage vor seinem 73. Geburtstag in Göttingen verstorben ist.
Laut der Anzeige findet oder fand die Beerdigung auf Wunsch des
Verstorbenen im engsten Familienkreis statt. Professor Bechert
hinterläßt seine Frau Marianne Bechert.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Adelheid Herrmann-Pfandt
*
III.2. Euromedia-Medaille für "Religiopolis. Weltreligionen erleben" (zugesch. von Udo Tworuschka via Yggdrasill-Liste)
Sehr verehrte liebe KollegInnen und FreundInnen,
Am 16. Juni 2005 wurden in Berlin die wohl wichtigsten deutschen Auszeichnungen für didaktische Multimediaprodukte vergeben.
Als Herausgeber der BMBF-geförderten Lernsoftware "Religiopolis. Weltreligionen erleben" (Ernst Klett Schulbuchverlag, Leipzig) freue ich mich, Ihnen/ Euch mitteilen zu können, dass unsere CD-ROM mit einer von insgesamt sechs Euromedia-Medaillen 2005 (der einzigen für Deutschland) ausgezeichnet worden ist. Zusammen mit dem technischen Redakteur des Ernst Klett-Schulbuchverlages, Karl Wilschky, konnte ich diese hohe Auszeichnung in Berlin entgegennehmen.
Weitere Informationen zu den Comenius-Auszeichnungen findet Ihr/ finden Sie auf folgender Website:
http://www.gpi-online.de/front_content.php
Mit den besten Grüßen von
Udo Tworuschka.
**
IV. Literatur- und sonst. Medientipps
IV.1. Online Diashows zu buddhistischen, hinduistischen und Sikh-Traditionen in Deutschland und der Schweiz (zugesch. von Martin Baumann via Yggdrasill-Liste)
Liebe Listenteilnehmer/innen,
gerne erlaube ich mir den Hinweis auf jüngst aufgeschaltete online Diashows zu buddhistischen, hinduistischen und Sikh-Traditionen in Deutschland und der Schweiz. Die sieben Diashows laufen unter dem Titel:
"Religious Diversity in Central Europe: Asian Immigrant Religions in Germany and Switzerland" und wurden in Zusammenarbeit mit dem Pluralismusprojekt an der Harvard University konzipiert und realisiert.
Link: http://www.pluralism.org/resources/slideshow/baumann/main.php
Martin Baumann, Brigitte Luchesi and Annette Wilke have put together a slide show and accompanying introduction that "aims to provide an idea of the evolved religious diversity by portraying religions brought by immigrants from Asia to Europe. It depicts and describes selected places of Buddhist, Hindu and Sikh worship in Germany and Switzerland. Though there are considerable numbers of western converts, especially so in the case of Buddhism, the show is restricted to the experience and locations of Asian immigrants. Most often, the places established, whether small in a narrow basement or huge in a newly built edifice, form vivid homes away from home. They provide nostalgic remembrances of as well as continuing links to the people, culture and religion left behind."
Mit besten Grüssen,
Martin Baumann
(Religionswissenschaftliches Seminar, Universität Luzern)
*
IV.2. 5 weitere Bände der Schriftenreihe "Interkulturelle
Bibliothek" (zugesch. von Hamid Reza Yousefi via Yggdrasill-Liste)
Sehr geehrte Damen und Herren,
eben sind 5 weitere Bände der Schriftenreihe "Interkulturelle
Bibliothek" erschienen. Sie können direkt beim Verlag bestellt
werden:
http://www.bautz.de/interkulturell.shtml
Es handelt sich um:
Band 4
Jameleddine Ben-Abdeljelil: Ibn Ruschds Philosophie interkulturell
Band 18
Heinz Kimmerle: Jacques Derrida interkulturell gelesen
Band 19
Ram Adhar Mall: Hans-Georg Gadamers Hermeneutik interkulturell
Band 51
Rainer Ernst Zimmermann: Ernst Bloch interkulturell gelesen
Band 59
Rainer Ernst Zimmermann: Jean-Paul Sartre interkulturell gelesen
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hamid Reza Yousefi
Universität Trier
Universitätsring 15
D-54296 Trier
Fachbereich I - Philosophie
Tel.: +49 (0) 651 201 2344 und +49 (0) 6511461784
http://www.bautz.de/interkulturell.shtml
http://www.bautz.de/bausteine.html
http://www.mensching.uni-trier.de/
*
IV.3. Andreas Ludwig. Aleister Crowley's Scientific Illuminism Magie und Mystik als angewandte Psychologie zur Transformation des Menschen. (zugesch. vom Tectum Verlag)
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Sie auf folgende Neuerscheinung unseres Verlages hinweisen:
Andreas Ludwig
Aleister Crowley's Scientific Illuminism Magie und Mystik als angewandte
Psychologie zur Transformation des Menschen
„Das große Tier 666“, Aleister Crowley, ist heute, wie zu seinen
Lebzeiten, immer noch die schillerndste Figur innerhalb des Okkultismus.
Seine exzentrische Persönlichkeit, bizarre Rituale und starker
Drogenkonsum bilden die Grundlage für eine abenteuerliche
Legendenbildung um einen der kreativsten und intelligentesten
Protagonisten der okkultistischen Subkultur des 20. Jahrhunderts.
Allerdings hat diese Entwicklung dazu geführt, daß Crowley außerhalb von
esoterischen Zirkeln kaum bekannt ist oder aber durch Unkenntnis seiner
tatsächlichen Lehre einer oftmals sehr verzerrten Darstellung unterliegt.
Die vorliegende religionswissenschaftliche Studie liefert erstmals eine
grundlegende Systematik sowohl der Doktrin als auch der Methodik „des
letzten großen Magiers“ und versucht dem Leser die oftmals komplexe
spirituelle Lehre des selbsternannten „Antichristen“ zu erläutern.
Gestützt auf ausgiebige Zitate aus dem umfangreichen literarischen Werk
Crowleys, werden die Kernelemente seines „wissenschaftlichen
Erleuchtungsweges“ sorgfältig herausgearbeitet und jenseits
konfessioneller Stigmatisierung einer objektiven Beurteilung zugänglich
gemacht.
Tectum Verlag 2005 217 Seiten 24,90 Euro
3-8288-8869-0
Stichworte zur Arbeit
Crowley, Aleister Dee, John
Thelema Kabbala Magie Satanismus Okkultismus Magischer Orden
-
Tectum Verlag
Steinweg 7
35037 Marburg
Tel.: 0 64 21/48 15 23
Fax: 0 64 21/483 43 70
www.tectum-verlag.de
email@tectum-verlag.de
[Andreas Ludwig ist ein Kommilitone von mir. MAS]
**
V. Buchrezensionen von mir
V.1 Aries, Wolf D., und Ülker, Rüstem (Hg.), Dietrich Bonhoefer, Alfred Delp und Said Nursi: Christentum und Islam im Gegenüber zu den Totalitarismen. Erträge aus dem II. Said Nursi-Symposium (Haus der Geschichte, Bonn 2004). = Andreas Feldtkeller, Klaus Hock, Tarek Mitir, Jochen S. Nielson (Hg.), Christentum und Islam im Dialog, Christian – Muslim Relations, Bd. 6. Münster (LIT-Verlag) 2004.
Am 19./20.3.2004 fand im Haus der Geschichte in Bonn das II. Internationale Said Nursi Symposium statt (vgl. die Interreligiösen Rundbriefe Nr. 104 und 105), dessen Tagungsband rechtzeitig zum III. Symposion dieser Reihe im Februar 2005 (vgl. die Interrel. Rundbriefe Nr. 112 und 113) erschien. Dieser enthält abgesehen von Vorwort und Begrüßungsrede und einer Chronologie des Lebens von Said Nursi (1877-1960) auf insgesamt 138 Seiten 13 der auf dem Symposion gehaltenen Vorträge von Christian Gremmels, Johannes Lähnemann, Ian Markham, Christoph Elsas, Bilal Kuspinar, Sükran Vahide, Christoph Th. Scheilke, Fritz Erich Anhelm, Ibrahim M. Abu Rabi, Thomas Michel, Ian Kaplow, Ahmed Ginaidi und Hansjörg Biener. So unterschiedlich die Referenten, so unterschiedlich sind auch die Beiträge, was Perspektive und Sprachspiel anbelangt. Hier treffen sich unterschiedliche Diskursuniversen zu einem Dialog, in den der Leser/die Leserin eingeladen ist, einzusteigen. Sicher fehlt die Lebendigkeit des spontanen Austausches, den das Symposion selber bot und im Vergleich zu der Entwicklung, die ich beim III. Said Nursi Symposium beobachtet zu haben glaube, ist dieser Tagungsband ein Blick zurück auf ein vorheriges Stadium und ein Denkmal des selben.
Said Nursi, Dietrich Bonhoefer und Alfred Delp waren ungefähr Zeitgenossen, saßen alle drei aus weltanschaulichen Gründen in Gefängnissen, ersterer in der kemalistischen Türkei, die anderen beiden des nationalsozialistischen Deutschlands, wobei ersterer überlebte und rehabilitiert wurde, die beiden anderen aber kurz vor Kriegsende hingerichtet wurden. Alle drei setzten sich intensiv mit dem Zeitgeist ihrer jeweiligen Gesellschaft auseinander und reflektierten ihn auf der Grundlage ihres jeweiligen muslimischen bzw. christlichen Glaubens. Die Jama’at un-Nur, die Gemeinschaft des Lichtes, die das Werk Said Nursis herausgibt und in die Welt trägt und auch diese Symposien organisiert, sieht in dieser Übereinstimmung eine Grundlage für eine muslimisch-christliche Zusammenarbeit für eine Gesellschaft auf religiöser Grundlage in gemeinsamer Ablehnung der Säkularisation. Das zumindest kann man aus den Beiträgen ihrer Vertreter aus diesem Tagungsband heraus lesen. Auch heraus lesen kann man aus den Beiträgen einiger der anderen Referenten, dass man weder den Kemalismus mit dem Nationalsozialismus, noch mit dem heutigen europäischen Säkularismus gleichsetzen darf, und dass Zusammenarbeit und ein diese Zusammenarbeit in die Wege leitender Dialog nicht nur zwischen den abrahamischen Religionen, sondern zwischen Menschen gleich welcher Religion oder Weltanschauung notwendig und Toleranz auch gegenüber Atheisten zu pflegen sei. Diese Rückmeldungen eben scheinen mir inzwischen in dem weiteren Dialog schon berücksichtigt und beim III. Symposion spürbar umgesetzt zu sein.
