Freitag, Januar 31, 2025

Interreligiöser Rundbrief ... Nr. 2025-1 (31.01.2025)

 

Interreligiöser Rundbrief für Bonn und Umgebung Nr. 2025-1
(31.01.2025)

„Ich staunte zunächst nicht schlecht, als es kürzlich aus Kreisen konservativer Christen in den USA hieß, dass sie Jesus teilweise als zu links empfinden. Da frage ich mich, was als Nächstes kommt: Werden sie Gott dafür kritisieren, dass er die Menschen beauftragt hat, seine Schöpfung zu bewahren, was man ja durchaus als klare Aufforderung zum Umweltschutz verstehen kann?“
                                                                                                        
                                                                                                            Sebastian Rabsahl
[1]

 

„Anbiederung an die Popkultur und Unterwerfung der Erzählung unter woke Paradigmata laufen indes auf eine Diffusion des Eschatologischen hinaus. Ein Unterpflügen des Heilsgeschehens in einen Acker der Selbstreflexion.“

                                                                                                            Christoph Platz[2]


Liebe Leser:innen des interreligiösen Rundbriefes,

jetzt möchte ich den Abstand zwischen dem letzten und diesem Rundbrief doch wieder kürzer halten als zwischen dem letzten und dem vorletzten. Anlass ist das Zeitgeschehen, wie eigentlich ja immer, und zwar jetzt auch die bevorstehende Bundestagswahl. Mir schrieb vor einiger Zeit ein Leser, ich sollte die Politik aus dem interreligiösen Rundbrief heraushalten, sonst sei ich wie ein Pfarrer, der von der Kanzel predigt, welche Partei man wählen solle. Nein, „predigen sollen andere“, wie es bei “Diesseits von Eden“ auf WDR 5 heißt, aber kommentieren möchte ich und gerne auch empfehlen oder warnen  - also vielleicht doch predigen.

Ich möchte aber nicht für eine bestimmte Partei Partei ergreifen, sondern über Grundsätzlicheres reden beziehungsweise schreiben. Die beiden Zitate oben stammen aus einem Buch, über das ich für die CIBEDO-Beiträge eine Rezension geschrieben habe. In dem Buch wird 111 Menschen die Frage gestellt, ob ihrer Meinung nach die Rede von Gott noch Zukunft habe. Nein, ich bin nicht unter den Befragten, aber konnte drei Interviewpartner vermitteln, wozu die zwei hier zitierten aber nicht gehören. Aber mir sind diese beiden Äußerungen beim Lesen aufgefallen. In der Aussage von Sebastian Rabsahl fiel mir auf, dass da nicht die Rede davon ist, dass die Kirche einigen konservativen Christen in den USA zu links sei, sondern Jesus selbst. Es fragt sich sicher, ob diese Christen das auch so meinen oder ob sie nicht vielleicht die Jesusauslegung in der modernen Theologie meinen. Da fehlt mir der Kontext, das genau zu verstehen. Nehmen wir es aber so, wie es da steht, so haben diese Christen an dem, den Sie als menschgewordenen Gott, als Gottessohn und als Heiland oder Retter verehren oder gar anbeten, etwas auszusetzen, nämlich, dass er zu links sei. Historisch-kritisch ist das natürlich anachronistisch, denn die Unterscheidung in linke und rechte Sitzplätze im Parlament gab es in Jesu Kultur noch nicht. Aber übertragen mag man verstehen, was gemeint sein könnte: Jesus, der für die Außenseiter der Gesellschaft eintrat und nicht für die Etablierten, der den Armen das Himmelreich versprach, der die Steinigung einer Ehebrecherin unterband – ein solcher Jesus passt nicht in das Weltbild dieser Christen. Warum aber, sagen sie sich dann nicht von ihm los? Nun, das wäre ja auch nicht konservativ, sondern ein zu großer Bruch mit dem Gewohnten. Lieber verehrt man Jesus, weil man das schon immer tat, aber kritisiert seine Lehre. Der zweite Satz in dem Zitat bezieht sich indes weniger auf Jesus als auf die Schöpfungserzählung im Buch Genesis. Aber es mag auch sein, dass Menschen, die es gewohnt sind, den Planeten für die eigenen Interessen auszubeuten, ein Gebot, die Schöpfung zu bewahren, ablehnen, weil es ihnen nicht konservativ genug ist, obwohl „konservativ“ ja von „bewahren“ kommt. Es geht beim konservativen Bewahren aber doch meistens um das Bewahren der eigenen Gewohnheiten. Das wiederum kann man evolutionstheoretisch-konstruktivistisch erklären: An Gewohnheiten festzuhalten und routiniert zu handeln kostet weniger Energie als Neues auszuprobieren und herumzuexperimentieren. Und es ist sicherer, solange sich die Lebensbedingungen nicht ändern.

Das Zitat von Christoph Platz wiederum kritisiert die Anpassung der Rede von Gott an die Popkultur und woke Paradigmata. Er beklagt die Diffusion des Eschatologischen, die statt des Heilsgeschehens eine Selbstreflexion bringe. Hier betont also ein Christ die eschatologische, also endzeitliche Dimension seiner Religion, die er anscheinend frei halten möchte von dem, was derzeit die Gesellschaft umtreibt. Man könnte es so verstehen, dass er eine völlig unpolitische Religion verlangt, in der es nicht um diesseitige Probleme des Lebens, sondern um die jenseitige Erlösung allein geht. Jesus erwähnt er dabei nicht, obwohl ihm sein „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ sicher in die Karten spielen würde. Jesus lehnte eine politische Lösung des Römerproblems ab, sondern verwies auf das Reich Gottes am Ende der Zeiten.

Ich frage jetzt aber folgendes: Schließt denn das eine das andere aus? Religionswissenschaftlich wissen wir, dass Religion und Politik anfangs nicht voneinander getrennt waren. Schädelknochen der Ahnen wurden in der Steinzeit so deponiert, dass sie das Wohngebiet ihrer Nachfahren sicherten. In der Antike waren politische Ämter oft zugleich religiöse. Im europäischen Mittelalter und bis in die Moderne hinein behaupteten die Herrscher, von Gottes Gnaden ihre Herrschaft auszuüben. Die Trennung der beiden Bereiche voneinander ging ganz langsam vonstatten im Zuge einer Ausdifferenzierung der verschiedenen Kulturbereiche voneinander, von der anfänglichen Arbeitsteilung im Neolithikum bis zur Kompetenzverengung von Sachbearbeiter:innen und auch Wissenschaftler:innen für einen kleinen Bereich ihres Berufes.

Da Religionen sich beziehungsweise Menschen ihre Religionen immer wieder an neue Lebensumstände anpassen, verändert sich auch das Verhältnis zwischen Religion und Politik immer wieder. Mal sehen die Menschen ihre Religion auf der Seite der Machthaber, mal auf der Seite der Unterdrückten. Manchmal kommt beides zusammen in einem Land und sogar in einer Konfession vor. Das hat zum Beispiel der evangelische Theologe und Soziologe Heinrich Wilhelm Schäfer bei Pfingstkirchen in Lateinamerika beobachtet: Da haben die Reichen ihre Kirche und die Armen eine andere, aber beide pfingstlerisch. Die eine Kirche segnet die Reichen und ihren Reichtum und unterstützt deren Recht, ihren Besitz zu vergrößern, die andere unterstützt sozialistische Versuche, die Armen aus ihrer Not zu befreien. Oder die Russisch-Orthodoxe Kirche unterstützt einerseits den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, aber ruft in Belarus dazu auf, nicht Lukaschenka zu wählen. Während Putin die Parteiergreifung der Kirche für seinen Krieg lobt und die Untrennbarkeit von Russland und Orthodoxie betont, beschimpft Lukaschenka die oppositionelle Aktion der Kirche und fordert, sie solle sich aus der Politik heraushalten.

Was kann ich, was können wir denn daraus lernen? Nun, zum einen, dass wir Menschen unsere Werte anscheinend nicht alleine von unserer jeweiligen Religion ableiten, sondern vielleicht gar eher in sie hineinprojizieren. Für die Konservativen tritt Gott für die Bewahrung ihrer gewohnten Lebensweise ein, für die Progressiven für den Fortschritt nicht nur der Technik, sondern auch der Selbstreflexion und der Ethik. Für die Reichen gewährt Gott ihnen das Recht auf ihren Reichtum, für die Armen verheißt er eine Verbesserung ihrer Lage. Für die Eschatologen hält Gott sich aus der Politik heraus, für die in der Gesellschaft Engagierten gibt Gott ihnen den Auftrag, genau das zu tun. Das Wort „Gott“ kann man hier auch durch andere Wörter ersetzen, je nach Religion.

Zum anderen können wir aber auch daraus lernen, dass wir selbst Verantwortung tragen für die Werte, die wir wählen – also zumindest, solange wir an Willensfreiheit glauben. Wir können uns nicht hinter Gottes Willen verstecken. Wählen wir unseren Reichtum als obersten Wert, sind wir dafür verantwortlich. Wählen wir den Umweltschutz als wichtige Angelegenheit, nicht minder. Bevorzugen wir ein Leben in Demokratie gegenüber einem Leben in einer Diktatur, ist das genau so unsere Verantwortung, wie wenn wir uns einem Diktator ergeben, um am Leben zu bleiben. Prioritätensetzung ist eine Frage der Wahl, zu der wir wiederum, wie schon Peter L. Berger in seinem Buch „Der Zwang zur Häresie“ festgestellt hat, heute mehr als in früheren Zeiten gezwungen sind. Wir sind zur Wahl gezwungen, aber nicht dazu, was wir wählen. (Immer vorausgesetzt, es gibt keinen absoluten Determinismus.)