Sprache als Medium des Dialogs wird in dem Band immer wieder thematisiert, sei es dadurch, dass Thomas Michel, S.J. vom Sekretariat für den interreligiösen Dialog des Vatikan darauf hinweist, das Said Nursi sein Werk, die Risale-i Nur nicht als akademische Übung, sondern als praktischen Ratgeber für die gewöhnlichen gläubigen Muslime geschrieben habe, weshalb in unseren heutigen Dialogkreisen selbstverständliche Begriffe dort nicht vorkämen oder aber eine andere Bedeutung hätten, sei es, dass der Kasseler Theologe Christian Gremmels dem Begriff „Verantwortung“, der Erlangen-Nürnberger Theologe Johannes Lähnemann, dem Begriff der „Freiheit eines Glaubenden“ oder der in Hannover lehrende amerikanische Philosoph Ian Kaplow dem Begriff „Toleranz“ analytisch zu Leibe rücken. Dadurch wird sehr deutlich, wie leicht man diese Worte sehr unterschiedlich gebrauchen und aneinander vorbei reden kann. Zum Beispiel weist Kaplow darauf hin, dass Toleranz, wenn sie nur jenen entgegen gebracht wird, die ähnlich wie wir selbst sind, keine Toleranz sei, wogegen der Karlsruher Pädagoge Ahmed Ginaidi die koranische Toleranz gegenüber Juden und Christen auf der Grundlage des gemeinsamen Glaubens an Gott und die Propheten erklärt. Das sind zwei verschiedene Toleranzbegriffe.
Sehr deutlich wird in diesem Band auch, wie sehr die Anhänger Said Nursis, ihrem Meister darin nachfolgend, sich mit den verschiedenen Geistesströmungen der Gegenwart auseinander setzen und gewillt sind, jede in ihrem jeweiligen Kontext zu würdigen, wenn auch keinesfalls jede zu bejahen. Ibrahim M. Abu Rabi, Mitherausgeber der Zeitschrift „The Muslim World“ weist darauf hin, wie sehr Said Nursis Texte aus seinem eigenen Leiden heraus entstanden sind. Dass der Säkularismus, der Laizismus und der Atheismus aus dieser Perspektive heraus als nur feindselig, aggressiv und schädlich wahrgenommen werden, ist verständlich, das Wissen um Said Nursis Perspektive muss aber bei all ihrer Wertschätzung auch dazu führen, sie zu relativieren, wenn man sie für die heutige Zeit fruchtbar machen will.
Leider wird die Lesbarkeit des einen oder anderen Textes, aber vor allem von Ian Kaplows Beitrag durch eine mangelhafte Lektorenarbeit erschwert, denn wenn schon der Autor kein Deutschmuttersprachler ist, sollten es doch besser die Lektoren sein, um Tipp- und Grammatikfehler korrigieren zu können. Sprache verbindet, unterschiedliche Sprachen trennen aber auch. Umso lobenswerter ist dieses Unternehmen, die unterschiedlichen Perspektiven im Hinblick auf ein gemeinsames Gestalten der Weltgesellschaft zur Sprache kommen zu lassen. Für mich bleibt es weiterhin spannend, diesen Prozess zu beobachten oder auch daran teil zu nehmen und hoffe, dass auch vom dritten Symposium ein Tagungsband heraus kommt.
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V.2. Johannes O. Ulrich. Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt. Eine euro-orientalische Erzählung. Bonn (Literatur-Atelier Frauen Museum) 2005.
Vielleicht hat ja jemand auch am 17. Juli abends im Radio Bonn-Rhein-Sieg im Bürgerfunk die Sendung über dieses Buch gehört oder einer der Lesungen des Autors, z.B. im Rahmen des Euro-orientalisches Maifestes im Frauenmuseum am 12. Mai (vgl. interrel. Rb. Nr. 113 – 3. Nachtrag) beigewohnt und hat sich so schon ein Bild davon machen können.
Als ich es aufschlug, erinnerte es mich an die Unendliche Geschichte von Michael Ende, das ja vom Druckbild her durch seine farbige und zwar braune und grüne Schrift auffällt, und hier nun ist sie blau. Es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten: Beide Bücher sind phantastische Erzählungen, beide sind wie die Märchen von tausendundeiner Nacht Geschichten mit Rahmen- und Binnenerzählung, wobei in der Unendlichen Geschichte die Farbe der Buchstaben diese beiden Ebenen voneinander trennt, während es bei diesem Buch die Buchstabengröße ist, und während in der Unendlichen Geschichte Phantásien dadurch vor seinem Untergang gerettet wird, dass der kindlichen Kaiserin ein neuer Name gegeben wird, wird hier Europa aus seiner Identitätskrise geholt, indem für es ein neuer Mythos ge- oder erfunden wird.
In der Rahmenhandlung lädt Königin Europa Märchenerzähler aus aller Welt in ihr Schloss ein, und gibt ihnen den Auftrag, ein neues Märchen zu erfinden, das Europa aus seiner Identitätskrise holen kann. Denn Europa ist in Brüsseler Bürokratie, amerikanischem Größen- und Geschwindigkeitswahn, Materialismus, für den die römisch-katholische Kirche verantwortlich gemacht wird, und einem sinnentleerten Drang nach Vergnügen und Unterhaltung erstarrt, wähnt sich zwar noch als maßgebend für die Welt, merkt aber nicht, dass eine teuflische Macht im Hintergrund die Fäden führt. Die Märchenerfinder – ein Iraker oder Iraner, ein Türke, ein Russe und eine nach Indien ausgewanderte Deutsche – erzählen nun eine Geschichte:
In einem Land im Süden, in Arabien, wird nur noch geweint, bis einige Kinder es satt haben. Sie stellen die tabubrechende Frage, warum sie denn nur noch weinende Zwerge seien, und keine Riesen mehr, die sie doch mal waren. Mit einer Truhe voll wunderbar duftenden Kuchens, machen sie sich auf den Weg nach Norden in das Land der buckligen Riesen, die für diese Misere schuldig zeichnen, von denen es heißt, sie wüssten mit den wunderbaren Dingen, die sei dereinst von den damaligen Riesen Arabiens gelernt hätten, nichts mehr anzufangen, sondern schliefen nur noch, auch wenn sie wach seien. Das Salzmeer überqueren sie auf einem rostigen Schiff, dessen Kapitän ein vollkommen runder Mensch ist, der drei Engel in Tiergestalt gefangen hält, die auf keinen Fall frei kommen dürfen, weil sie sonst die buckligen Riesen aus ihrem Wahntraum befreien könnten. Diesen Traum aber halte ein anderer Engel – der Teufel – am Laufen, indem er die buckligen Riesen mit Zuckerwatte versorge, die für sie den Sinn des Lebens darstelle, und sie daran hindere durch Beten den Kontakt zu ihrer eigenen Seele herzustellen. Die Kinder werden ihm unangenehm, da sie die gefangenen Engel befreien wollen, und kurzerhand schickt er sie nach Prag, das an einer Schwelle liege.
Damit endet die Binnenerzählung. In den Erzählpausen ereignet sich einiges im Schloss der Königin Europa. Europäische und arabische Kinder geraten in Streit darüber, was denn die Europäer alles von den Arabern gelernt hätten, ohne das Europa nie so groß geworden wäre. Ein polnischer Diplomat gerät mit einem usbekischen Ayatollah in eine Diskussion über eben dieses Thema. Ein jüdisch-amerikanischer General gewinnt nach und nach die Einsicht, dass die USA aufhören sollten, eine Vormachtstellung in der Welt einzunehmen. Der russisch-orthodoxe Diakon läuft, statt das Märchen weiter zu erzählen, wozu er doch von einem römisch-katholischen Bischoff aufgefordert worden ist, nachdem sich die anderen europäischen Märchenerzähler nicht über die Reihenfolge einigen konnten, nach einem kapitellangen Selbstgespräch über die Rolle russischer Spiritualität für die Zukunft Europas nackt durchs Schloss, um auf das Nichts aufmerksam zu machen. Der deutsche Lastwagenfahrer Albert überwindet seine Abneigung gegenüber Arabern durch seine Neugier, wie sich denn so ein „arabisches Frauengewand“ anfühlt und sieht darin dann das beste Kleidungsstück zur Vermeidung von Hodenkrebs. Letztlich stirbt Königin Europa an einer Überdosis ihrer Lieblingsspeise: arabische Marzipankugeln. Aber die Märchenkonferenz hat Europa einen neuen Weg gewiesen, der aus den arabischen Wurzeln der europäischen Kultur schöpft.
Johannes O. Ulrich liefert mit diesem Buch eine spannende, lustige, nachdenkliche allegorische Erzählung über unsere momentane europäische Befindlichkeit. Man merkt der Geschichte an, dass er lange in politischen Kreisen verkehrte, denn deren Rituale und Selbsteinschätzungen nimmt er detailliert ironisch aufs Korn. Aufs Korn genommen wird auch die europäische Selbstüberschätzung, der Nabel der Welt, das Maß aller Dinge zu sein und alle kulturellen und zivilisatorischen Leistungen aus sich selbst geschaffen zu haben. Ulrich kritisiert vor allem die letzten 200 Jahre europäischer Geschichte, die Irrtümer wie Liberalismus, Wissenschaftsgläubigkeit, Kapitalismus, Technologieversessenheit und Konsumrausch hervorgebracht und so das Unnormale zum Normalen erklärt hätten. Europäer seien eben bucklige Riesen, ein islamisches Bild für die christliche Lehre der Erbsünde, die dem nach muslimischer Lehre vollkommen und sündlos geborenen Menschen wie ein Buckel anhafte.