Jetzt kommen wir zur aktuellen Politik. Der Blick über den Atlantik auf die Präsidentschaftswahl in den USA lässt mir sich sinnbildlich die Zehennägel krümmen. Wie schaffte es ein Mann, dem die gesunde Natur seines Landes, dem die Würde der amerikanischen Ureinwohner, deren Berg Denali er einfach mal wieder den Namen der weißen Euroamerikaner Mount McKinley gab, dem die für eine gesunde Demokratie wichtige Gewaltenteilung, dem das Schicksal von Migrant:innen in einem Land, dass durch Migrant:Innen gegründet wurde, dem die Freiheit von Menschen über ihre Genderidentität selbst bestimmen zu wollen in einem Land, dessen oberster Wert die Freiheit ist keinen Wert besitzt; wie kann ein Mann, der keine ausländische Einflussnahme in seinem Land will, sich aber in andere Länder einmischt; wie kann ein Mann, der Redefreiheit für alle fordert außer für die freie Presse, ein Mann für den Fakten nach Belieben zu leugnen und zu verdrehen sind (wie das „Faktum“, dass die USA den I. und II. Weltkrieg gewonnen hätten, um die Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern, wie es Trump wohl von Musk gesteckt wurde, der diesen Unsinn von Weidel hatte); dem auch das Schicksal der Menschen, die durch den Klimawandel leiden, darunter auch Amerikaner:innen wie die Waldbrände und der steigende Meeresspiegel zeigen, egal ist, solange die Wirtschaft brummt; wie konnte ein solcher Mann von der Mehrheit der wahlberechtigten Amerikaner:innen zum Präsidenten gewählt werden? Waren das die Wähler:innen, denen Jesus zu links ist? Oder reicht es schon als Grund, dass man bei ihm weniger Steuern zahlt? Wählerstimmen für eine Faust voll Dollars?

Und wie sieht es bei uns aus, im guten alten Europa? Trump hat hier ja auch seine Gesinnungsgenoss:innen, denen sein Haus- und Hofmilliardär Elon Musk beim Wahlkampf hilft. Die er eingeladen hat zu seinem Amtsantritt, während andere, die anders denken, unerwünscht waren. Die wie er das eigene Land in nationalegoistischer Lesart wichtiger als den ganzen Planeten nehmen. Die ganz klar zwischen Freund und Feind unterscheiden. Die Fakten als Fakenews und Fakenews als freie Meinungsäußerung ansehen. Nee, wir haben kein Recht mit den Fingern auf DIE Amerikaner:innen zu zeigen, denn bei uns treibt der Wahnsinn auch schon Blüten und Früchte, und ebenso in der Türkei und in Indien.

Das was diese Parteien propagieren – und deshalb schreibe ich darüber im interreligiösen Rundbrief – steht diametral den Werten des interreligiösen Dialogs und der Friedenserziehung entgegen, den Werten des Weltethos, den Werten einer Menschheit, vereint in Vielfalt. Wir vertreten die Achtung vor der Vielfalt der Kulturen in gegenseitiger Beeinflussung, den Schutz insbesondere indigener und anderer kleiner Völker, das Lernen voneinander, die gegenseitige Hilfsbereitschaft, die Vielfalt individueller Lebensentwürfe, die Freiheit der jeweiligen Lebensführung in Verantwortung voreinander, die Verantwortung für das ökologische Gleichgewicht und ein lebensfreundliches Klima, die Vielfalt der Arten und den Schutz der Naturräume vor Ausbeutung durch den Menschen und generell die Achtung vor dem, was Menschen heilig ist. Wir vertreten die Auffassung, dass man Konflikte friedlich lösen kann, wenn die Konfliktparteien das wollen. Wir vertreten die Auffassung das Kinder von klein auf an ein solidarisches, verantwortliches Leben herangeführt werden sollen und an Respekt vor anderen Menschen, auch und gerade, wenn sie wirklich anders sind. Das sollte eigentlich jedem Menschen mit einem klaren Verstand und einem mitfühlenden Herzen einleuchten.

Nun sind klarer Verstand und mitfühlendes Herz aber nicht einfach so da, sondern müssen trainiert oder zumindest nicht an ihrer Entfaltung gehindert werden. Eine solche Behinderung findet aber statt durch eben diese nationalegoistischen Parteien mit ihrer Propaganda, die vor Selbstgerechtigkeit und vor Hass auf andere nur so strotzt. Wer zum Beispiel als Kind oder Jugendlicher in den sogenannten sozialen Medien ihren Videoclips ausgesetzt ist, wird gerade in die falsche Richtung verleitet. Australien und Albanien versuchen, das zu steuern. Auch wir brauchen mehr Schutz der Jugend vor Verführung. Elon Musk will das Gegenteil: Verführung der Jugend zu einer Ideologie, mit deren Hilfe er gut Geld verdienen kann.