Die Wurzeln europäischer Kultur lägen in Arabien, ohne das wir keine Mathematik, keine Chemie, keine Krankenhäuser, keine Musiktherapie und vieles andere auch nicht hätten und noch in Höhlen wohnen und mit dem Fingern essen würden. Diese Wurzeln wieder zu entdecken könne uns Europäern wieder einen kulturtragenden Mythos liefern, der uns wieder Perspektiven und Motivationen geben könne, die über das Geldverdienen, das Vergrößern der EU und das Brechen immer neuer Rekorde hinaus gehen. Außer Arabien spielen auch Russland und Indien eine positive und Amerika eine negative Rolle.
Er nennt fünf Frauen und fünf Männer als Inspirator(inn)en: Annemarie Schimmel, Mirra Alfassa, Dorothee Sölle, Dorothea Viehmann, Marianne Pitzen, Johann Wolfgang von Goethe, Rudolf Steiner, Sri Aurobindo, Muhammed Iqbal (nicht Icbal, wie in dem Buch geschrieben) und Wladimir Solowjow. Michael Ende wird nicht genannt.
Gibt es an diesem so interessanten und inspirierenden Buch etwas auszusetzen? Ja. Druckfehler? Auch, aber die kommen ja überall vor. Die Sprache? Nun ja, es ist ein sehr eigener Stil, sehr an der mündlichen Umgangssprache orientiert, daher aber auch sehr leicht lesbar und wohl auch sehr gut vorlesbar, wenngleich ich mich über die Zeichensetzung manchmal wundere: zu viele Kommas, wo ich selber Gedankenstriche oder Doppelpunkte setzen würde. Und einmal verwandelt sich ein Krokanttee anscheinend vom Autor unbeabsichtigt in einen Ingwertee. Das ist aber alles relativ unwichtig.
Wichtig und notwendig finde ich eine Kritik an Ulrichs Darstellung der Bedeutung Arabiens, denn obwohl eine phantastische Erzählung, so ist sie auch eine moralische, die Einfluss auf unser Denken und Handeln in unserer realen oder von und für real gehaltenen Welt haben soll, und da muss man schon vorsichtig sein, damit da nicht ein Gmork – ein Werwolf in der Unendlichen Geschichte, der die Trennung zwischen Phantásien und Realität negiert und so Lügen in die Welt trägt – draus wird. Dass die Araber einiges von dem, was sie an kultureller Leistung erbracht haben, von den Indern haben, z.B. die Zahlen, wird erwähnt, und die Frage, ob sie dadurch nur Postboten dieser kulturellen Leistungen seien, wird aufgegriffen, aber offen gelassen. Auch wird am Ende des Buches ganz sachte darauf hingewiesen, dass der europäisch-arabische und christlich-muslimischeDialog nur der Anfang oder ein Nebeneffekt sei, und das eigentliche Geschehen etwas mit Indien zu tun habe, denn immerhin spielt ein indischer Elefant eine sehr zentral spirituelle Rolle in der Rahmenerzählung, aber das kommt in der Hauptaussage des Buches alles nur am Rande vor. Arabien wird einfach viel zu groß dargestellt, in den politischen Grenzen des Omaiyyaden- und Abbassidenreiches (661-1258). So gesehen wundert es nicht, dass Städte wie Gondaschipur im Iran und Sarmakand in Usbekistan als arabischen Städte vorgestellt und die antiken Phönizier, deren Göttin Europa die Namenspatronin unseres Subkontinents ist, zu Arabern gemacht werden. Sicher waren auch Griechenland und Rom in der Antike in hohem Maße abhängig von Einflüssen aus Nordafrika und Westasien, aber Araber spielten dabei noch keine so große Rolle. Und sind auch Worte wie „Algebra“ und „Baldachin“ arabischen Ursprungs, so sind es Worte wie „Therapie“ und „Bibliothek“ nicht. Es ist richtig, dass die arabische Mittlertätigkeit im Mittelalter extrem wichtig war, um indische, persische, ägyptische, griechische und andere Kulturleistungen, die zu dieser Zeit im christlichen Europa als heidnisch eingestuft und verdrängt wurden, in unsere Zeit zu retten. Es ist auch richtig, dass die muslimische Kultur wunderbaren Blüten hervorgebracht hat und im Mittelalter auch zivilisatorisch der Europas um einiges voraus war. Aber es ist falsch, das alles einfach „arabisch“ zu nennen und so einem panarabischen Großmachtdenken ideologische Dienste zu leisten. Auch sind Arabien und Islam keineswegs identisch, wenn auch etwas mehr als Europa und Christentum. Und Erdöl ist nun wirklich keine arabische Kulturleistung, sondern fossiler Überrest einstigen Meeresplanktons, das schon auf Erden lebte, als es weder Araber noch Europäer, ja noch nicht einmal Säugetiere gab. Aber vielleicht unterliegt mein Denken hier ja auch nur einer wissenschaftlichen Fliegenbeinzählerei, wie sie in dem Buch von dem russischen Diakon kritisiert wird.
Dem Haupanliegen des Buches, dass die ideologische Orient-Okzident-Kluft geschlossen werden müsse und wir Europäer auch unsere Spiritualität und nicht nur unsere Wirtschaft mehr pflegen müssten, stimme ich aber sehr zu. Für mich persönlich ist natürlich Albert in seiner Mutation vom Alfred Tetzlaff-Typen zum Ehrenvorsitzenden der „Europäischen Patrioten“, einer euro-islamischen Initiative und Importeur von Dschalabijjas (Galabiyyas), und für die er eine europäische Männerbewegung für arabische „Frauenkleider“, wie er die Galabiyyas immer nennt, (geistesverwandt mit der Männerrockbewegung, in der ich aktiv bin) startet, der Held der Geschichte. Er zeigt, wozu ein Mensch fähig ist, wenn er Klischees über Bord wirft und statt dessen vernünftig denkt und handelt. Diese Vernunft – gesundheitlich gesehen – wird in dem Buch zwar gefordert, andererseits aber eine rationale Welterklärung abgelehnt. Darüber müsste man noch nachdenken, mit Kopf und Herz natürlich, aber keinesfalls hat die Vernunft so etwas unvernünftiges wie die derzeitige Wirtschaftsordnung hervor gebracht. Das müsste der Autor noch mal überdenken, was denn daran rational sein soll. Man sollte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.
Und mit den Händen zu essen ist keine Barbarei, sondern kann auch sehr kultiviert geschehen, was ja gerade auch Araber und Inder beweisen. Ich musste das in Sri Lanka erst lernen, wie man das richtig macht.
Autorenlesungstermine stehen unter II.3. und II.6.
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VI. Off-Topic: HORIZONTE-Festival in Koblenz am 15./16. Juli 2005. Ein Bericht von Jutta Mensing.
Das 3. Weltkulturfestival „Horizonte“ am 15./16. Juli 2005 auf der Festung Ehrenbreitstein wurde zum vollen Erfolg. Das Konzept, durch freien Eintritt auch andere, nicht folk- und weltmusikerfahrene Besucher zu erreichen, ging auf. So kamen pro Tag ca. 4000 Besucher, die durch den kostenlosen Bustransfer von Koblenz zusätzlich angelockt wurden. Alle Hochachtung dem Horizonte-Team von Koblenz-Touristik und Förderverein Kultur im Café Hahn, die mit Hilfe etlicher Sponsoren organisatorisch, logistisch, auch verkehrsmäßig und vor allem mit dem Programmangebot ein wahres Meisterstück vollbrachten!
Durch die hohen Festungsmauern war es auf Ehrenbreitstein auch diesmal möglich, gleichzeitig auf zwei Bühnen spielen zu lassen, ohne dass Soundprobleme entstehen. Durch die halbstündigen Überschneidungen konnte man auch von der parallel spielenden Gruppe etwas Musik kosten, was die Besucher sicher freute.
Die Musiker bedienten ein breites Spektrum – vom leisen Folk über Jazz und wilden Rock bis hin zu Reggae, lateinamerikanischen Rhythmen und traditionellen Klängen aus Indien, Asien, Afrika oder Bulgarien. Neben neuen Namen brillierten und begeisterten bekannte Größen – die holländisch-brasilianische Elektrofunk-Formation Zucco 103, der algerische Worldbeat Virtuose Djamel Laroussi, die wilde russische Band Markscheider Kunst aus St. Petersburg, die spanische Sängerin Amparo Sanchez mit ihrer Band Amparanoia und last not least Quadro Nuevo, die tolle Tangotruppe aus der Schweiz. So wurden wie Horizonte wirklich erweitert. Zwar fehlte der Blick in die Nähe, deutsche Gruppen und Liedermacher waren nicht vertreten – doch das war wohl auch das Konzept.
Wie auf solchen Festivals üblich, boten auch auf Ehrenbreitstein einige Stände Kleidung, Waren und Speisen aus fernen Ländern an. Wem das alles zu viel wurde, der konnte das Festivalgelände verlassen und in Ruhe auf dem Vorhof der Festung die wunderschöne Aussicht auf Rhein und Mosel bei Sonnenuntergang genießen.
Es lohnt sich, das Festival zu besuchen – allerdings sollte man Getränke zu Hause lassen. Die Taschenkontrollen verzögern den Eintritt in die Festung erheblich.
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VII. Und noch’n Gedicht:
Was du nicht kennst, das, meinst du, soll nicht gelten?
Was du nicht kennst, das, meinst du, soll nicht gelten?
Du meinst, daß Phantasie nicht wirklich sei?
Aus ihr allein erwachsen künftige Welten:
In dem, was wir erschaffen, sind wir drei.
Michael Ende
Ja, da ist der Michael zu Ende, wünscht allen noch einen schönen Sommer, vielleicht mit viel Musik z.B. in den Rheinauen (vgl. http://www.bonn.folk.welt.musik.de.vu).