Neulich sagte ich wohl etwas erstaunt zu meinem Kollegen Leif Seibert, dass keineswegs nur Ungebildete dem Rechtsruck erlegen sind. Er meinte, natürlich nicht, das hätten Hannah Arendt und Theodor W. Adorno doch längst herausgearbeitet. Er empfahl, dieser beiden Texte zu lesen, besonders „Die Dialektik der Aufklärung“ von Adorno. Wahrheit und Wissen seien nicht die Triebfedern, mit denen man viele Menschen begeistere, sondern Lügen gepaart mit Macht machten auf viele viel mehr Eindruck als Wahrheit ohne Macht. Und je dreister die Lüge in der Öffentlichkeit als Lüge erkennbar ausgesprochen werde, ohne dass eine Autorität ihr Einhalt gebieten könne, desto verführerischer sei es, dem Lügner zu folgen. Sie glaubten nicht an die Wahrheit von Verschwörungserzählungen, sondern an die Macht, mit ihnen Menschen zu beeinflussen. Ich sagte halb im Spaß, halb im Ernst, es sei ganz einfach eine Verschwörungserzählung zu erfinden, wie zum Beispiel diese: Trump, Putin und Xi verabreden sich, die Welt unter sich aufzuteilen. Xi bekommt Taiwan, ohne dass die anderen beiden was dagegen tun, Putin bekommt die Ukraine und Trump Grönland, wobei die drei Länder erst der Anfang sind. Und Musk und Konsorten führen die Fäden, an denen die drei hängen. Leif Seibert meinte, das sei eine Verschwörungserzählung, aber leider eine, die wahr werden könnte.

Also muss ich wohl auch mal Arendt und Adorno lesen. Ich kaufte mir in Köln im Hbf tatsächlich inzwischen drei Büchlein, eines von Arendt und zwei von Adorno und hatte „Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute“ von Adorno – übrigens ein Vortrag von 1962 – im Zug (RE 6) auf dem Tischchen liegen. Da kam die Schaffnerin – beziehungsweise Kundenbetreuerin wie die offizielle Bezeichnung bei National Express heute heißt  -  und meinte: „Adorno kann man auch immer wieder lesen!“ Sie fragte, ob ich auch das Buch über Rechtsextremismus kenne. Das sei sehr gut. Sie sei gespannt auf den 23. Februar also die Bundestagswahl, aber ihr schwane nichts Gutes. Solche Leute braucht das Land und die Welt!

Jetzt will ich diesen Rundbrief aber nicht mit so bösen Vorahnungen beenden, sondern mit ein paar schönen, völlig willkürlich, nicht repräsentativ herausgesuchten Zitaten aus dem Buch mit den 111 Antworten auf eine Frage, aus christlicher, muslimischer, buddhistischer, hinduistischer, jüdischer und säkularer Perspektive:

 

„Im Zusammenwachsen der Menschheit gehören Theologie und Religion zu den wichtigsten Themen. Die Rede von Gott wird eine interkulturelle, symbolische und narrative sein.“

                                                                                      Jens Anno Müller[3]


„Es geht keineswegs um ein simples FürWahrHalten der Existenz eines Gottes, Glaube ist vielmehr ein Geschehen der Liebe.“

                                                                    Mouhanad Khorchide[4]                                                                                                          

„Daher beziehe ich mich auf Freundlichkeit, Mitgefühl, Freude und Gleichmut als wesentliche Elemente der Liebe in meiner Meditation und im Alltag.“

                                                                                Bhante Batuwangala Samiddhi[5]


„Wenn du dich um deine Mutter und deinen Vater kümmerst, ist das mehr, als in den Tempel zu gehen und zu beten.“

                                                                                      T. Sarma Parameswaran[6]


„Indem ich meine Anwesenheit als vollständige Verbundenheit mit allem erkenne und empfinde, erhält meine Verantwortung für das Leben eine ehrliche Grundlage. Dieses wissende Gefühl von Bejahung und Zusammengehörigkeit ist eine unerschöpfliche Kraftquelle, um mich an den zahlreichen Versuchen zu beteiligen, die Sackgasse zu verstehen und zu öffnen, in die sich die Menschheit hineinmanövriert hat.“

                                                                                      Manfred Folkers[7]


„Sicher haben wir uns alle schon gefragt: ‚Wie kann G’tt das zulassen?‘ Darauf habe ich leider selbst keine Antwort. Doch ich für meinen Teil habe ein gutes Gefühl dabei, mich vom Allmächtigen leiten zu lassen. Und diesen Gedanken gebe ich auch an meine Kinder weiter.“

                                                                                      Alon Meyer[8]


„Alles okay, wenn man im Leben auch dem Gebot von Lemmy Kilmister folgt: ‚Haltet Euch fern von den Idioten.“
                                                                                       Oliver Hibring[9]


Herzliche Grüße
Ihr/Euer Michael A. Schmiedel
http://interreligioeser-rundbrief.blogspot.com/

 

(Geschrieben im RE 1 zwischen Hamm und Köln am 28.01.2025, Im Hbf Hamm und im RE7 zwischen Hamm und Köln am 29.01.2025 und korrekturgelesen zu Hause in Siegburg am 30.01.2025.))

Und noch ein Nachtrag am 31.01.2025 kurz nach Mitternacht: Als heute beziehungsweise gestern am 30.01. die Nachricht von dem Flugzeugunglück in Washington kam, meinte Petra: „Pass auf, der Trump schiebt die Schuld daran sicher dem Biden in die Schuhe!“ Und so kam es. Wobei Trump mit seiner Anschuldigung mit einem Hieb gegen die Diversitätspolitik und die Inklusion von Behinderten in die Gesellschaft verband. Auf die Frage eines Journalisten, welche Belege er für seine Anschuldigung habe und für die Aussage, dass behinderte Mitarbeiter bei der Flugsicherung schuld an dem Unglück seien, meinte er nur: „Es wäre doch möglich“! So hat er erneut ein Gerücht in die Welt gestreut, das durch keinen Faktencheck mehr korrigiert werden kann, weil er diese Instanz ausgeschaltet hat. Dass die Flugsicherheit die Hubschrauberbesatzung vor dem heranfliegenden Flugzeug gewarnt hat, erreicht sicher nicht so viele Menschen wie Trumps Gerücht. Und wenn doch, kommt sicher jemand und bezeichnet das als Fakenews der Lügenpresse. Wohin soll das noch führen???
Nie wieder ist jetzt!


[1] Sebastian Rabsahl. In: Matthias Sellmann, Martin Steffen, Michael Jochim, Dieter Rehmann (Hgg.) Hat die Rde von Gott noch Zukunft?  Würzburg (Echter Verlag) 2024, S. 190.

[2] Christoph Platz. Ebd. S. 188.

[3][3] Jens Anno Müller, Ebd. S. 160.

[4] Mouhanad Korchide. Ebd. S. 121.

[5] Bhante Batuwangala Samiddhi. Ebd. S. 202.

[6] T. Sarma Parameswaran. Ebd. S. 183.

[7] Manfred Folkers. Ebd., S. 69.

[8] Alon Meyer. Ebd., S. 167.

[9] Oliver Hilbring. Ebd., S. 104.

Donnerstag, Dezember 05, 2024

Interreligiöser Rundbrief ... Nr. 2024-1

 Interreligiöser Rundbrief für Bonn und Umgebung Nr. 2024-1

(05.12.2024)

 

Meinen Bogen setze ich in die Wolken, der soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und der Erde. 14 Wenn es nun geschieht, daß ich Wolken über der Erde sammle, und der Bogen in den Wolken erscheint, 15 dann will ich an meinen Bund gedenken, welcher zwischen mir und euch und allen lebendigen Wesen von allem Fleisch besteht, daß forthin die Wasser nicht mehr zur Sündflut werden sollen, die alles Fleisch verderbe. 16 Darum soll der Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allen lebendigen Wesen von allem Fleisch, das auf Erden ist. 17 Und Gott sprach zu Noah: Das ist das Zeichen des Bundes, welchen ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch, das auf Erden ist![1]

 

Liebe Leser:innen des interreligiösen Rundbriefes,

das Jahr verging so schnell und war so voll, privat bei mir vor allem voller schöner Erlebnisse, weltpolitisch voller Schrecken und Wahnsinn! Eigentlich hatte ich nicht vor, erst gegen Ende des Jahres einen neuen interreligiösen Rundbrief zu schreiben, aber immer wenn ich einen schreiben wollte, kam wieder was dazwischen. Nun möchte ich unter den vielen Themen, die mich während des Jahres beschäftigten, eines herausgreifen und ein paar Gedanken dazu äußern.

Als wir im September im Rahmen der Bonner Friedenstage, eine Veranstaltung der Bonner Initiative für Respekt und Zusammenhalt (BIRZ) hatten[2], meldete sich ein Mann zu Wort, der sagte, er haben unter syrischen Freunden Werbung für die BIRZ gemacht und zu Antwort erhalten, dass sie bei der Organisation mit dem schwulen Regenbogen nicht mitmachen wollten. Darüber habe ich seitdem immer wieder nachgedacht.

Es gibt Menschen, die halten Muslime generell für homophob. Wer Thomas Bauer gelesen hat[3], weiß, dass die muslimische Kultur bis ins 19. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung gegenüber Homosexuellen viel toleranter war als die christliche. Und dass Europa im Zuge der Aufklärung nicht nur aufgeklärter, sondern auch dualistischer wurde und damit auch noch vehementer als zuvor zwischen eindeutig richtig und eindeutig falsch unterschied. Bauer erzählt davon, dass die aufstrebenden Industrie- und Kolonialmächte im Wettbewerb um die Weltherrschaft die muslimischen Länder überholten und so zu Vorbildern für die jungen Intellektuellen der muslimischen Welt wurden. Sie hätten von Europa lernen wollen, mit europäischen Ideologien wie Sozialismus, Nationalismus und Kapitalismus experimentiert und mit all dem aus Europa auch eine extreme Homophobie übernommen. Als sie gemerkt hätten, dass sie trotz eifrigen Lernens nicht auf die gleiche Augenhöhe mit den europäischen Mächten kamen, ja von deren Vertretern geringgeachtet und zunehmend beherrscht wurden, hätten sie ihre eigenen Wurzeln im Islam entdeckt, aus welchem sie begonnen hätten, auf typisch europäische Weise  eindeutige Antworten herauszuziehen, während die traditionelle islamische Theologie auch der Mehrdeutigkeit ihren Wert zugemessen und so eine Kultur der Ambiguität gepflegt habe.     