Herzliche Grüße,
Ihr/Euer Michael A. Schmiedel
Ahmed Ginaidi
Interreligiöser Rundbrief für Köln / Bonn und Umgebung Nr. 115
(3.8.2005)
Interreligiöser Rundbrief für Köln / Bonn und Umgebung Nr. 115. 1
(3.8.2005) 1
I. Editorial 2
II. Veranstaltungshinweise. 3
II.1. Veranstaltungen von bzw. unter Beteiligung von Religions for Peace / WCRP Köln / Bonn. 3
II.1.a. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 4. August 2005. 3
II.1.b. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 1. September 2005. 3
II.1.c. Interreligiöser Gesprächskreis am 1. September 2005. 3
II.1.d. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 6. September 2005. 3
II.1.e. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 20. September 2005. 3
II.1.f. Gebet der Religionen in Bonn am 27. September 2005. 3
II.1.g. Interreligiöses Projekttreffen am 29. September 2005. 3
II.1.h. Gebet der Religionen in Köln 3. Oktober 2005. 3
II.1.i. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 6. Oktober 2005. 3
II.1.j. Interreligiöser Gesprächskreis am 6. Oktober 2005. 4
II.2. Jahrestagung von Religions for Peace / WCRP Deutschland 16.-18. September in Bad Boll 4
II.3. Jahrestagung der Interreligiösen Arbeitsstelle INTR°A am 17.-18. September in Frankfurt a.M. 4
II.4. XXVII. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Religionsgeschichte DVRG 25.-28. September in Bayreuth. 4
II.5. Weltjugendtag in Köln, Bonn und anderswo 15.-21. August 2005. 4
II.5.a Veranstaltungsvorschlag zum Weltjugendtag von Annette Esser, Religions for Peace / WCRP Köln / Bonn. 5
II.6. Autorenlesung von „Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt“ am 20. August 2005 in Bonn. 7
II.7. Weitere Veranstaltungen in Köln. 7
II.7.a. Friedensforum am Aachener Weiher am 7. August 2005. 7
II.7.b. Weißt du wer ich bin? am 6. September 2005. 7
II.7.c. „Umgang mit Trauer, Trennung und Katastrophen in buddhistischer Tradition“. am 16. September 2005. 7
II.7.d. „Hiob und die Gerechtigkeit Gottes in jüdischer, christlicher und islamischer Auslegung“ am 22. September 2005. 7
II.7.e. „Jüdisch-christlich-muslimische Spurensuche in der Kölner Südstadt. am 27. September 2005. 7
II.8. Zwei Termine der Familienföderation für Weltfrieden. 7
I1.8.a. Friedensinitiativen in Ozeanien im Kontext regionaler und weltweiter Friedensbemühungen am 14. August 2005. 8
II.8.b. Die Jerusalem Deklaration – Aussöhnung und Frieden als gemeinsame Aufgabe der Religionen am 1. September 2005. 8
II.9. Hinweis auf meine Vorträge im Oktober und November 2005. 8
III. Sonstige Infos. 8
III.1. Zum Tod von Prof. Heinz Bechert (zugesch. von Adelheid Herrmann-Pfandt via Yggdrasill-Liste) 8
III.2. Euromedia-Medaille für "Religiopolis. Weltreligionen erleben" (zugesch. von Udo Tworuschka via Yggdrasill-Liste) 9
IV. Literatur- und sonst. Medientipps. 9
IV.1. Online Diashows zu buddhistischen, hinduistischen und Sikh-Traditionen in Deutschland und der Schweiz (zugesch. von Martin Baumann via Yggdrasill-Liste) 9
IV.2. 5 weitere Bände der Schriftenreihe "Interkulturelle. 10
Bibliothek" (zugesch. von Hamid Reza Yousefi via Yggdrasill-Liste) 10
IV.3. Andreas Ludwig. Aleister Crowley's Scientific Illuminism Magie und Mystik als angewandte Psychologie zur Transformation des Menschen. (zugesch. vom Tectum Verlag) 10
V. Buchrezensionen von mir. 11
V.1 Aries, Wolf D., und Ülker, Rüstem (Hg.), Dietrich Bonhoefer, Alfred Delp und Said Nursi: Christentum und Islam im Gegenüber zu den Totalitarismen. Erträge aus dem II. Said Nursi-Symposium (Haus der Geschichte, Bonn 2004). = Andreas Feldtkeller, Klaus Hock, Tarek Mitir, Jochen S. Nielson (Hg.), Christentum und Islam im Dialog, Christian – Muslim Relations, Bd. 6. Münster (LIT-Verlag) 2004. 11
V.2. Johannes O. Ulrich. Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt. Eine euro-orientalische Erzählung. Bonn (Literatur-Atelier Frauen Museum) 2005. 13
VI. Off-Topic: HORIZONTE-Festival in Koblenz am 15./16. Juli 2005. Ein Bericht von Jutta Mensing. 16
VII. Und noch’n Gedicht: 17
Was du nicht kennst, das, meinst du, soll nicht gelten?. 17
I. Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
Bomben in London, Sharm el Sheikh, Antalya und immer wieder in Baghdad lassen uns erahnen, wie weit echter Friede noch entfernt ist. Vielleicht haben wir Menschen es nicht besser verdient, wer weiß? Eberhard Wegner versorgt mich immer wieder mit Leserbriefen aus der Presse rund um das Thema Islam, und diese zeigen mir, wie kontrovers und verschieden die Ansichten in unserer Gesellschaft dazu sind, von „schmeißt sie doch alle raus“ bis „umarmt sie doch bitte sehr“. Ob das so einfach ist? Muslime sind Menschen wie andere auch, mit den gleichen Tugenden und dem gleichen Gewaltpotential wie andere. Da ist es wichtig, die Spreu vom Weizen zu trennen und nicht alle in einen Pott zu werfen, so wie bei anderen Teilen der Menschheit auch. Das Zitat oben über der Überschrift stammt immerhin auch von einem Muslim und ist aus dem von mir unten rezensierten Tagungsband des II. Said Nursi-Symposiums.
Viel wird auch über die katholische, die römische Kirche geschimpft, aber auch da gilt das Gleiche: Differenzierung. Der neue Papst, Benedict XVI. kommt zum Weltjugendtag nach Köln und Bonn. Wer ihn sehen möchte, muss sich anmelden oder irgendwo am Rhein einen Platz ergattern und aufpassen, dass er dann von den Pilger- und Gaffermassen nicht ins Wasser geschoben wird. Im Toom in Beuel gibt es übrigens ein Papstbier zu kaufen, ein Spezial von der Brauerei Weideneder in Tann mit dem Konterfei des Papstes und seines Geburtshauses in Marktl weißblau umrahmt auf dem Etikett. Ich habe es noch nicht verkostet, kann als weder zu-, noch abraten.
Von meinem guten Bekannten Gregor Sattler habe ich zwei Termine der Familienföderation in den Rundbrief aufgenommen, wohlwissend, dass diese zu Reverent San Myung Mun gehörende Organisation umstritten ist. Aber, wie man oben lesen kann, welche Religionsgemeinschaft ist da nicht? Und ich halte Sie und Euch für mündig genug, selbst zu entscheiden.
Wer Beiträge aus dem Verteiler der Islamischen Hochschulvereinigung vermisst, dem kann ich auch nicht mehr erklären, als dass ich mit der Änderung meiner E-Mail-Adresse da heraus geflogen bin und auf meine E-Mails um Änderung keine Antwort erhielt. Wenn ich deren Internetinfos richtig verstehe, haben sie den Verteiler für Nichtmitglieder eingestellt, aber ganz schlau werde ich daraus nicht. Kann mir da jemand weiter helfen?
Ein Buch eines Bonner Autors wird derzeit anscheinend ganz berühmt: „Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt“ von Johannes Otto Ulrich, der sich in letzter Zeit auch bei Religions for Peace / WCRP Köln / Bonn engagiert. Ich habe es rezensiert und zwei Autorenlesungstermine aufgenommen.
Nun wünsche ich eine informative und erbauliche Lektüre.
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II. Veranstaltungshinweise
II.1. Veranstaltungen von bzw. unter Beteiligung von Religions for Peace / WCRP Köln / Bonn
II.1.a. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 4. August 2005
17.30-17.45 Uhr: Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit, Münsterplatz, Bonn.
II.1.b. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 1. September 2005
17.30-17.45 Uhr:, Münsterplatz, Bonn.
II.1.c. Interreligiöser Gesprächskreis am 1. September 2005
19.30 – 21.30 Uhr:, bei Lioba von Lovenberg, Argelanderstraße 6, Bonn.
Thema: „Wie können wir unseren eigenen Fanatismus erkennen und überwinden?“
II.1.d. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 6. September 2005
VHS Bonn. (Genauere Info von Dr. Jeannette Spenlen folgt).
II.1.e. Veranstaltung zum Islam in Deutschland am 20. September 2005
Veranstaltung zum Islam in Deutschland, VHS Bonn. (Genauere Info von Dr. Jeannette Spenlen folgt).
II.1.f. Gebet der Religionen in Bonn am 27. September 2005
ca. 19 Uhr:, Krypta der Kreuzkirche, Bonn.
II.1.g. Interreligiöses Projekttreffen am 29. September 2005
19 Uhr im Domforum, Köln.
II.1.h. Gebet der Religionen in Köln 3. Oktober 2005
ca. 18 Uhr, Köln (der genaue Ort wird noch bekannt gegeben)
II.1.i. Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 6. Oktober 2005
17.30-17.45 Uhr:, Münsterplatz, Bonn.
II.1.j. Interreligiöser Gesprächskreis am 6. Oktober 2005
19.30 – 21.30 Uhr:, bei Lioba von Lovenberg, Argelanderstraße 6, Bonn.
Das Thema wird beim Gesprächskreis am 1.9. gemeinsam festgelegt.
*
II.2. Jahrestagung von Religions for Peace / WCRP Deutschland 16.-18. September in Bad Boll
16.-18. September: Evangelische Akademie, Bad Boll
Religions for Peace / WCRP Deutschland Jahresversammlung (Vgl. Ankündigung in WCRP-Informationen).
Referentinnen / Referenten:
Dr.Stephan Schlensog - Tübingen
George Strasser - Brüssel
Heinz-Jürgen Metzger - Solingen
Infos im Netz: http://www.ev-akademie-boll.de/index.php?id=142&tagungsid=640405
*
II.3. Jahrestagung der Interreligiösen Arbeitsstelle INTR°A am 17.-18. September in Frankfurt a.M.
mit Verleihung des INTR°A-Projektpreises für Komplementarität der Religionen. Tagungsort: Hochschule St. Georgen Frankfurt/M., Offenbacher Landstr. 224.