Heute pflegen auch wir in Europa eine Wertschätzung der Vielfalt der Lebensweisen, so auch queerer. Das war ein langer Weg und noch immer gibt es – leider wieder zunehmend – starke Gegenkräfte. So las ich vor einigen Wochen auf der Website des NDR, dass in Neubrandenburg auf Antrag eines Ratsherren im Stadtrat die vor dem Bahnhof wehende Regenbogenflagge eingeholt und durch die schwarz-rot-goldene Deutschlandflagge ersetzt wurde. Ein starker Protest der Bevölkerung habe den Stadtrat zwar einlenken und zu einer Regelung finden lassen, nach der Regenbogen- und Deutschlandflagge abwechselnd je eine Woche vor dem Bahnhof wehen sollten, aber zwischenzeitig sei der parteilose Bürgermeister, der die Regenbogenflagge erstmals hatte hissen lassen, zurückgetreten, wegen zu vieler Anfeindungen und Bedrohungen von politisch rechter Seite. Der oben genannte Ratsherr habe damit sein Ziel erreicht, denn er habe einen Hass auf den Bürgermeister, weil der einen Bauantrag des genannten Ratsherrn aus Naturschutzgründen abgelehnt habe.[4] Dieses Beispiel zeigt, dass auch ohne muslimische Beteiligung Homophobie oder generell Queerfeindlichkeit in Deutschland immer noch oder wieder zu politischen Entscheidungen führen kann. Es besteht also gar kein Grund, auf vermeintlich rückständige intolerante Syrer herabzublicken.

Als wir bei der BIRZ den Regenbogen als Symbol wählten, diskutierten wir auch kurz darüber, ob das Symbol nicht missverständlich sei, kamen aber zu dem Schluss, dass wir mit den bunten Farben nicht nur die Vielfalt geschlechtlicher Identitäten und Orientierungen, sondern auch der Religionen, kulturellen Herkünfte und der Lebensentwürfe generell in einer gemeinsamen Gesellschaft meinen, in der wir miteinander im gegenseitigen Respekt leben wollen.  Der Regenbogen ist für uns also ein Symbol für Vielfalt oder auch für Einheit in Vielfalt.

Und er steht für den Bund zwischen Gott und den Lebewesen nach der Sintflut, den Noah‘schen Bund, von dem in der Bibel erzählt wird: Gott habe die Menschheit für ihre Sünden mit einer riesigen Flut bestraft, in der alle Menschen ertrunken seien bis auf Noah, seinen Sohn und seine Schwiegertochter. Von diesen sollen alle nachgeborenen Menschen abstammen, so dass der Bund, den Gott mit Noah geschlossen habe, alle Menschen und darüber hinaus alle Lebewesen umfasse. Man mag auch Kritikwürdiges in diesem alten Mythos finden, so enthält er doch eine schöne Symbolik dafür, dass alle Menschen eines Ursprungs sind und gemeinsam in eine gute Zukunft reisen sollen. Ein Freund von der Regensburger Religions-for-Peace-Gruppe meinte zwar neulich beim interreligiösen Online-Gesprächskreis, die Zahl der Farben beim biblischen und beim queeren Regenbogen seien unterschiedlich[5], aber wenn ich die oben zitierte Bibelstelle lese, lese ich da überhaupt nichts von Farben, sondern nur von einem Bogen. Aber wir wissen ja, dass so ein Regenbogen bunt ist, und ob es nun sieben oder mehr Farben sind, ändert doch nichts an der Interpretationsmöglichkeit des bunten Bogens für ein vielfältiges menschliches Leben in einer Welt voller Artenvielfalt in einem Bund mit der Größe, die in der Bibel „Gott“ genannt wird. Ich hatte auch mal einen Autoaufkleber von Greenpeace mit dem Regenbogen darauf, nannte Greenpeace doch drei ihrer berühmtesten Schiffe „Rainbow Warrior“. Eindeutige Interpretationen gibt es hier nicht, muss oder besser, darf es auch nicht geben. Statt Eindeutigkeit brauchen wir Ambiguität, also Mehrdeutigkeit einander ergänzender, komplementärer Deutungen. 

Übrigens sah ich irgendwo eine Flagge, die je zur Hälfte die Regenbogenfarben und die europäischen Sterne auf blauem Grund zeigte. Das geht sicher auch mit den Farben des Regenbogens und Schwarz-rot-gold oder allen drei zu je einem Drittel. Dann müssten sie auch in Neubrandenburg die Flaggen nicht wöchentlich wechseln.