Thema: Europa im Orient – der Orient in Europa.
http://www.interrel.de/
Inklusive einer Lesung vom Johannes O. Ulrichs „Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt“
*
II.4. XXVII. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Religionsgeschichte DVRG 25.-28. September in Bayreuth
Thema: Religion und Kritik - Das Kritikpotenzial
der Religionen und der Religionswissenschaft.
Infos:
http://www.uni-bayreuth.de/departments/religionswissenschaft/dvrg2005/ .
*
II.5. Weltjugendtag in Köln, Bonn und anderswo 15.-21. August 2005
Infos unter http://www.wjt.de
und
http://www.wjt-bonn2005.de/
In Bonn kann man sich auch als Gästelotze engagieren, d.h. den Pilgern Fragen beantworten, wie sie wohin kommen usw.. Infos dazu unter
http://www.wjt-bonn2005.de/gastgeber/gastgeber_lotsen.htm
II.5.a Veranstaltungsvorschlag zum Weltjugendtag von Annette Esser, Religions for Peace / WCRP Köln / Bonn
Liebe Freunde von WCRP,
Der 'Weltjugendtag' in Köln wird ein großes Ereignis, das seine Schatten schon seit langem voraus wirft.
Abgesehen vom offiziellen Programm gibt es auch ein kritisches Begleitprogramm, an dem ich selbst - die ich auch Gäste beherberge - teilnehmen werde.
Vielleicht habt ihr Lust und Zeit am Mittwoch den 17 August nachmittags in den 'Wir sind Kirche Treffpunkt' in die Gemeinde Christi Auferstehung der Alt-Katholischen Kirche in der Jülicher Str. 28 zu kommen. Dort werde ich mit Annegret Laakmann ('Lila Stola') und mit einer Amerikanerin zum Thema Frau in der Kirche sprechen. Abends gibt es eine Vesper mit Tobias Raschke, dem Sprecher der Wir-sind-Kirche-Jugend. Die genaue Urzeit weiß ich leider noch nicht, werde sie euch aber bei Gelegenheit mitteilen.
Ich würde mich freuen bei dieser Gelegenheit einige von euch zu sehen.
Viele Grüsse,
Annette
Pressemitteilung, Hannover/Köln, 24. Juli 2005
Wir sind Kirche: Weltjugendtag wird an seiner Dialogfähigkeit zu messen sein
„Weltjugendtag für alle“ und „Wir sind Kirche-Treffpunkt“ als kritische Begleitung geplant
Die Offenheit des Dialogs ist nach Ansicht der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche das entscheidende Kriterium, mit dem der katholische Weltjugendtag vom 11. bis 21. August in Deutschland zu messen sein wird.
„So ein großes internationales Treffen ist nur sinnvoll und hat nur dann eine langfristig positive Wirkung, wenn es auch nachhaltige Partnerschaften und offene Diskussionen ermöglicht“, erklärt Christian Weisner, Sprecher der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche, „dies wird jedoch bei einem Ereignis dieses gigantischen Ausmaßes nicht möglich sein.“
Statt vorgefertigter Antworten sollte die Kirche viel mehr als bisher auf die Fragen der Jugendlichen hören. Statt der Katechesen ‚von oben’, die die 600 angemeldeten Bischöfe halten werden, sollte es besser Dialoge ‚von unten’ geben. Auch Tabu-Themen dürften nicht ausgespart werden. Als schlechtes Omen für die Dialogbereitschaft im Kölner Erzbistum sieht Weisner das Redeverbot, das der französische Bischof Jacques Gaillot im letzten Jahr dort erhielt.
„Nur wenn die Themen, die junge Menschen in aller Welt existenziell betreffen, offen und selbstbestimmt diskutiert werden, wird der katholische Weltjugendtag seinem eigenen Anspruch gerecht“, erklärt Tobias Raschke, Sprecher der Wir sind Kirche-JUGEND. Dabei bezieht sich Raschke auf das in der Einladung nach Köln zitierte Papstwort „Die Kirche hat der Jugend viel zu sagen, und die Jugend hat der Kirche viel zu sagen. Dieser gegenseitige Dialog muss offenherzig, klar und mutig sein.“ (Apostolisches Schreiben „Christifideles Laici“ 1988)
Zu den Themen, die heute gerade für junge Menschen von allergrößter Bedeutung sind, so Raschke, gehören die Auswirkungen der Globalisierung, die Religiosität junger Menschen fern der Kirchen, die Sexualaufklärung als Menschenrecht sowie ein offener Umgang mit Homosexualität und Schwangerschaftskonflikten. Der Brief an den Generalsekretär des katholischen Weltjugendtages, mit dem die Wir sind Kirche-JUGEND frühzeitig ihre Mitwirkung angeboten hatte, wurde aber nicht einmal beantwortet.
Angesichts des derzeit drastischen Sparkurses der katholischen Kirche in der Pastoral und in der Jugendarbeit hält Wir sind Kirche die ungeheuer hohen Ausgaben von etwa 100 Millionen Euro allein für die fünf Tage des Weltjugendtages in Köln für weit überzogen und nicht verantwortbar.
Das eigentliche Vorbild der katholischen Weltjugendtage, die Jugendtreffen von Taizé, die auf den evangelischen Ordensgründer Frère Roger zurückgehen, sind viel mehr „von unten“ organisiert, viel kostengünstiger und viel ökumenischer. Die gewaltigen verkehrlichen, logistischen und finanziellen Probleme des gigantischen katholischen Weltjugendtages in Köln sind schon jetzt absehbar.
„Weltjugendtag für alle“ und „Wir sind Kirche-Treffpunkt“ als kritische Begleitung
Mit dem „Weltjugendtag für alle“ (www.wyd4all.org) hat die Wir sind Kirche-JUGEND ein offenes Dialog-Forum während des katholischen Weltjugendtags vom 15. bis zum 21. August 2005 in Köln initiiert. Bereits beim katholischen Weltjugendtag 2002 in Toronto gestaltete die Wir sind Kirche-Jugend das Programm „Challenge The Church“ als kritische Begleitung mit.
Mit dem „Wir sind Kirche-Treffpunkt“ in einem Gemeindezentrum der Kölner Innenstadt bietet die KirchenVolksBewegung vom 16. bis 19. August ein offenes Angebot für die in- und ausländischen Gäste mit Workshops, Filmen, Spiritualität und Raum für Begegnung.
Das detaillierte Programm des „Weltjugendtag für alle“ und des „Wir sind Kirche-Treffpunkt“ wird in Kürze vorgestellt. Pressekonferenzen sind u.a. Montag, 15. August und Mittwoch, 17. August 2005 jeweils vormittags in Köln vorgesehen.
Mehr Informationen:
T o b i a s R a s c h k e
„Weltjugendtag für alle“-Koordinator
Wir sind Kirche-JUGEND-Sprecher
Tel: +49 (0)221-829 18 11, mobil: +49 (0)171-5464 950
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Wir sind Kirche ist aus dem 1995 in Österreich gestarteten Kirchenvolks-Begehren hervorgegangen und setzt sich ein für eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche auf der Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Die 1996 in Rom gegründete internationale Bewegung Wir sind Kirche ist derzeit in mehr als zwanzig Ländern auf allen Kontinenten vertreten und weltweit mit gleichgesinnten Reformgruppen vernetzt. Als innerkirchliche Reformbewegung vertritt Wir sind Kirche theologisch fundiert die „Stimme des Kirchenvolkes“, wie internationale Studien renommierter Religionssoziologen immer wieder bestätigen.
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II.6. Autorenlesung von „Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt“ am 20. August 2005 in Bonn
20. August 2005, ab 19.30
Galeria Galeano/Cafe de Arte
Wolfstrasse 47, Bonn
Alternatives zum Wjt2005
Wie geht es weiter mit dem Christentum in Europa?
Johannes O. Ulrich liest aus seiner euro-orientalischen Erzähliung:
Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt
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II.7. Weitere Veranstaltungen in Köln
II.7.a. Friedensforum am Aachener Weiher am 7. August 2005
16-18 Uhr:, Köln (nähere Infos über Werner Heidenreich, StadtRaum Köln).
II.7.b. Weißt du wer ich bin? am 6. September 2005
16-17:30 in der Melanchthonakademie, Kartäuserwall, Köln
Infos über Dorothee Schaper, Evangelische Stadtkirchenverband Köln
II.7.c. „Umgang mit Trauer, Trennung und Katastrophen in buddhistischer Tradition“. am 16. September 2005
18-22:15 Uhr: in der Melanchthonakademie, Kartäuserwall, Köln
Vortrag von Werner Heidenreich.
II.7.d. „Hiob und die Gerechtigkeit Gottes in jüdischer, christlicher und islamischer Auslegung“ am 22. September 2005
18-22:15 Uhr: in der Melanchthonakademie, Kartäuserwall, Köln
Marten Marquart, Dr. Jizchak Ahren, Hussein Inam
II.7.e. „Jüdisch-christlich-muslimische Spurensuche in der Kölner Südstadt. am 27. September 2005
18 Uhr: vor dem Haupteingang von St. Panthaleon (18-20:15 Uhr)
Dorothee Schaper, Marten Marquart.
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II.8. Zwei Termine der Familienföderation für Weltfrieden
Kontakt: gumsattler@aol.com, Tel. 0228 - 464070
I1.8.a. Friedensinitiativen in Ozeanien im Kontext regionaler und weltweiter Friedensbemühungen am 14. August 2005
Sonntag, 14.08. 2005, 10.00 Uhr
Rathausgasse 20, 53111 Bonn
II.8.b. Die Jerusalem Deklaration – Aussöhnung und Frieden als gemeinsame Aufgabe der Religionen am 1. September 2005
Donnerstag, 01.09. 2005, 19.30 Uhr
Rathausgasse 20, 53111 Bonn
[Die Familienföderation für den Weltfrieden ist eine Organisation der Vereinigungskirche von Referent San Myung Mun, vgl. http://www.familienfoederation.de/ , ggf. danach googeln. MAS]
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II.9. Hinweis auf meine Vorträge im Oktober und November 2005
Unter http://schmiedelvortraege.blogspot.com/ finden Sie / findet Ihr Infos zu meinen öffentlichen Vorträgen am 18. Oktober zu “Buddhismus und Gewalt”, am 20. Oktober zu “Weltreligionen: was verbindet, was unterscheidet sie?” und am 9. November zu “Islam in Deutschland”.
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III. Sonstige Infos
III.1. Zum Tod von Prof. Heinz Bechert (zugesch. von Adelheid Herrmann-Pfandt via Yggdrasill-Liste)
Liebe Listenmitglieder,
vor kurzem erst habe ich Kenntnis von der traurigen Nachricht
erhalten, daß am 14. Juni 2005 einer der Altmeister der deutschen
Buddhismuskunde und Indologie, Professor Heinz Bechert, nur
wenige Tage vor seinem 73. Geburtstag in Göttingen verstorben ist.
Laut der Anzeige findet oder fand die Beerdigung auf Wunsch des
Verstorbenen im engsten Familienkreis statt. Professor Bechert
hinterläßt seine Frau Marianne Bechert.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Adelheid Herrmann-Pfandt
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III.2. Euromedia-Medaille für "Religiopolis. Weltreligionen erleben" (zugesch. von Udo Tworuschka via Yggdrasill-Liste)
Sehr verehrte liebe KollegInnen und FreundInnen,
Am 16. Juni 2005 wurden in Berlin die wohl wichtigsten deutschen Auszeichnungen für didaktische Multimediaprodukte vergeben.
Als Herausgeber der BMBF-geförderten Lernsoftware "Religiopolis. Weltreligionen erleben" (Ernst Klett Schulbuchverlag, Leipzig) freue ich mich, Ihnen/ Euch mitteilen zu können, dass unsere CD-ROM mit einer von insgesamt sechs Euromedia-Medaillen 2005 (der einzigen für Deutschland) ausgezeichnet worden ist. Zusammen mit dem technischen Redakteur des Ernst Klett-Schulbuchverlages, Karl Wilschky, konnte ich diese hohe Auszeichnung in Berlin entgegennehmen.
Weitere Informationen zu den Comenius-Auszeichnungen findet Ihr/ finden Sie auf folgender Website:
http://www.gpi-online.de/front_content.php
Mit den besten Grüßen von
Udo Tworuschka.
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IV. Literatur- und sonst. Medientipps
IV.1. Online Diashows zu buddhistischen, hinduistischen und Sikh-Traditionen in Deutschland und der Schweiz (zugesch. von Martin Baumann via Yggdrasill-Liste)
Liebe Listenteilnehmer/innen,
gerne erlaube ich mir den Hinweis auf jüngst aufgeschaltete online Diashows zu buddhistischen, hinduistischen und Sikh-Traditionen in Deutschland und der Schweiz. Die sieben Diashows laufen unter dem Titel:
"Religious Diversity in Central Europe: Asian Immigrant Religions in Germany and Switzerland" und wurden in Zusammenarbeit mit dem Pluralismusprojekt an der Harvard University konzipiert und realisiert.
Link: http://www.pluralism.org/resources/slideshow/baumann/main.php
Martin Baumann, Brigitte Luchesi and Annette Wilke have put together a slide show and accompanying introduction that "aims to provide an idea of the evolved religious diversity by portraying religions brought by immigrants from Asia to Europe. It depicts and describes selected places of Buddhist, Hindu and Sikh worship in Germany and Switzerland. Though there are considerable numbers of western converts, especially so in the case of Buddhism, the show is restricted to the experience and locations of Asian immigrants. Most often, the places established, whether small in a narrow basement or huge in a newly built edifice, form vivid homes away from home. They provide nostalgic remembrances of as well as continuing links to the people, culture and religion left behind."
Mit besten Grüssen,
Martin Baumann
(Religionswissenschaftliches Seminar, Universität Luzern)
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IV.2. 5 weitere Bände der Schriftenreihe "Interkulturelle
Bibliothek" (zugesch. von Hamid Reza Yousefi via Yggdrasill-Liste)
Sehr geehrte Damen und Herren,
eben sind 5 weitere Bände der Schriftenreihe "Interkulturelle
Bibliothek" erschienen. Sie können direkt beim Verlag bestellt
werden:
http://www.bautz.de/interkulturell.shtml
Es handelt sich um:
Band 4
Jameleddine Ben-Abdeljelil: Ibn Ruschds Philosophie interkulturell
Band 18
Heinz Kimmerle: Jacques Derrida interkulturell gelesen
Band 19
Ram Adhar Mall: Hans-Georg Gadamers Hermeneutik interkulturell
Band 51
Rainer Ernst Zimmermann: Ernst Bloch interkulturell gelesen
Band 59
Rainer Ernst Zimmermann: Jean-Paul Sartre interkulturell gelesen
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hamid Reza Yousefi
Universität Trier
Universitätsring 15
D-54296 Trier
Fachbereich I - Philosophie
Tel.: +49 (0) 651 201 2344 und +49 (0) 6511461784
http://www.bautz.de/interkulturell.shtml
http://www.bautz.de/bausteine.html
http://www.mensching.uni-trier.de/
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IV.3. Andreas Ludwig. Aleister Crowley's Scientific Illuminism Magie und Mystik als angewandte Psychologie zur Transformation des Menschen. (zugesch. vom Tectum Verlag)
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Sie auf folgende Neuerscheinung unseres Verlages hinweisen:
Andreas Ludwig
Aleister Crowley's Scientific Illuminism Magie und Mystik als angewandte
Psychologie zur Transformation des Menschen
„Das große Tier 666“, Aleister Crowley, ist heute, wie zu seinen
Lebzeiten, immer noch die schillerndste Figur innerhalb des Okkultismus.
Seine exzentrische Persönlichkeit, bizarre Rituale und starker
Drogenkonsum bilden die Grundlage für eine abenteuerliche
Legendenbildung um einen der kreativsten und intelligentesten
Protagonisten der okkultistischen Subkultur des 20. Jahrhunderts.
Allerdings hat diese Entwicklung dazu geführt, daß Crowley außerhalb von
esoterischen Zirkeln kaum bekannt ist oder aber durch Unkenntnis seiner
tatsächlichen Lehre einer oftmals sehr verzerrten Darstellung unterliegt.
Die vorliegende religionswissenschaftliche Studie liefert erstmals eine
grundlegende Systematik sowohl der Doktrin als auch der Methodik „des
letzten großen Magiers“ und versucht dem Leser die oftmals komplexe
spirituelle Lehre des selbsternannten „Antichristen“ zu erläutern.
Gestützt auf ausgiebige Zitate aus dem umfangreichen literarischen Werk
Crowleys, werden die Kernelemente seines „wissenschaftlichen
Erleuchtungsweges“ sorgfältig herausgearbeitet und jenseits
konfessioneller Stigmatisierung einer objektiven Beurteilung zugänglich
gemacht.
Tectum Verlag 2005 217 Seiten 24,90 Euro
3-8288-8869-0
Stichworte zur Arbeit
Crowley, Aleister Dee, John
Thelema Kabbala Magie Satanismus Okkultismus Magischer Orden
-
Tectum Verlag
Steinweg 7
35037 Marburg
Tel.: 0 64 21/48 15 23
Fax: 0 64 21/483 43 70
www.tectum-verlag.de
email@tectum-verlag.de
[Andreas Ludwig ist ein Kommilitone von mir. MAS]
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V. Buchrezensionen von mir
V.1 Aries, Wolf D., und Ülker, Rüstem (Hg.), Dietrich Bonhoefer, Alfred Delp und Said Nursi: Christentum und Islam im Gegenüber zu den Totalitarismen. Erträge aus dem II. Said Nursi-Symposium (Haus der Geschichte, Bonn 2004). = Andreas Feldtkeller, Klaus Hock, Tarek Mitir, Jochen S. Nielson (Hg.), Christentum und Islam im Dialog, Christian – Muslim Relations, Bd. 6. Münster (LIT-Verlag) 2004.
Am 19./20.3.2004 fand im Haus der Geschichte in Bonn das II. Internationale Said Nursi Symposium statt (vgl. die Interreligiösen Rundbriefe Nr. 104 und 105), dessen Tagungsband rechtzeitig zum III. Symposion dieser Reihe im Februar 2005 (vgl. die Interrel. Rundbriefe Nr. 112 und 113) erschien. Dieser enthält abgesehen von Vorwort und Begrüßungsrede und einer Chronologie des Lebens von Said Nursi (1877-1960) auf insgesamt 138 Seiten 13 der auf dem Symposion gehaltenen Vorträge von Christian Gremmels, Johannes Lähnemann, Ian Markham, Christoph Elsas, Bilal Kuspinar, Sükran Vahide, Christoph Th. Scheilke, Fritz Erich Anhelm, Ibrahim M. Abu Rabi, Thomas Michel, Ian Kaplow, Ahmed Ginaidi und Hansjörg Biener. So unterschiedlich die Referenten, so unterschiedlich sind auch die Beiträge, was Perspektive und Sprachspiel anbelangt. Hier treffen sich unterschiedliche Diskursuniversen zu einem Dialog, in den der Leser/die Leserin eingeladen ist, einzusteigen. Sicher fehlt die Lebendigkeit des spontanen Austausches, den das Symposion selber bot und im Vergleich zu der Entwicklung, die ich beim III. Said Nursi Symposium beobachtet zu haben glaube, ist dieser Tagungsband ein Blick zurück auf ein vorheriges Stadium und ein Denkmal des selben.
Said Nursi, Dietrich Bonhoefer und Alfred Delp waren ungefähr Zeitgenossen, saßen alle drei aus weltanschaulichen Gründen in Gefängnissen, ersterer in der kemalistischen Türkei, die anderen beiden des nationalsozialistischen Deutschlands, wobei ersterer überlebte und rehabilitiert wurde, die beiden anderen aber kurz vor Kriegsende hingerichtet wurden. Alle drei setzten sich intensiv mit dem Zeitgeist ihrer jeweiligen Gesellschaft auseinander und reflektierten ihn auf der Grundlage ihres jeweiligen muslimischen bzw. christlichen Glaubens. Die Jama’at un-Nur, die Gemeinschaft des Lichtes, die das Werk Said Nursis herausgibt und in die Welt trägt und auch diese Symposien organisiert, sieht in dieser Übereinstimmung eine Grundlage für eine muslimisch-christliche Zusammenarbeit für eine Gesellschaft auf religiöser Grundlage in gemeinsamer Ablehnung der Säkularisation. Das zumindest kann man aus den Beiträgen ihrer Vertreter aus diesem Tagungsband heraus lesen. Auch heraus lesen kann man aus den Beiträgen einiger der anderen Referenten, dass man weder den Kemalismus mit dem Nationalsozialismus, noch mit dem heutigen europäischen Säkularismus gleichsetzen darf, und dass Zusammenarbeit und ein diese Zusammenarbeit in die Wege leitender Dialog nicht nur zwischen den abrahamischen Religionen, sondern zwischen Menschen gleich welcher Religion oder Weltanschauung notwendig und Toleranz auch gegenüber Atheisten zu pflegen sei. Diese Rückmeldungen eben scheinen mir inzwischen in dem weiteren Dialog schon berücksichtigt und beim III. Symposion spürbar umgesetzt zu sein.