Dieser Text ist übrigens nicht innerhalb der BIRZ abgesprochen, sondern mein persönliches Statement zum BIRZ-Regenbogen. Ich würde mich aber freuen, wenn auch Menschen syrischer, palästinensischer, israelischer und welcher Herkunft auch immer, sich mit meiner Deutung anfreunden könnten. Und Menschen deutscher Herkunft, denn die Regebogenflagge oder zumindest eine Vorform davon ist ja eine deutsche Erfindung, wie die schwarz-rot-goldene auch.[6]



Und noch ein Zitat zum Anschluss:

Ja, der alte Mann saß direkt am Ende des Regenbogens. Da kam ihm die Erleuchtung.“[7]

    

Herzliche Grüße
Ihr/Euer Michael A. Schmiedel
http://interreligioeser-rundbrief.blogspot.com/

 

(Geschrieben im RE 6 zwischen Bielefeld und Köln am 27.11.2024 und am 04.12.2024.)



[1] Bibel. 1 Mose 9, 13-17. Übersetzung Schlachter 1951, Bibel-online: https://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/1_mose/9/#1 (aufgerufen am 27.11.2024)

[2] Vgl. Ein Zeichen für das interreligiöse Miteinander angesichts von Terror und Krieg
Veranstalter: Evangelisches Forum Bonn &  Bonner Initiative für Respekt und Zusammenhalt BIRZ
Moderation: Anne-Marie Quaas, Ev. Forum Bonn
Im Rahmen der Bonner Friedenstage: https://pzkb.de/bonner-friedenstage-2024/
Zeit: Mittwoch, 18. September 2024, 19 Uhr
Ort: Haus der Evangelischen Kirche, Adenaueralle 37, 5113 Bonn
Inhaltliches: Der Terrorakt der Hamas am 7. Oktober 2023 hatte Tausende von Toten und die Entführung von Geiseln, sodann einen israelischen Militäreinsatz mit noch mehr Tausenden von Toten und zerstörten Häusern zur Folge, sowie weltweit einer Spaltung der Gesellschaften in pro-palästinensische und pro-israelische Parteinahmen, durch die antisemitische und islamfeindliche Ressentiment gefördert werden. Die Bonner Initiative für Respekt und Zusammenhalt BIRZ setzt ein Zeichen gegen diese Auswirkungen und bringt jüdische, muslimische und andere Menschen für den Frieden zusammen.
Auf dem Podium stellen Roland Benarey-Meisel (jüdisch). Hossein Pur-Khassalian (muslimisch). Thomas Heimsath (christlich), Monika Winkelmann (buddhistisch) und Michael A. Schmiedel (Religions for Peace) die Initiative vor. Online: https://ifn-bonnregion.jimdofree.com/veranstaltungen/ - Zur BIRZ vgl.: https://interreligioeser-rundbrief.blogspot.com/2024/01/bonner-initiative-fur-respekt-und.html (beide Seiten geöffnet am 04.12.2024)

[3] Vor allem meine ich hier: Thomas Bauer. Kultur der Ambiguität. Eine andere Geschichte des Islam. Berlin (Suhrkamp) 2011. Vgl.: https://www.suhrkamp.de/buch/thomas-bauer-die-kultur-der-ambiguitaet-t-9783458710332 (geöffnet am 04.12.2024).

[4] Vgl. Neubrandenburg: Protest gegen Verbot der Regenbogenflagge. Stand: 11.10.2024 16:07 Uhr. Auf NDR https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Neubrandenburg-Protest-gegen-Verbot-der-Regenbogenflagge,neubrandenburg384.html und Überraschung in Neubrandenburg: Neue Chance für die Regenbogenflagge. Stand: 18.10.2024,, 16.44 Uhr. Auf NDR: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Ueberraschung-in-Neubrandenburg-Neue-Chance-fuer-Regenbogenflagge,regenbogenflagge134.html  (beide Seiten geöffnet am 04.12.2024).

 

[5] Vgl. dazu auch: Symbol Regenbogen. Religiöses und queeres Symbol: Die Bedeutung des Regenbogens. In Sonntagsblatt. 360° Evangelisch. Online: https://www.sonntagsblatt.de/artikel/glaube/religioeses-und-queeres-symbol-die-bedeutung-des-regenbogens (geöffnet am 04.12.2024)

[6] Vgt. Regenbogenfahne. Auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Regenbogenfahne und Schwarz-rot-gold: Wie entstand die deutsche Nationalflagge. Von Gábor Páal. Auf SWR: https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/schwarz-rot-gold-wie-entstand-die-deutsche-nationalflagge-120.html (beide Seiten geöffnet am 04.12.2024).

[7] Der Schatz am Ende des Regenbogens. Online: https://internet-maerchen.de/maerchen/schatz-regenbogen.htm (geöffnet am 04.12.2024).

Freitag, März 29, 2024

DBU trifft Oliver Freiberger

Am 16.06.2023 kam bei „Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft“ im Deutschlandfunk der Beitrag „Wie der Buddhismus Gewalt rechtfertigt“ von Mechthild Klein (Redaktion der Sendung: Christiane Florin, Moderation: Christian Röther). Inhalt des Beitrags ist ein Vortrag von Oliver Freiberger, Professor für Religionswissenschaft an der Universität von Texas in Austin, an der Uni Bayreuth über buddhistische Rechtfertigung von Gewalt. Eines seiner Forschungsgebiete ist buddhistische Geschichte und darin auch die Gewalt, die in der Geschichte von Buddhist:innen ausging und buddhistisch gerechtfertigt wurde.