Sprache als Medium des Dialogs wird in dem Band immer wieder thematisiert, sei es dadurch, dass Thomas Michel, S.J. vom Sekretariat für den interreligiösen Dialog des Vatikan darauf hinweist, das Said Nursi sein Werk, die Risale-i Nur nicht als akademische Übung, sondern als praktischen Ratgeber für die gewöhnlichen gläubigen Muslime geschrieben habe, weshalb in unseren heutigen Dialogkreisen selbstverständliche Begriffe dort nicht vorkämen oder aber eine andere Bedeutung hätten, sei es, dass der Kasseler Theologe Christian Gremmels dem Begriff „Verantwortung“, der Erlangen-Nürnberger Theologe Johannes Lähnemann, dem Begriff der „Freiheit eines Glaubenden“ oder der in Hannover lehrende amerikanische Philosoph Ian Kaplow dem Begriff „Toleranz“ analytisch zu Leibe rücken. Dadurch wird sehr deutlich, wie leicht man diese Worte sehr unterschiedlich gebrauchen und aneinander vorbei reden kann. Zum Beispiel weist Kaplow darauf hin, dass Toleranz, wenn sie nur jenen entgegen gebracht wird, die ähnlich wie wir selbst sind, keine Toleranz sei, wogegen der Karlsruher Pädagoge Ahmed Ginaidi die koranische Toleranz gegenüber Juden und Christen auf der Grundlage des gemeinsamen Glaubens an Gott und die Propheten erklärt. Das sind zwei verschiedene Toleranzbegriffe.
Sehr deutlich wird in diesem Band auch, wie sehr die Anhänger Said Nursis, ihrem Meister darin nachfolgend, sich mit den verschiedenen Geistesströmungen der Gegenwart auseinander setzen und gewillt sind, jede in ihrem jeweiligen Kontext zu würdigen, wenn auch keinesfalls jede zu bejahen. Ibrahim M. Abu Rabi, Mitherausgeber der Zeitschrift „The Muslim World“ weist darauf hin, wie sehr Said Nursis Texte aus seinem eigenen Leiden heraus entstanden sind. Dass der Säkularismus, der Laizismus und der Atheismus aus dieser Perspektive heraus als nur feindselig, aggressiv und schädlich wahrgenommen werden, ist verständlich, das Wissen um Said Nursis Perspektive muss aber bei all ihrer Wertschätzung auch dazu führen, sie zu relativieren, wenn man sie für die heutige Zeit fruchtbar machen will.
Leider wird die Lesbarkeit des einen oder anderen Textes, aber vor allem von Ian Kaplows Beitrag durch eine mangelhafte Lektorenarbeit erschwert, denn wenn schon der Autor kein Deutschmuttersprachler ist, sollten es doch besser die Lektoren sein, um Tipp- und Grammatikfehler korrigieren zu können. Sprache verbindet, unterschiedliche Sprachen trennen aber auch. Umso lobenswerter ist dieses Unternehmen, die unterschiedlichen Perspektiven im Hinblick auf ein gemeinsames Gestalten der Weltgesellschaft zur Sprache kommen zu lassen. Für mich bleibt es weiterhin spannend, diesen Prozess zu beobachten oder auch daran teil zu nehmen und hoffe, dass auch vom dritten Symposium ein Tagungsband heraus kommt.
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V.2. Johannes O. Ulrich. Wie Königin Europa die Welt neu entdeckt. Eine euro-orientalische Erzählung. Bonn (Literatur-Atelier Frauen Museum) 2005.
Vielleicht hat ja jemand auch am 17. Juli abends im Radio Bonn-Rhein-Sieg im Bürgerfunk die Sendung über dieses Buch gehört oder einer der Lesungen des Autors, z.B. im Rahmen des Euro-orientalisches Maifestes im Frauenmuseum am 12. Mai (vgl. interrel. Rb. Nr. 113 – 3. Nachtrag) beigewohnt und hat sich so schon ein Bild davon machen können.
Als ich es aufschlug, erinnerte es mich an die Unendliche Geschichte von Michael Ende, das ja vom Druckbild her durch seine farbige und zwar braune und grüne Schrift auffällt, und hier nun ist sie blau. Es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten: Beide Bücher sind phantastische Erzählungen, beide sind wie die Märchen von tausendundeiner Nacht Geschichten mit Rahmen- und Binnenerzählung, wobei in der Unendlichen Geschichte die Farbe der Buchstaben diese beiden Ebenen voneinander trennt, während es bei diesem Buch die Buchstabengröße ist, und während in der Unendlichen Geschichte Phantásien dadurch vor seinem Untergang gerettet wird, dass der kindlichen Kaiserin ein neuer Name gegeben wird, wird hier Europa aus seiner Identitätskrise geholt, indem für es ein neuer Mythos ge- oder erfunden wird.
In der Rahmenhandlung lädt Königin Europa Märchenerzähler aus aller Welt in ihr Schloss ein, und gibt ihnen den Auftrag, ein neues Märchen zu erfinden, das Europa aus seiner Identitätskrise holen kann. Denn Europa ist in Brüsseler Bürokratie, amerikanischem Größen- und Geschwindigkeitswahn, Materialismus, für den die römisch-katholische Kirche verantwortlich gemacht wird, und einem sinnentleerten Drang nach Vergnügen und Unterhaltung erstarrt, wähnt sich zwar noch als maßgebend für die Welt, merkt aber nicht, dass eine teuflische Macht im Hintergrund die Fäden führt. Die Märchenerfinder – ein Iraker oder Iraner, ein Türke, ein Russe und eine nach Indien ausgewanderte Deutsche – erzählen nun eine Geschichte:
In einem Land im Süden, in Arabien, wird nur noch geweint, bis einige Kinder es satt haben. Sie stellen die tabubrechende Frage, warum sie denn nur noch weinende Zwerge seien, und keine Riesen mehr, die sie doch mal waren. Mit einer Truhe voll wunderbar duftenden Kuchens, machen sie sich auf den Weg nach Norden in das Land der buckligen Riesen, die für diese Misere schuldig zeichnen, von denen es heißt, sie wüssten mit den wunderbaren Dingen, die sei dereinst von den damaligen Riesen Arabiens gelernt hätten, nichts mehr anzufangen, sondern schliefen nur noch, auch wenn sie wach seien. Das Salzmeer überqueren sie auf einem rostigen Schiff, dessen Kapitän ein vollkommen runder Mensch ist, der drei Engel in Tiergestalt gefangen hält, die auf keinen Fall frei kommen dürfen, weil sie sonst die buckligen Riesen aus ihrem Wahntraum befreien könnten. Diesen Traum aber halte ein anderer Engel – der Teufel – am Laufen, indem er die buckligen Riesen mit Zuckerwatte versorge, die für sie den Sinn des Lebens darstelle, und sie daran hindere durch Beten den Kontakt zu ihrer eigenen Seele herzustellen. Die Kinder werden ihm unangenehm, da sie die gefangenen Engel befreien wollen, und kurzerhand schickt er sie nach Prag, das an einer Schwelle liege.
Damit endet die Binnenerzählung. In den Erzählpausen ereignet sich einiges im Schloss der Königin Europa. Europäische und arabische Kinder geraten in Streit darüber, was denn die Europäer alles von den Arabern gelernt hätten, ohne das Europa nie so groß geworden wäre. Ein polnischer Diplomat gerät mit einem usbekischen Ayatollah in eine Diskussion über eben dieses Thema. Ein jüdisch-amerikanischer General gewinnt nach und nach die Einsicht, dass die USA aufhören sollten, eine Vormachtstellung in der Welt einzunehmen. Der russisch-orthodoxe Diakon läuft, statt das Märchen weiter zu erzählen, wozu er doch von einem römisch-katholischen Bischoff aufgefordert worden ist, nachdem sich die anderen europäischen Märchenerzähler nicht über die Reihenfolge einigen konnten, nach einem kapitellangen Selbstgespräch über die Rolle russischer Spiritualität für die Zukunft Europas nackt durchs Schloss, um auf das Nichts aufmerksam zu machen. Der deutsche Lastwagenfahrer Albert überwindet seine Abneigung gegenüber Arabern durch seine Neugier, wie sich denn so ein „arabisches Frauengewand“ anfühlt und sieht darin dann das beste Kleidungsstück zur Vermeidung von Hodenkrebs. Letztlich stirbt Königin Europa an einer Überdosis ihrer Lieblingsspeise: arabische Marzipankugeln. Aber die Märchenkonferenz hat Europa einen neuen Weg gewiesen, der aus den arabischen Wurzeln der europäischen Kultur schöpft.
Johannes O. Ulrich liefert mit diesem Buch eine spannende, lustige, nachdenkliche allegorische Erzählung über unsere momentane europäische Befindlichkeit. Man merkt der Geschichte an, dass er lange in politischen Kreisen verkehrte, denn deren Rituale und Selbsteinschätzungen nimmt er detailliert ironisch aufs Korn. Aufs Korn genommen wird auch die europäische Selbstüberschätzung, der Nabel der Welt, das Maß aller Dinge zu sein und alle kulturellen und zivilisatorischen Leistungen aus sich selbst geschaffen zu haben. Ulrich kritisiert vor allem die letzten 200 Jahre europäischer Geschichte, die Irrtümer wie Liberalismus, Wissenschaftsgläubigkeit, Kapitalismus, Technologieversessenheit und Konsumrausch hervorgebracht und so das Unnormale zum Normalen erklärt hätten. Europäer seien eben bucklige Riesen, ein islamisches Bild für die christliche Lehre der Erbsünde, die dem nach muslimischer Lehre vollkommen und sündlos geborenen Menschen wie ein Buckel anhafte.
Die Wurzeln europäischer Kultur lägen in Arabien, ohne das wir keine Mathematik, keine Chemie, keine Krankenhäuser, keine Musiktherapie und vieles andere auch nicht hätten und noch in Höhlen wohnen und mit dem Fingern essen würden. Diese Wurzeln wieder zu entdecken könne uns Europäern wieder einen kulturtragenden Mythos liefern, der uns wieder Perspektiven und Motivationen geben könne, die über das Geldverdienen, das Vergrößern der EU und das Brechen immer neuer Rekorde hinaus gehen. Außer Arabien spielen auch Russland und Indien eine positive und Amerika eine negative Rolle.
Er nennt fünf Frauen und fünf Männer als Inspirator(inn)en: Annemarie Schimmel, Mirra Alfassa, Dorothee Sölle, Dorothea Viehmann, Marianne Pitzen, Johann Wolfgang von Goethe, Rudolf Steiner, Sri Aurobindo, Muhammed Iqbal (nicht Icbal, wie in dem Buch geschrieben) und Wladimir Solowjow. Michael Ende wird nicht genannt.
Gibt es an diesem so interessanten und inspirierenden Buch etwas auszusetzen? Ja. Druckfehler? Auch, aber die kommen ja überall vor. Die Sprache? Nun ja, es ist ein sehr eigener Stil, sehr an der mündlichen Umgangssprache orientiert, daher aber auch sehr leicht lesbar und wohl auch sehr gut vorlesbar, wenngleich ich mich über die Zeichensetzung manchmal wundere: zu viele Kommas, wo ich selber Gedankenstriche oder Doppelpunkte setzen würde. Und einmal verwandelt sich ein Krokanttee anscheinend vom Autor unbeabsichtigt in einen Ingwertee. Das ist aber alles relativ unwichtig.
Wichtig und notwendig finde ich eine Kritik an Ulrichs Darstellung der Bedeutung Arabiens, denn obwohl eine phantastische Erzählung, so ist sie auch eine moralische, die Einfluss auf unser Denken und Handeln in unserer realen oder von und für real gehaltenen Welt haben soll, und da muss man schon vorsichtig sein, damit da nicht ein Gmork – ein Werwolf in der Unendlichen Geschichte, der die Trennung zwischen Phantásien und Realität negiert und so Lügen in die Welt trägt – draus wird. Dass die Araber einiges von dem, was sie an kultureller Leistung erbracht haben, von den Indern haben, z.B. die Zahlen, wird erwähnt, und die Frage, ob sie dadurch nur Postboten dieser kulturellen Leistungen seien, wird aufgegriffen, aber offen gelassen. Auch wird am Ende des Buches ganz sachte darauf hingewiesen, dass der europäisch-arabische und christlich-muslimischeDialog nur der Anfang oder ein Nebeneffekt sei, und das eigentliche Geschehen etwas mit Indien zu tun habe, denn immerhin spielt ein indischer Elefant eine sehr zentral spirituelle Rolle in der Rahmenerzählung, aber das kommt in der Hauptaussage des Buches alles nur am Rande vor. Arabien wird einfach viel zu groß dargestellt, in den politischen Grenzen des Omaiyyaden- und Abbassidenreiches (661-1258). So gesehen wundert es nicht, dass Städte wie Gondaschipur im Iran und Sarmakand in Usbekistan als arabischen Städte vorgestellt und die antiken Phönizier, deren Göttin Europa die Namenspatronin unseres Subkontinents ist, zu Arabern gemacht werden. Sicher waren auch Griechenland und Rom in der Antike in hohem Maße abhängig von Einflüssen aus Nordafrika und Westasien, aber Araber spielten dabei noch keine so große Rolle. Und sind auch Worte wie „Algebra“ und „Baldachin“ arabischen Ursprungs, so sind es Worte wie „Therapie“ und „Bibliothek“ nicht. Es ist richtig, dass die arabische Mittlertätigkeit im Mittelalter extrem wichtig war, um indische, persische, ägyptische, griechische und andere Kulturleistungen, die zu dieser Zeit im christlichen Europa als heidnisch eingestuft und verdrängt wurden, in unsere Zeit zu retten. Es ist auch richtig, dass die muslimische Kultur wunderbaren Blüten hervorgebracht hat und im Mittelalter auch zivilisatorisch der Europas um einiges voraus war. Aber es ist falsch, das alles einfach „arabisch“ zu nennen und so einem panarabischen Großmachtdenken ideologische Dienste zu leisten. Auch sind Arabien und Islam keineswegs identisch, wenn auch etwas mehr als Europa und Christentum. Und Erdöl ist nun wirklich keine arabische Kulturleistung, sondern fossiler Überrest einstigen Meeresplanktons, das schon auf Erden lebte, als es weder Araber noch Europäer, ja noch nicht einmal Säugetiere gab. Aber vielleicht unterliegt mein Denken hier ja auch nur einer wissenschaftlichen Fliegenbeinzählerei, wie sie in dem Buch von dem russischen Diakon kritisiert wird.
Dem Haupanliegen des Buches, dass die ideologische Orient-Okzident-Kluft geschlossen werden müsse und wir Europäer auch unsere Spiritualität und nicht nur unsere Wirtschaft mehr pflegen müssten, stimme ich aber sehr zu. Für mich persönlich ist natürlich Albert in seiner Mutation vom Alfred Tetzlaff-Typen zum Ehrenvorsitzenden der „Europäischen Patrioten“, einer euro-islamischen Initiative und Importeur von Dschalabijjas (Galabiyyas), und für die er eine europäische Männerbewegung für arabische „Frauenkleider“, wie er die Galabiyyas immer nennt, (geistesverwandt mit der Männerrockbewegung, in der ich aktiv bin) startet, der Held der Geschichte. Er zeigt, wozu ein Mensch fähig ist, wenn er Klischees über Bord wirft und statt dessen vernünftig denkt und handelt. Diese Vernunft – gesundheitlich gesehen – wird in dem Buch zwar gefordert, andererseits aber eine rationale Welterklärung abgelehnt. Darüber müsste man noch nachdenken, mit Kopf und Herz natürlich, aber keinesfalls hat die Vernunft so etwas unvernünftiges wie die derzeitige Wirtschaftsordnung hervor gebracht. Das müsste der Autor noch mal überdenken, was denn daran rational sein soll. Man sollte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.
Und mit den Händen zu essen ist keine Barbarei, sondern kann auch sehr kultiviert geschehen, was ja gerade auch Araber und Inder beweisen. Ich musste das in Sri Lanka erst lernen, wie man das richtig macht.
Autorenlesungstermine stehen unter II.3. und II.6.
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VI. Off-Topic: HORIZONTE-Festival in Koblenz am 15./16. Juli 2005. Ein Bericht von Jutta Mensing.
Das 3. Weltkulturfestival „Horizonte“ am 15./16. Juli 2005 auf der Festung Ehrenbreitstein wurde zum vollen Erfolg. Das Konzept, durch freien Eintritt auch andere, nicht folk- und weltmusikerfahrene Besucher zu erreichen, ging auf. So kamen pro Tag ca. 4000 Besucher, die durch den kostenlosen Bustransfer von Koblenz zusätzlich angelockt wurden. Alle Hochachtung dem Horizonte-Team von Koblenz-Touristik und Förderverein Kultur im Café Hahn, die mit Hilfe etlicher Sponsoren organisatorisch, logistisch, auch verkehrsmäßig und vor allem mit dem Programmangebot ein wahres Meisterstück vollbrachten!
Durch die hohen Festungsmauern war es auf Ehrenbreitstein auch diesmal möglich, gleichzeitig auf zwei Bühnen spielen zu lassen, ohne dass Soundprobleme entstehen. Durch die halbstündigen Überschneidungen konnte man auch von der parallel spielenden Gruppe etwas Musik kosten, was die Besucher sicher freute.
Die Musiker bedienten ein breites Spektrum – vom leisen Folk über Jazz und wilden Rock bis hin zu Reggae, lateinamerikanischen Rhythmen und traditionellen Klängen aus Indien, Asien, Afrika oder Bulgarien. Neben neuen Namen brillierten und begeisterten bekannte Größen – die holländisch-brasilianische Elektrofunk-Formation Zucco 103, der algerische Worldbeat Virtuose Djamel Laroussi, die wilde russische Band Markscheider Kunst aus St. Petersburg, die spanische Sängerin Amparo Sanchez mit ihrer Band Amparanoia und last not least Quadro Nuevo, die tolle Tangotruppe aus der Schweiz. So wurden wie Horizonte wirklich erweitert. Zwar fehlte der Blick in die Nähe, deutsche Gruppen und Liedermacher waren nicht vertreten – doch das war wohl auch das Konzept.
Wie auf solchen Festivals üblich, boten auch auf Ehrenbreitstein einige Stände Kleidung, Waren und Speisen aus fernen Ländern an. Wem das alles zu viel wurde, der konnte das Festivalgelände verlassen und in Ruhe auf dem Vorhof der Festung die wunderschöne Aussicht auf Rhein und Mosel bei Sonnenuntergang genießen.
Es lohnt sich, das Festival zu besuchen – allerdings sollte man Getränke zu Hause lassen. Die Taschenkontrollen verzögern den Eintritt in die Festung erheblich.
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VII. Und noch’n Gedicht:
Was du nicht kennst, das, meinst du, soll nicht gelten?
Was du nicht kennst, das, meinst du, soll nicht gelten?
Du meinst, daß Phantasie nicht wirklich sei?
Aus ihr allein erwachsen künftige Welten:
In dem, was wir erschaffen, sind wir drei.
Michael Ende
Ja, da ist der Michael zu Ende, wünscht allen noch einen schönen Sommer, vielleicht mit viel Musik z.B. in den Rheinauen (vgl. http://www.bonn.folk.welt.musik.de.vu).
Herzliche Grüße,
Ihr/Euer Michael A. Schmiedel
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