Den Podcast des Beitrages kann man hören unter: https://www.deutschlandfunk.de/wie-der-buddhismus-gewalt-rechtfertigt-dlf-2a4b5f8b-100.html
 

Diesen Beitrag hörten auch Mitarbeiter:innen des römisch-katholischen Erzbistums Köln, die damit an Werner Heidenreich, Ratsmitglied der Deutschen Buddhistischen Union (DBU), herantraten, mit der Frage, wie denn sie als Buddhist:innen damit umgingen. Diese Frage brachte Werner Heidenreich in die AG Interreligiöser Dialog der DBU, worauf hin ich als Mitglied dieser AG auf der Tagung der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) in Bayreuth an Oliver Freiberger herantrat und fragte, ob er Interesse an einem Austausch mit DBU-Vertreter:innen habe, um Rückfragen zu beantworten und seinen Ansatz zu erklären. Dazu war er bereit und so wurde ein Gespräch vereinbart, das am 16.02.2024 via Zoom stattfand.
 

Als Einladende fungierten die AGs Interreligiöser Dialog und Krieg und Frieden der DBU.

Das Gespräch wurde von mir moderiert, Tsunma Konchok Jinpa, stellvertretende Vorsitzende der DBU, und Yesche Udo Regel sprachen Grußworte für die beiden AGs, und Dr. Carola Roloff, Mitglied der DBU und der AG Interreligiöser Dialog, sowie Gastprofessorin für Buddhismus an der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg, führte das Gespräch mit Oliver Freiberger. Anschließend gab es Fragen der Zuhörenden.

Die Websites der Beteiligten sind:
Oliver Freiberger:
https://liberalarts.utexas.edu/asianstudies/faculty/of63
Carola Roloff:  
https://www.religionen.uni-hamburg.de/akademie-der-weltreligionen/personen/gastwiss/roloff-carola.html
Tsunma Konchok Jinpa:
https://buddhismus-deutschland.de/ansprechpersone/tsunma-konchok-jinpa-chodron/
Yesche Udo Regel:
https://paramita-online.de/yesche/
Michael A. Schmiedel:
https://ekvv.uni-bielefeld.de/pers_publ/publ/PersonDetail.jsp?personId=38488082

Und auch zu Werner Heidenreich sei verlinkt:
https://www.facebook.com/werner.heidenreich/

Wir haben uns gemeinsam entschieden, das Gespräch aufzuzeichnen und die Audiospur zu veröffentlichen. Hier ist der Link zum Anhören und Herunterladen: https://magentacloud.de/s/G2H2X948LnD59jY

Es handelt sich dabei um eine ungeschnittene Vollversion des Gespräches, die man sich ganz anhören, bei der man aber auch vor- und zurückspulen kann, je nach Belieben.

Zwei Fehler machte ich in der Moderation: Einmal sagte ich „Freiburg“, statt „Bayreuth“ und als Redakteur der Sendung nannte ich Christian Röther, statt Christiane Florin.

Meines Erachtens war es ein sehr fruchtbares Gespräch, das unterschiedliche Perspektiven auf das Thema ‚Buddhismus und Gewalt‘ beleuchtete und somit selbst einen Beitrag zum Frieden leistete. Denn, wie ein altes Sprichwort sagt: ‚Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung.‘ Dies schließt die selbstkritische Betrachtung der Geschichte der Religion, Nation usw. ein, mit der man sich identifiziert. Genau eine solche Praxis wird von der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) verfolgt. Zudem kann die Religionswissenschaft erkennen, dass religiöse Menschen nicht nur Forschungsobjekte, sondern ebenbürtige Gesprächspartner:innen sein können. Oliver Freiberger demonstriert eindrucksvoll, wie ein solcher Austausch gelingen kann. Doch bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil.

Wir möchten darauf hinweisen, dass dieses Gespräch ursprünglich in einem geschlossenen Rahmen innerhalb der Deutschen Buddhistischen Union stattgefunden hat, mit dem Ziel, einen intensiven und spezialisierten Austausch zwischen Mitgliedern bestimmter Arbeitsgruppen zu fördern. Die Aufzeichnung wurde mit der Zustimmung aller Beteiligten angefertigt. Die persönlichen Ansichten und Äußerungen, die im Laufe des Dialogs geteilt wurden, spiegeln die informelle und vertrauensvolle Atmosphäre dieses Austausches wider. Wir bitten die Zuhörer:innen, diesen Kontext bei der Rezeption der Inhalte zu berücksichtigen.

 

Dr. Michael A. Schmiedel, Religionswissenschaftler an der Universität Bielefeld, Einzelmitglied in der DBU und Öffentlichkeitsreferent bei Religions for Peace Deutschland;
Siegburg 04.03.2024